So sucht man eine Wohnung in Deutschland: Websites, Dokumente und WBS
Die Wohnungssuche in Deutschland sollte man besser nicht mit dem endlosen Durchblättern von Anzeigen beginnen, sondern mit der Vorbereitung: das Budget festlegen, Stadtteile auswählen, Unterlagen zusammenstellen und schnelle Antworten auf mehreren Plattformen einrichten. In Großstädten ist die Konkurrenz groß, daher gewinnt nicht derjenige, der die „perfekte“ Wohnung gefunden hat, sondern derjenige, der schnell und sorgfältig auf passende Angebote reagiert.
Wie beginnt man die Wohnungssuche?
Legen Sie ein realistisches Budget fest
Berechnen Sie zunächst, wie viel Sie regelmäßig für eine Wohnung aufbringen können. In den Anzeigen finden sich in der Regel verschiedene Kennzahlen:
- Kaltmiete – Grundmiete ohne Nebenkosten;
- Nebenkosten – zusätzliche Kosten, zum Beispiel Hausverwaltung, Wasser, Müllabfuhr;
- Warmmiete – Miete inklusive Nebenkosten, jedoch nicht immer inklusive Strom, Internet und Heizung;
- Kaution – eine Sicherheitsleistung, die oft bis zu mehreren Monatsmieten ohne Nebenkosten beträgt.
Die Preise variieren stark zwischen den Städten und Stadtteilen. In Berlin, Hamburg, München und anderen großen Ballungszentren sind in der Regel mehr Zeit, Unterlagen und schnelle Reaktionen erforderlich. Wenn es die Arbeit oder das Studium zulassen, lohnt es sich, sofort benachbarte Städte und Stadtteile mit guter Verkehrsanbindung zu vergleichen.
Legen Sie vor dem Reagieren auf Angebote Ihre Kriterien fest
Notieren Sie sich Ihre Mindestanforderungen, um keine Zeit mit ungeeigneten Angeboten zu verschwenden:
- Stadt, Stadtteil und Entfernung zur Arbeit, zur Hochschule oder zur Schule;
- maximale Warmmiete;
- Anzahl der Zimmer und Mindestfläche;
- Etage, Aufzug, Balkon, Keller, Fahrradstellplatz oder Parkplatz;
- Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln, Geschäften, Kindergarten, Schule oder Arzt;
- Bereitschaft zu einer Wohngemeinschaft, einer befristeten Miete oder einer Wohnung außerhalb der Stadt.
In Deutschland wird die Anzahl der Zimmer in der Regel anders gezählt als in einigen anderen Ländern: Das Wohnzimmer wird oft zu den Zimmern gezählt, während Küche und Bad normalerweise nicht als separate Wohnräume gelten.
Wo man eine Wohnung sucht
Es lohnt sich, die wichtigsten Portale parallel zu nutzen, da sich die Anzeigen oft nicht überschneiden:
- Immowelt – Wohnungen und Häuser zur Miete und zum Verkauf;
- Immobilienscout24 – eines der bekanntesten Immobilienportale;
- Websites städtischer Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften;
- lokale Gruppen, Anzeigenportale, Universitätskanäle und Empfehlungen von Bekannten;
- Immobilienagenturen, sofern Sie bereit sind, eine mögliche Provision und die Vertragsbedingungen in Kauf zu nehmen.
Richten Sie Filter und Benachrichtigungen ein. In beliebten Städten kann ein Vermieter innerhalb kurzer Zeit Dutzende oder Hunderte von Anfragen erhalten, daher bedeutet eine langsame Reaktion oft, dass die Anzeige bereits geschlossen ist.
Wie man ein Mieterprofil erstellt
Eine gute Antwort sollte kurz, höflich und konkret sein. Geben Sie an, wer in der Wohnung wohnen wird, was Sie beruflich machen, ab wann Sie einziehen können und welche Unterlagen Sie vorlegen können.
Meistens fragen Vermieter oder Verwaltungsgesellschaften nach:
- eine Kopie des Reisepasses oder eines anderen Ausweisdokuments;
- Einkommensnachweis, zum Beispiel Gehaltsabrechnungen oder Arbeitsvertrag;
- SCHUFA-Auskunft, sofern bereits verfügbar;
- Mietschuldenfreiheitsbescheinigung – eine Bescheinigung des vorherigen Vermieters über das Nichtvorliegen von Mietschulden, sofern diese erhältlich ist;
- für Studierende: Nachweis über das Studium, Stipendien, Bürgschaften oder andere Finanzierungsquellen;
- Für Leistungsempfänger: Unterlagen vom Jobcenter oder Sozialamt, falls die Wohnung deren Anforderungen entsprechen muss.
Senden Sie keine sensiblen Dokumente an irgendjemanden, bevor Sie die Wohnung besichtigt und den Vermieter überprüft haben. Für den ersten Kontakt reicht in der Regel eine kurze Vorstellung und die Bereitschaft aus, Dokumente auf Anfrage vorzulegen.
