Wie viel kostet der Unterhalt eines Autos in Deutschland: Kosten nach dem Kauf

Wie viel kostet der Unterhalt eines Autos in Deutschland: Kosten nach dem Kauf

Die Kosten für ein Auto in Deutschland beginnen nicht erst mit Reparaturen, sondern direkt nach dem Kauf: Versicherung, Kfz-Steuer, Kraftstoff oder Aufladen, Hauptuntersuchung, Reifen, Wartung, Parken und eine Rücklage für Pannen. Daher muss man nicht nur den im Inserat angegebenen Preis des Autos berücksichtigen, sondern auch die Kosten für ein Jahr im Besitz.

Bei zwei ähnlichen Fahrzeugen kann der Preis um Hunderte oder sogar Tausende Euro variieren. Der Preis wird beeinflusst durch die Region der Zulassung, die Versicherungshistorie, den Motortyp, die CO₂-Emissionen, die Laufleistung, das Alter des Fahrers, den Zugang zu einer Ladestation zu Hause und den Zustand des jeweiligen Fahrzeugs.

Im Folgenden finden Sie einen praktischen Leitfaden für alle, die bereits ein Auto gekauft haben oder gerade Optionen vergleichen, bevor sie ein Auto in Deutschland kaufen.

Die wichtigsten Kostenpunkte

Die Kosten für den Autobesitz setzen sich in der Regel aus folgenden Posten zusammen:

  • Kfz-Versicherung;
  • Kfz-Steuer – Kfz-Steuer;
  • Benzin, Diesel, LPG oder Aufladen eines Elektroautos;
  • Hauptuntersuchung, im Volksmund oft als TÜV bezeichnet;
  • planmäßige Wartung und Verschleißteile;
  • Saisonreifen und die Lagerung eines zweiten Reifensatzes;
  • Zulassung, Kennzeichen und Änderungen in den Unterlagen;
  • Parken, Autowäsche, kleinere Verbrauchsmaterialien und außerplanmäßige Reparaturen.

Wurde das Auto neu gekauft, kommt noch der Wertverlust hinzu. Dieser wird nicht separat in Rechnung gestellt, stellt aber oft den größten Kostenfaktor beim Autobesitz dar.

Versicherung

Die Mindestanforderung für die Zulassung ist die Haftpflicht, also die obligatorische Haftpflichtversicherung. Ohne sie wird das Fahrzeug nicht zugelassen. Zusätzlich kann man eine Teilkasko oder Vollkasko abschließen.

  • Haftpflicht deckt Schäden gegenüber Dritten ab.
  • Teilkasko bietet in der Regel Schutz vor Diebstahl, Glasschäden, Hagel, Feuer und bestimmten Naturgefahren.
  • Vollkasko deckt Schäden am eigenen Fahrzeug umfassender ab, einschließlich eines Teils der Fälle, in denen der Fahrer die Schuld trägt.

Der Preis wird durch das Modell und die Versicherungsklasse, die Region, das Alter des Fahrers, die jährliche Fahrleistung, den Kreis der zugelassenen Fahrer, den nächtlichen Abstellort, die Selbstbeteiligung und die Schadenfreiheitsklasse beeinflusst.

Für Neulinge in Deutschland ist die Frage der im Ausland erworbenen Versicherungsdauer wichtig. Der Versicherer kann die bisherige unfallfreie Fahrhistorie anrechnen, wenn Unterlagen der früheren Versicherungsgesellschaft vorliegen, dies ist jedoch kein automatischer Anspruch. Es empfiehlt sich, im Voraus eine Bestätigung der Versicherungsdauer, der Laufzeit der Police und der Schadenfreiheit anzufordern und gegebenenfalls eine Übersetzung vorzubereiten.

