So suchst du eine Wohnung in Deutschland: Unterlagen, WG und Mietvertrag
Die Suche nach einer langfristigen Unterkunft in Deutschland beschränkt sich selten darauf, einfach nur eine schöne Wohnung auf einer Website auszuwählen. Es ist wichtig, die verschiedenen Mietarten zu kennen, die erforderlichen Unterlagen vorzubereiten, schnell und höflich auf Anzeigen zu antworten und vor dem Einzug den Mietvertrag sowie den Zustand der Wohnung sorgfältig zu prüfen.
Warum die Wohnungssuche in Deutschland manchmal schwierig ist
Auf beliebten Märkten, insbesondere in Großstädten und Universitätszentren, können sich Dutzende von Bewerbern auf eine einzige Anzeige bewerben. Der Vermieter oder die derzeitigen Mieter achten nicht nur auf das Budget, sondern auch darauf, wie verständlich das Bewerbungsformular ist, wie stabil das Einkommen ist, wie ordentlich die Unterlagen sind und inwieweit der Bewerber zum Wohnformat passt.
Am häufigsten gibt es folgende Varianten:
- eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus;
- ein Zimmer in einer WG (Wohngemeinschaft), also eine Wohngemeinschaft;
- Studentenwohnheim;
- Sozialwohnungen, sofern ein Anspruch auf entsprechende Unterstützung besteht und die erforderlichen Unterlagen vorliegen.
Jede Option erfordert eine andere Strategie. Bei einer Wohnung sind finanzielle Zuverlässigkeit und ein vollständiger Unterlagenpaket wichtiger, bei einer WG die persönliche Verträglichkeit und bei einem Wohnheim die Bewerbungsfristen und die Regeln der jeweiligen Einrichtung.
WG: Was bei der Zimmersuche wichtig ist
Eine WG ist eine Wohnung oder ein Haus, in dem jeder Mitbewohner ein eigenes Zimmer hat, während Küche, Bad und andere Gemeinschaftsbereiche gemeinsam genutzt werden. Diese Wohnform ist oft günstiger als eine eigene Wohnung und kann für Studierende, Praktikanten und Neuzugezogene praktisch sein.
Bei der Bewerbung um einen Platz in einer WG ist es wichtig, nicht nur die Zahlungsfähigkeit, sondern auch die Person hinter der Bewerbung zu präsentieren:
- Wer Sie sind und was Sie beruflich machen;
- warum gerade dieses Zimmer zu Ihnen passt;
- Wie sieht Ihr Tagesablauf aus und wie stehen Sie zu Gemeinschaftsbereichen?;
- Gibt es Erfahrungen mit dem Zusammenleben?
- Welche Interessen, Gewohnheiten und Erwartungen haben Sie an die Nachbarschaft?
In einer WG wählen die Mitbewohner ihren zukünftigen Mitbewohner oft selbst aus. Deshalb funktioniert ein trockener Brief im Stil von „Ich interessiere mich für das Zimmer, wann ist die Besichtigung?“ in der Regel schlechter als eine kurze, lebendige und konkrete Antwort. Bei der Besichtigung sollte man nicht nur Fragen zum Preis und zum Vertrag stellen, sondern auch zu den Hausregeln: Reinigung, Gäste, Ruhezeiten, gemeinsame Kosten und Zeitplan.
Welche Unterlagen sollten im Voraus vorbereitet werden?
Die genaue Liste hängt vom Vermieter, der Stadt und der Art der Wohnung ab, aber in der Regel ist es hilfreich, ein fertiges Dokumentenpaket im PDF-Format bereitzuhalten:
- Personalausweis oder Reisepass;
- Nachweis über Einkommen, Stipendium, Arbeitsvertrag oder Finanzierung;
- eine SCHUFA-Auskunft, sofern diese verfügbar und für Ihre Situation relevant ist;
- eine kurze Selbstvorstellung für die Bewerbung;
- Nachweis über Studium oder Beschäftigung, falls dies für die Unterkunft von Bedeutung ist;
- Bescheinigung über die Mietschuldenfreiheit, falls Sie bereits in Deutschland zur Miete gewohnt haben und Ihr früherer Vermieter bestätigen kann, dass keine Schulden bestehen.
Bei WGs sind die Anforderungen manchmal weniger streng: Eine SCHUFA-Auskunft und ein Einkommensnachweis werden möglicherweise nicht verlangt, insbesondere wenn es sich um Studierende oder eine kurzfristige Untervermietung handelt. In Einzelfällen kann jedoch eine Bürgschaft verlangt werden, zum Beispiel von den Eltern. Versprechen Sie nicht im Voraus Dokumente, die Sie nicht haben: Erklären Sie die Situation lieber ehrlich und bieten Sie einen alternativen Nachweis an.
Wie man auf eine Wohnungsanzeige antwortet
Eine gute Antwort sollte kurz, konkret und auf die Anzeige zugeschnitten sein. Darin sollten folgende Angaben enthalten sein:
- Wer wird in der Wohnung oder im Zimmer wohnen?
