Studentenwohnheime in Deutschland: So bekommst du einen Platz im Wohnheim
Ein Studentenwohnheim in Deutschland ist in der Regel die naheliegendste Option für die erste Unterkunft eines ausländischen Studierenden: Das Zimmer ist bereits möbliert, die Miete wird oft als Warmmiete inklusive Nebenkosten berechnet, und der Antrag wird über das örtliche Studierendenwerk gestellt. Der größte Nachteil ist, dass es nur wenige Plätze gibt. Daher muss man sich sofort nach der Wahl der Hochschule um eine Unterkunft bemühen, manchmal sogar noch vor der endgültigen Immatrikulation, sofern die Vorschriften der jeweiligen Stadt dies zulassen.
Welche Arten von Wohnheimen gibt es?
In Deutschland gibt es kein einheitliches System zur Vergabe von Wohnheimplätzen für das gesamte Land. Jede Universitätsstadt hat ihre eigenen Regeln, Fristen und Antragsformulare, daher ist der erste Schritt immer der Besuch der Website des örtlichen Studierendenwerks.
Wohnheime des Studierendenwerks
Dies ist die beliebteste Form des studentischen Wohnens. Solche Wohnheime werden in der Regel nicht von der Universität selbst, sondern vom regionalen Studierendenwerk verwaltet, das eine oder mehrere Hochschulen betreut.
Was in der Regel wichtig ist:
- Die Bewerbung erfolgt online über die Website des Studierendenwerks Ihrer Stadt;
- Ein Wohnheimplatz wird auch bei Immatrikulation an der Universität nicht garantiert;
- In beliebten Städten kommt es zu langen Wartelisten, insbesondere vor Beginn des Wintersemesters;
- Ein Teil der Wohnheime steht nur Studierenden bestimmter Hochschulen zur Verfügung;
- Beim Einzug muss in der Regel der Studentenstatus nachgewiesen werden.
Nach Angaben des Deutschen Studierendenwerks bieten die Studierendenwerke rund 196.000 Plätze in mehr als 1.700 Studentenwohnheimen an. Die durchschnittliche Miete in solchen Wohnheimen beträgt etwa 306 Euro pro Monat inklusive Nebenkosten, wobei der konkrete Preis von der Stadt, der Zimmerart und dem Gebäude abhängt.
Private Wohnheime
Private Wohnheime funktionieren wie gewöhnliche Mietobjekte: Sie haben eigene Websites, Mietverträge, Kautionen und Auswahlkriterien. Sie können moderner sein, mehr Serviceleistungen bieten und näher am Campus liegen, sind aber oft teurer als die Wohnheime des Studierendenwerks.
Man kann sie über folgende Wege suchen:
- die Website des Studierendenwerks, falls dort eine Liste privater Partner zu finden ist;
- die Website der Universität im Bereich „Wohnen“ oder „Accommodation“;
- Suchanfragen wie „private Wohnheime“ plus Name der Stadt;
- große Vermietungsplattformen und studentische Wohnungsvermittlungsdienste.
Wie viel kostet ein Platz im Studentenwohnheim?
Richtwerte für Deutschland im Jahr 2026: Ein Wohnheim des Studierendenwerks ist oft günstiger als der private Markt, aber die Preise liegen nicht überall mehr in den alten Spannen von 200 bis 450 Euro. In großen und überhitzten Städten können die Kosten höher sein, in kleinen Universitätsstädten hingegen deutlich niedriger.
Achten Sie beim Vergleich der Angebote nicht nur auf den Preis, sondern auch darauf, was in der Miete enthalten ist:
| Format | Was ist normalerweise enthalten? | Was ist zu beachten? |
|---|---|---|
| Zimmer im Wohnheim des Studierendenwerks | Möbel, Nebenkosten, manchmal Internet | Warteliste, Vertragslaufzeit, Verlängerungsbedingungen |
| Studio oder Einzelwohnung | Eigene Küche oder Kochnische, eigenes Bad | Höherer Preis, weniger Plätze |
| Privates Wohnheim | Möbel, Internet, manchmal Gemeinschaftsbereiche und Dienstleistungen | Kaution, Mindestmietdauer, Nebenkosten |
| WG-Zimmer | Eigenes Zimmer und Gemeinschaftsräume | Gespräche mit den Mitbewohnern erforderlich, nicht immer sind alle Kosten enthalten |
Achten Sie in den Anzeigen auf den Begriff „Warmmiete“: Dabei handelt es sich um eine Miete inklusive Nebenkosten. Strom, Internet, Rundfunkgebühren und andere Kosten sind nicht immer enthalten.