Folgende Faktoren helfen dabei, bei der Versicherung zu sparen:

  • Vergleich der Tarife vor dem Kauf eines bestimmten Modells;
  • eine angemessene Selbstbeteiligung bei der Kaskoversicherung;
  • Beschränkung der Fahrerliste;
  • realistische jährliche Fahrleistung;
  • jährliche Zahlung statt monatlicher;
  • eine Garage oder ein fest zugewiesener Parkplatz;
  • Werkstattbindung – Reparatur in den Partnerwerkstätten des Versicherers;
  • Telematik-Tarif, sofern der Fahrstil dazu passt.

Eine Vollkasko-Versicherung ist in der Regel sinnvoller für neue, teure, auf Kredit oder im Leasing finanzierte Fahrzeuge. Für ein älteres Fahrzeug mit geringem Marktwert reicht manchmal eine Haftpflichtversicherung oder eine Haftpflichtversicherung plus Teilkasko aus.

Kfz-Steuer

Die Kfz-Steuer hängt nicht von der „optischen Größe des Fahrzeugs“ ab, sondern von den Angaben in den Unterlagen. Bei Personenkraftwagen sind Motortyp, Hubraum und CO₂-Emissionen entscheidend.

Bei Benzin-Pkw beträgt der Grundbetrag der Steuer 2 Euro pro angefangenen 100 cm³ Hubraum, bei Diesel-Pkw 9,50 Euro. Hinzu kommt die CO₂-Komponente. Bei Fahrzeugen, die ab 2021 erstmals zugelassen wurden, wird die CO₂-Komponente nach einer gestaffelten Skala ab 95 g/km berechnet: Je höher die Emissionen, desto teurer ist jedes weitere Gramm.

Die Daten stammen aus der Zulassungsbescheinigung Teil I, darunter auch der Hubraum und der CO₂-Wert. Wenn das Auto noch ausgesucht wird, ist es ratsam, die Steuer im Voraus mit dem offiziellen Rechner zu überprüfen. Dies ist besonders wichtig bei Dieselfahrzeugen, großen Crossover-Modellen und leistungsstarken Benzinern.

Für vollelektrische Fahrzeuge gilt eine Steuervergünstigung: Reine Elektrofahrzeuge, die erstmals zugelassen oder innerhalb der gesetzlich festgelegten Fristen umgerüstet wurden, sind für einen begrenzten Zeitraum von der Kfz-Steuer befreit. Im Jahr 2026 sollte diese Regelung anhand der aktuellen Fassung des Kraftfahrzeugsteuergesetzes und offizieller Erläuterungen überprüft werden, da sich die Fristen für die Vergünstigung bereits geändert haben und vom Datum der Erstzulassung abhängen können.

Kraftstoff und Aufladen

Für die meisten Besitzer sind Kraftstoff oder das Aufladen die größten regelmäßigen Kosten. Dabei ist nicht nur der Preis pro Liter oder Kilowattstunde entscheidend, sondern das Zusammenspiel aus Kilometerstand, Verbrauch und Fahrstrecke.

Für eine grobe Schätzung bei 15.000 km pro Jahr kann man wie folgt vorgehen:

  • Ein Benziner mit einem Verbrauch von etwa 6,5 l/100 km – etwa 1.600–1.900 Euro pro Jahr bei moderaten Benzinpreisen;
  • Diesel mit einem Verbrauch von 5,5–6 l/100 km – etwa 1.400–1.800 Euro, jedoch mit höherer Steuer und möglichen Fahrverboten in der Stadt;
  • Ein Elektroauto mit einem Verbrauch von 17–19 kWh/100 km ist bei der Ladung zu Hause deutlich günstiger und bei regelmäßiger Schnellladung an öffentlichen Ladestationen deutlich teurer.

Wer viel fährt, sollte die Benzinpreise in Deutschland besonders im Auge behalten. Das Tanken auf der Autobahn ist oft teurer als in der Stadt oder in Vororten. Bei Benzinfahrzeugen ist es sinnvoll, die Kompatibilität mit E10 zu prüfen: Wenn der Motor dieses Benzin verträgt, hilft es oft, die Kosten etwas zu senken.