- Ab wann suchen Sie eine Wohnung?;
- Was machen Sie beruflich und wie finanzieren Sie die Miete?;
- Warum passt diese Immobilie zu Ihnen?;
- Welche Unterlagen sind nach der ersten Kontaktaufnahme zur Übersendung bereit?
Versenden Sie nicht an alle denselben Text ohne Änderungen. Betonen Sie bei einer Einzelwohnung die Zuverlässigkeit und verständliche Unterlagen. Fügen Sie bei einer WG ein paar persönliche Details hinzu, die den Mitbewohnern helfen, sich das Zusammenleben vorzustellen. Überfrachten Sie die Nachricht dabei nicht mit einer langen Biografie: Der Empfänger sollte weniger als eine Minute zum Lesen benötigen.
Was man vor der Unterzeichnung des Mietvertrags prüfen sollte
Der Mietvertrag ist ein Vertrag, den man erst nach sorgfältiger Lektüre unterschreiben sollte. Wenn Ihre Deutschkenntnisse noch nicht so gut sind, bitten Sie eine vertrauenswürdige Person, den Vertrag gemeinsam mit Ihnen durchzulesen, oder lassen Sie sich von einem Mietexperten beraten.
Prüfen Sie vor der Unterzeichnung:
- Höhe der Kaltmiete, der Nebenkosten und der Warmmiete;
- Mietdauer und Kündigungsbedingungen;
- Wer ist der Vermieter und wer ist berechtigt, den Vertrag zu unterzeichnen?
- Regeln zur Kaution;
- Bedingungen für Reparaturen, kleinere Schäden und die Wohnungsübergabe;
- Was genau gehört zur Wohnung dazu: Möbel, Haushaltsgeräte, Keller, Parkplatz;
- Gibt es Einschränkungen hinsichtlich Untervermietung, Haustieren oder der Anmeldung unter dieser Adresse?
Bei der Wohnungsvermietung in Deutschland ist die Kaution gemäß § 551 BGB in der Regel auf drei Nettokaltmieten begrenzt. Wenn im Vertrag oder im Schriftverkehr mehr verlangt wird, eine Überweisung vor der Besichtigung gefordert wird oder mit Dringlichkeit Druck ausgeübt wird, ist das ein Grund, innezuhalten und die Situation noch einmal zu überprüfen.
Übergabeprotokoll: Warum das Übergabeprotokoll wichtig ist
Bei Einzug empfiehlt es sich, ein Übergabeprotokoll zu erstellen – ein Protokoll über die Übergabe der Wohnung oder des Zimmers. Darin werden der Zustand der Wohnung, die Zählerstände, die Anzahl der Schlüssel sowie Mängel, Flecken, Risse und Beschädigungen festgehalten. Machen Sie zusätzlich vor Einzug Fotos und bewahren Sie diese zusammen mit der Korrespondenz auf.
Das ist keine Formalität. Wenn Schäden beim Einzug nicht festgehalten werden, kann es beim Auszug schwieriger sein, nachzuweisen, dass sie nicht durch Ihr Verschulden entstanden sind. Überprüfen Sie besonders sorgfältig Fenster, Sanitäranlagen, Fußböden, Wände, Haushaltsgeräte und Spuren von Feuchtigkeit.
Häufige Fehler bei der Suche
- auf Anzeigen zu reagieren, ohne die Unterlagen vorbereitet zu haben;
- einen zu allgemeinen Text zu verfassen, der nicht auf die Anzeige eingeht;
- Geld zu überweisen, bevor der Vertrag unterzeichnet und der Vermieter überprüft wurde;
- den Mietvertrag nicht vollständig zu lesen;
- den Zustand der Wohnung beim Einzug nicht festzuhalten;
- die Hausordnung in der WG zu ignorieren;
- Bedingungen zu akzeptieren, die unverständlich sind oder ungewöhnlich erscheinen.
Kurze Checkliste
- Legen Sie die Wohnform fest: Wohnung, WG, Wohnheim oder Sozialwohnung.
- Stellen Sie die Unterlagen zusammen und speichern Sie sie in einem einzigen PDF-Dokument.
- Bereiten Sie verschiedene Antwortvorlagen für Wohnungen und WGs vor.
- Überprüfen Sie den Vermieter, die Adresse und die Zahlungsbedingungen.
- Lesen Sie den Mietvertrag vor der Unterzeichnung sorgfältig durch.
- Halten Sie den Zustand der Wohnung im Übergabeprotokoll und auf Fotos fest.
Die Wohnungssuche in Deutschland erfordert Geduld und Sorgfalt. Je klarer Ihre Bewerbung ist und je besser Ihre Unterlagen vorbereitet sind, desto höher ist die Chance, die erste Auswahlrunde zu bestehen und problemlos zur Besichtigung, zum Vertragsabschluss und zum Einzug überzugehen.