Wer hat Anspruch auf einen Platz?
Meistens sind die Plätze in Studentenwohnheimen für immatrikulierte Studierende der Hochschulen vorgesehen, die von dem jeweiligen Studierendenwerk betreut werden. In vielen Städten werden Anträge auch von folgenden Personengruppen entgegengenommen:
- Austauschstudierende;
- Studienanfänger;
- für Doktoranden und Promovierende, sofern die Wohnvorschriften dies zulassen;
- Schüler des Studienkollegs;
- Teilnehmer an sprachlichen Vorbereitungskursen an der Hochschule, sofern dies in den Bedingungen ausdrücklich angegeben ist.
Das Recht auf Antragstellung bedeutet nicht automatisch einen Anspruch auf ein Zimmer. Einige Studierendenwerke erlauben es, sich bereits vor dem endgültigen Zulassungsbescheid auf die Warteliste setzen zu lassen, während andere verlangen, dass die Immatrikulationsbescheinigung bereits bei der Antragstellung hochgeladen wird.
So bewirbst du dich über das Studierendenwerk
Am besten beginnt man auf der offiziellen Website des Studierendenwerks und nicht bei allgemeinen Anzeigen. Der Ablauf ist in der Regel wie folgt:
- Suchen Sie das Studierendenwerk Ihrer Hochschule. Befindet sich die Hochschule in einer kleinen Stadt, wird sie möglicherweise vom Studierendenwerk einer benachbarten Region betreut.
- Öffnen Sie den Abschnitt „Wohnen“, „Wohnheime“ oder „Accommodation“.
- Prüfen Sie, für welche Hochschulen Wohnheime zur Verfügung stehen und ob eine Bewerbung vor der Immatrikulation möglich ist.
- Wählen Sie mehrere Wohnheime aus, sofern das System die Angabe von Präferenzen zulässt.
- Halten Sie Ihre Passdaten, E-Mail-Adresse, die zukünftige Hochschule, den Studiengang, das Semester des Studienbeginns und gegebenenfalls die Immatrikulationsbestätigung bereit.
- Bestätigen Sie nach der Anmeldung regelmäßig Ihr Interesse, sofern dies gemäß den Regeln der Warteliste erforderlich ist.
- Sucht parallel dazu nach einer WG und einer vorübergehenden Unterkunft, um nicht von einer einzigen Warteliste abhängig zu sein.
Es ist wichtig, nicht bis zum Semesterbeginn zu warten. In Deutschland ist die Nachfrage nach Wohnraum im Wintersemester am höchsten, und für internationale Studierende ist es schwieriger, nach ihrer Ankunft schnell Wohnungsbesichtigungen zu absolvieren.
Welche Wohnbedingungen sind zu erwarten?
Ein Studentenwohnheim in Deutschland muss nicht unbedingt wie ein klassisches Flurwohnheim aussehen. Die Wohnformen können sogar innerhalb eines Gebäudes variieren:
- ein separates, möbliertes Zimmer mit Gemeinschaftsküche und -bad;
- WG-Block für mehrere Personen;
- ein kleines Studio mit eigener Küchenzeile und Dusche;
- Wohnungen für Paare oder Studierende mit Kindern;
- barrierefreie Zimmer für Menschen mit Behinderung.
Zur Grundausstattung gehören in der Regel ein Bett, ein Tisch, ein Stuhl, ein Schrank und Regale. Bettwäsche, Geschirr, Küchenutensilien und kleine Haushaltsgeräte muss man meist selbst kaufen, sofern in der Zimmerbeschreibung nichts anderes angegeben ist.
Studentenwohnheim oder WG: Was soll man wählen?
Eine WG, also eine Wohngemeinschaft, ist eine Wohngemeinschaft, in der jeder Bewohner ein eigenes Zimmer hat, während Küche, Bad und manchmal auch das Wohnzimmer gemeinsam genutzt werden. Für Studierende ist dies nach den Studentenwohnheimen die zweitwichtigste Wohnform.