WBS und Sozialwohnungen
Wenn Ihr Einkommen gering ist, prüfen Sie Ihren Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein (WBS) – ein Dokument, das Ihnen Zugang zu einem Teil des geförderten Wohnungsangebots verschafft. Der WBS garantiert zwar keine Wohnung, ermöglicht es Ihnen aber, auf Anzeigen zu reagieren, in denen ausdrücklich angegeben ist, dass ein solches Dokument erforderlich ist.
In der Regel kommt das WBS für Menschen mit geringem Einkommen, Arbeitslose, Rentner, bestimmte Studierende, Familien und Personen, die Sozialhilfe beziehen, in Frage. Die genauen Regelungen hängen vom Bundesland und der Gemeinde ab.
Was man im Jahr 2026 unbedingt prüfen sollte:
- aktuelle Einkommensgrenzen – Einkommensobergrenzen für Ihre Haushaltszusammensetzung;
- Welche Art von WBS kommt in Frage, z. B. ein normales WBS oder ein WBS mit erhöhtem Einkommenslimit;
- Wie viele Zimmer oder welche Wohnfläche sind für Ihre Haushaltsgröße zulässig?
- Werden Anträge online entgegengenommen oder muss man sich an das örtliche Wohnungsamt wenden?
- Welche Anforderungen gelten für Personen mit einer Aufenthaltserlaubnis oder einem anderen Aufenthaltsstatus?
In Berlin weisen die offiziellen Stellen darauf hin, dass die Höhe des zulässigen Einkommens von der Haushaltszusammensetzung und der jeweiligen WBS-Kategorie abhängt. Daher sollte man sich besser nicht an alten, festen Beträgen aus Artikeln orientieren, sondern die aktuelle Tabelle auf der Website der Stadt überprüfen oder sich beim Wohnungsamt erkundigen.
Wie man seine Chancen auf eine Antwort erhöht
- Bereiten Sie einen Standardtext für Ihre Antwort auf Deutsch vor und passen Sie ihn an die jeweilige Wohnung an.
- Reagieren Sie schnell, aber versenden Sie keine identischen Nachrichten ohne Details.
- Speichern Sie Ihre Unterlagen in einem einzigen PDF-Paket, um sie nach der Besichtigung schnell versenden zu können.
- Kommen Sie pünktlich zur Besichtigung und bereiten Sie im Voraus Fragen zu Nebenkosten, Heizung, Internet, Kaution und Einzugstermin vor.
- Beschränken Sie sich nicht auf ein einziges Portal: Beziehen Sie Wohnungsbaugesellschaften, Genossenschaften und lokale Kanäle mit ein.
- Ziehen Sie eine vorübergehende Unterkunft für die ersten Monate in Betracht, wenn der Umzug bereits kurz bevorsteht und es schwierig ist, eine dauerhafte Wohnung zu finden.
Worauf Sie vor der Vertragsunterzeichnung achten sollten
Prüfen Sie vor der Unterzeichnung:
- Wie hoch sind die angegebenen Beträge für Kaltmiete, Nebenkosten und Kaution?
- Gibt es eine Staffelmiete oder Indexmiete, also einen Mechanismus für zukünftige Mieterhöhungen?
- Wer bezahlt Strom, Heizung, Internet und Rundfunkbeitrag?
- In welchem Zustand wird die Wohnung übergeben und gibt es ein Übergabeprotokoll?
- Sind Haustiere erlaubt, sind Renovierungen möglich oder darf man ein Zimmer untervermieten?
- Stimmt der Vermieter oder die Verwaltungsgesellschaft mit den Angaben im Vertrag überein?
Überweisen Sie die Kaution oder die erste Miete erst, nachdem Sie den Vertrag, die Identität des Vermieters und dessen Recht zur Vermietung der Wohnung gründlich geprüft haben. Wenn das Angebot im Vergleich zum Markt zu günstig erscheint und man Sie zur Überweisung drängt, sollten Sie lieber innehalten und die Angaben noch einmal überprüfen.
Häufige Fehler bei der Suche
- nur im Zentrum einer Großstadt suchen;
- sich an der Kaltmiete orientieren und die Nebenkosten außer Acht lassen;
- eine leere Antwort ohne Angaben zu Ihrer Person zu senden;
- auf die perfekte Wohnung zu warten und dabei normale Wohnungen zu übersehen;
- alte WBS-Daten zu verwenden, ohne sie vor Ort zu überprüfen;
- Senden Sie die vollständigen Unterlagen an unbekannte Kontakte;
- einen Vertrag zu unterzeichnen, ohne sich über Mietsteigerungen und Nebenkosten im Klaren zu sein.
Kurze Checkliste
- Das Budget wird anhand der Warmmiete berechnet, nicht nur anhand der Kaltmiete.
- Stadtteile und Verkehrsanbindung sind im Voraus geprüft.
- Benachrichtigungen auf Immowelt, Immobilienscout24 und anderen Kanälen sind aktiviert.
- Eine kurze Antwort und die grundlegenden Unterlagen sind vorbereitet.
- Bei geringem Einkommen wird der Anspruch auf WBS beim örtlichen Wohnungsamt geprüft.
- Vertrag und Zahlungen werden vor der Überweisung geprüft.