Bei Gasfahrzeugen ist die Situation unterschiedlich. LPG gibt es noch und kann sich bei hoher Kilometerleistung lohnen, aber bei CNG ist Vorsicht geboten: Die Infrastruktur ist weniger gut ausgebaut, und vor dem Kauf sollte man die tatsächlich vorhandenen Tankstellen auf den eigenen Routen prüfen.

Ein Elektroauto ist am günstigsten, wenn eine Ladestation zu Hause, eine Ladestation am Arbeitsplatz oder ein günstiger Tarif zur Verfügung steht. Wenn das Auto fast immer an teuren Schnellladestationen aufgeladen wird, können die Einsparungen im Vergleich zu sparsamem Benzin drastisch sinken.

Hauptuntersuchung, Wartung und Reifen

Die Hauptuntersuchung ist für zugelassene Fahrzeuge obligatorisch. Bei einem neuen Pkw findet die erste HU in der Regel drei Jahre nach der Erstzulassung statt, danach alle zwei Jahre.

Die planmäßigen Wartungsintervalle hängen von der Marke, dem Motor, dem Alter und der Laufleistung ab. Folgende Kosten sollten im Budget eingeplant werden:

  • Öl, Filter, Bremsflüssigkeit und Diagnose;
  • Bremsbeläge und Bremsscheiben;
  • Batterie, Zündkerzen, Riemen, Glühbirnen und Scheibenwischer;
  • Fahrwerk, Stoßdämpfer und Lenkungskomponenten;
  • Reparatur von Elektronik, Sensoren und Fahrerassistenzsystemen;
  • Karosseriearbeiten nach Unfällen.

Bei einem Gebrauchtwagen ist es ratsam, eine jährliche Rücklage für außerplanmäßige Reparaturen zu bilden. Ein einziger Werkstattbesuch kann die Ersparnis durch einen günstigen Kauf leicht zunichte machen, wenn das Fahrzeug versteckte Mängel aufweist.

Bei den Reifen gilt eine situationsabhängige Regel: Bei winterlichen Straßenverhältnissen sind geeignete Winter- oder Ganzjahresreifen erforderlich. Ab Oktober 2024 reicht die Kennzeichnung „M+S“ allein nicht mehr aus; erforderlich ist die „Alpine“-Kennzeichnung mit Berg und Schneeflocke. Dies ist nicht nur im Hinblick auf Bußgelder wichtig, sondern auch hinsichtlich der versicherungsrechtlichen Folgen bei einem Unfall.

Parken und städtische Beschränkungen

In Großstädten wird das Parken zu einem eigenen Kostenfaktor. Es können Kosten für eine Anwohnerparkgenehmigung, die Miete eines Stellplatzes, eine Garage, gebührenpflichtige Parkzonen, das Parken am Arbeitsplatz sowie Bußgelder für Verstöße anfallen.

Wenn das Auto hauptsächlich für den Stadtverkehr benötigt wird, sollte man im Voraus Folgendes prüfen:

  • Gibt es in der Nähe einen Parkplatz für die Nacht?
  • Fällt das Gebiet unter eine Umweltzone?
  • Wird eine Umweltplakette benötigt?;
  • Gibt es Einschränkungen für Dieselfahrzeuge im Zusammenhang mit Dieselfahrverboten;
  • Inwieweit eignen sich kurze Fahrten für den gewählten Motor?

Für Fahrten zur Arbeit ist es sinnvoll, daran zu denken, dass die Fahrtkosten über in der Steuererklärung teilweise geltend gemacht werden können, sofern die Voraussetzungen für solche Ausgaben erfüllt sind.

Ungefähres Jahresbudget

Die folgenden Angaben sind Richtwerte, die den Kaufpreis, Kredite, Leasing, Wertverlust, teure Garagen und schwere Unfälle nicht berücksichtigen. Der tatsächliche Betrag hängt vom Fahrzeug, der Region und dem Fahrer ab.