Ein Studentenwohnheim eignet sich besser, wenn Sie:
- Sie ziehen zum ersten Mal nach Deutschland;
- Sie möchten einen verständlichen Mietvertrag und feste Kosten;
- nicht bereit sind, viele WG-Besichtigungen zu absolvieren;
- Sie suchen ein möbliertes Zimmer in der Nähe des Campus;
- Sie möchten schnell andere Studierende kennenlernen.
Eine WG kann praktischer sein, wenn Sie:
- keinen Platz im Wohnheim erhalten haben;
- Sie möchten sich das Viertel und die Nachbarn aussuchen;
- Sie suchen ein Zimmer für einen kurzen Zeitraum oder eine Zwischenmiete;
- bereit sind, mit Vermietern und Nachbarn auf Deutsch oder Englisch zu kommunizieren;
- Sie befinden sich bereits in der Stadt und können zu Besichtigungen gehen.
In der Praxis ist es besser, sich für ein Studentenwohnheim zu bewerben und gleichzeitig nach einer WG zu suchen. So verringern Sie das Risiko, zu Studienbeginn ohne Unterkunft anzukommen.
Wo man sonst noch nach einer Studentenunterkunft suchen kann
Neben dem Studierendenwerk sollten Sie auch Folgendes prüfen:
- die Seite der Universität für internationale Studierende;
- Anschlagtafeln der Fakultät und der Studentenvertretung;
- WG-Gesucht und andere Plattformen für Zimmer in WGs;
- Gruppen der Stadt und der Universität in sozialen Netzwerken;
- Zwischenmieten für die ersten Wochen;
- Servicepakete für Austauschstudierende, sofern diese von Ihrem Studierendenwerk angeboten werden.
Seien Sie vorsichtig bei Anzeigen, in denen eine Kaution vor der Besichtigung verlangt wird, die Vorlage des Mietvertrags verweigert wird oder Kopien von Dokumenten anstelle einer normalen Kommunikation verschickt werden. In Deutschland sind dies typische Warnsignale.
Häufige Fehler bei der Suche nach einem Wohnheim
- Bewirb dich nur für ein Wohnheim und suche keine Ausweichmöglichkeit.
- Auf den Zulassungsbescheid warten, obwohl das jeweilige Studierendenwerk eine frühzeitige Bewerbung zulässt.
- Bestätigen Sie Ihren Platz in der Warteliste nicht, wenn das System eine regelmäßige Aktualisierung des Antrags verlangt.
- Nur den Preis zu vergleichen, ohne zu prüfen, ob Nebenkosten, Internet und Strom darin enthalten sind.
- Die Vertragslaufzeit ignorieren: Manche Unterkünfte werden nur für eine begrenzte Anzahl von Semestern vergeben.
- Beginne zwei Wochen vor Beginn des Wintersemesters mit der Wohnungssuche.
FAQ
Kann man schon vor der Ankunft in Deutschland einen Wohnheimplatz bekommen?
Ja, viele Bewerbungen werden online eingereicht. Die Bestimmungen hängen jedoch vom jeweiligen Studierendenwerk ab: Manchmal reicht eine geplante Immatrikulation aus, in anderen Fällen ist ein Zulassungsbescheid oder eine Immatrikulationsbescheinigung erforderlich.
Sind Studentenwohnheime in Deutschland kostenlos?
Nein. Es handelt sich um Mietwohnungen, aber die Wohnheime des Studierendenwerks sind in der Regel günstiger als auf dem freien Markt und oft sind die Nebenkosten in der Warmmiete enthalten.
Muss man Student genau dieser Universität sein?
In der Regel ja: Die Wohnheime sind an die Hochschulen gebunden, die von dem jeweiligen Studierendenwerk betreut werden. Wenn es in einer Stadt mehrere Hochschulen gibt, muss die Liste der zugelassenen Hochschulen auf der Website des Wohnheims überprüft werden.
Was tun, wenn es keine Plätze im Studentenwohnheim gibt?
Lassen Sie Ihren Antrag weiterhin in der Warteschlange stehen, suchen Sie aber parallel dazu nach einer WG, einer Zwischenmiete, einem vorübergehenden Zimmer und Angeboten über die Universität. Die erste Unterkunft kann vorübergehend sein: In Deutschland ist es oft einfacher, erst nach der Ankunft und der Anmeldung in der Stadt ein Zimmer für einen längeren Zeitraum zu finden.