Szenario Versicherung Steuer Kraftstoff oder Aufladen Wartung, Reifen, HU Gesamtkosten pro Jahr
Kleines Benzinauto, 10.000–12.000 km pro Jahr 400–900 Euro 40–120 Euro 1.000–1.400 Euro 500–1.000 Euro 1.940–3.420 Euro
Familienauto mit Benzin- oder Hybridantrieb, 15.000 km pro Jahr 600–1.400 Euro 80–220 Euro 1.400–2.200 Euro 700–1.500 Euro 2.780–5.320 Euro
Diesel-Crossover, 15.000 km pro Jahr 700–1.600 Euro 200–450 Euro 1.400–1.900 Euro 900–1.800 Euro 3.200–5.750 Euro
Elektroauto mit Ladestation zu Hause, 15.000 km pro Jahr 700–1.600 Euro 0 Euro während der Förderphase 900–1.200 Euro 500–1.000 Euro 2.100–3.800 Euro

Wird ein Neuwagen gekauft, muss zu diesen Beträgen noch der Wertverlust hinzugerechnet werden. Manchmal verändert der Vergleich zwischen Kauf, Leasing und Auto-Abo die Kalkulation stärker als der Unterschied bei Steuern oder Versicherung.

Häufige Fragen

Ist es möglich, nach dem Umzug mit einem Auto mit ausländischem Kennzeichen zu fahren und keine deutschen Kosten zu zahlen?
Für einen dauerhaften Wohnsitz ist ein solches Vorgehen in der Regel riskant. Befindet sich das Fahrzeug tatsächlich in Deutschland und wird dort genutzt, müssen die Vorschriften bezüglich Zulassung, Versicherung und Steuer geprüft werden. Der Versuch, „noch länger mit den alten Kennzeichen zu fahren“, kann zu Problemen mit den Behörden und der Versicherung führen.

Wird eine unfallfreie Fahrzeit aus einem anderen Land angerechnet?
Manchmal ja, aber nur, wenn die Versicherung die Unterlagen akzeptiert. Erforderlich sind eine Bestätigung der bisherigen Police, die Versicherungsdauer und die Schadenshistorie. Am besten sammelt man diese Unterlagen bereits vor dem Umzug oder vor dem Abschluss der ersten deutschen Police.

Was ist in der Stadt günstiger: Benzin, Diesel, Hybrid oder Elektroauto?
Für kurze Fahrten in der Stadt sind kompakte Benziner, Hybrid- oder Elektroautos meist praktischer. Dieselwagen spielen ihre Stärken bei hohen Laufleistungen und langen Strecken aus, doch in der Stadt können ihre Vorteile aufgrund von Steuern, Wartungskosten und Umweltauflagen zunichte gemacht werden.

Lohnt es sich, eine Vollkasko-Versicherung für ein älteres Auto abzuschließen?
Man sollte den Preis der Police mit dem Marktwert des Fahrzeugs vergleichen. Wenn die jährliche Versicherungsprämie im Verhältnis zum Fahrzeugpreis zu hoch ist, reicht oft eine Haftpflicht- oder Teilkasko-Versicherung aus. Bei teuren, neuen, auf Kredit gekauften oder geleasten Fahrzeugen ist eine Vollkasko-Versicherung in der Regel sinnvoller.

Warum erscheint die Wartung in Deutschland so teuer?
Nicht nur die Arbeitsstunden des Mechanikers sind teuer geworden, sondern auch Ersatzteile, Diagnosen, Karosseriereparaturen und Elektronik. Je komplexer ein Fahrzeug ist, desto wichtiger ist es, vor dem Kauf die Wartungshistorie und die typischen Kosten für das jeweilige Modell zu prüfen.

Fazit

Die Unterhaltskosten für ein Auto in Deutschland lassen sich am besten pro Jahr und nicht anhand einzelner Rechnungen berechnen. Zu den Mindestkosten gehören Versicherung, Kfz-Steuer, Kraftstoff oder Aufladen, Hauptuntersuchung (HU), Wartung und Reifen. Bei einem Gebrauchtwagen ist unbedingt eine Rücklage für Reparaturen erforderlich, bei einem Neuwagen muss man den Wertverlust berücksichtigen. Der günstigste Kauf ist nicht immer auch der günstigste Unterhalt.