Zulassung an deutschen Hochschulen: Studienkolleg, NC, TestAS und Unterlagen
Die Zulassung an einer deutschen Hochschule ist für ausländische Studienbewerber möglich, doch der Weg dorthin hängt vom Schulabschluss, dem Bildungsland, dem gewählten Studiengang, der Unterrichtssprache und den Bestimmungen der jeweiligen Hochschule ab. Es ist wichtig, nicht mit der allgemeinen Frage „Werde ich in Deutschland zugelassen?“ zu beginnen, sondern zu prüfen, ob Ihr Bildungsabschluss direkten Zugang zum deutschen Hochschulwesen ermöglicht oder ob zunächst ein Studienkolleg erforderlich ist.
Wie sind die Bildungsstufen aufgebaut?
Im deutschen Hochschulsystem sieht der grundlegende Bildungsweg in der Regel wie folgt aus:
- Bachelor – die erste Stufe der Hochschulbildung;
- Master – die nächste Stufe, für die fast immer ein fachspezifischer Bachelor-Abschluss erforderlich ist;
- Staatsexamen – ein eigenständiges Format für bestimmte reglementierte Berufe, beispielsweise Medizin, Jura, Pharmazie und Lehramt in einigen Bundesländern.
Für ein Masterstudium ist nicht nur der Bachelor-Abschluss selbst wichtig, sondern auch der Inhalt des vorherigen Studiengangs. Die Universität prüft Module, ECTS-Punkte, das Fächerprofil, den Notendurchschnitt, die Sprache und zusätzliche Anforderungen. Daher erscheint die Kombination „Wirtschaftswissenschaften -> Management“ in der Regel logischer als ein abrupter Fachwechsel ohne die erforderlichen ECTS-Punkte.
Erster Schritt: Die Anerkennung des Schulabschlusses prüfen
Für ein Bachelorstudium ist die entscheidende Frage, ob Ihr Schulabschluss als Hochschulzugangsberechtigung anerkannt wird, also das Recht auf Zulassung zu einer Hochschule. Dies sollten Sie über die DAAD-Zulassungsdatenbank, ANABIN oder anhand der Anforderungen der jeweiligen Hochschule überprüfen. Die Informationen in den Datenbanken helfen Ihnen bei der Orientierung, aber die endgültige Entscheidung trifft die Hochschule, uni-assist oder eine andere zuständige Stelle.
Es gibt drei grundlegende Szenarien:
| Situation | Was passiert normalerweise |
|---|---|
| Das Abitur ermöglicht den direkten Zugang | Man kann sich direkt für einen Bachelor-Studiengang bewerben, sofern die sprachlichen und fachlichen Voraussetzungen erfüllt sind. |
| Das Abitur gewährt eingeschränkten Zugang | Der Zugang kann an bestimmte Fachrichtungen oder zusätzliche Bedingungen gebunden sein. |
| Das Abitur gewährt keinen direkten Zugang | In der Regel sind ein Studienkolleg und das Bestehen der Feststellungsprüfung (FSP) erforderlich. |
Studienkolleg und FSP
Das Studienkolleg ist ein Vorbereitungsjahr vor dem Studium für Studienbewerber, deren Schulabschluss keinen direkten Zugang zum deutschen Bachelorstudium ermöglicht. Am Ende der Ausbildung wird die Feststellungsprüfung (FSP) abgelegt. Eine erfolgreich bestandene FSP bestätigt die Studierfähigkeit in Deutschland für die entsprechende Fachrichtung.
Die Wahl des Studienkolleg-Kurses richtet sich nach dem zukünftigen Studienfach. Die Bezeichnungen und das Kursangebot können leicht variieren, doch am häufigsten finden sich folgende Fachrichtungen:
- T-Kurs – technische, mathematische und naturwissenschaftliche Studiengänge;
- M-Kurs – Medizin, Biologie, Pharmazie und verwandte Fachrichtungen;
- W-Kurs – Wirtschaft und Sozialwissenschaften;
- G-Kurs oder S-Kurs – geisteswissenschaftliche, sprachliche und gesellschaftswissenschaftliche Fachrichtungen.
Die Aufnahmeprüfungen für das Studienkolleg hängen vom Studiengang und der jeweiligen Einrichtung ab. Häufig werden die Deutschkenntnisse geprüft, bei technischen, medizinischen und wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen zusätzlich Mathematik; manchmal kommen Naturwissenschaften oder andere Fächer hinzu.
Was ist die Zulassungsbeschränkung (NC) und warum sind Noten wichtig?
NC, kurz Numerus Clausus, bezeichnet eine Zulassungsbeschränkung für einen Studiengang. Wenn es mehr Bewerbungen als Studienplätze gibt, wählt die Hochschule die Bewerber nach festgelegten Kriterien aus. Der Notendurchschnitt spielt dabei eine große Rolle, insbesondere in beliebten Studiengängen. Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie gehören zu den Studiengängen mit besonders starkem Wettbewerb und eigenen Regeln für die Vergabe der Studienplätze.
Schlechte Noten versperren nicht immer den Weg an eine deutsche Hochschule, aber sie schränken die Auswahl ein. Ein praktischer Ansatz ist es, nach Studiengängen ohne Zulassungsbeschränkung (zulassungsfrei) zu suchen, weniger überlaufene Städte in Betracht zu ziehen, Bewerbungen bei mehreren Hochschulen einzureichen und die Auswahlkriterien für jeden Studiengang im Voraus zu prüfen.
TestAS: Wann ist er sinnvoll?
Der TestAS ist ein standardisierter Test zur Feststellung der akademischen Eignung für ausländische Studienbewerber. Er ersetzt nicht die Anerkennung des Schulabschlusses und berechtigt für sich genommen nicht zur Zulassung. Seine Bedeutung hängt von der Hochschule und dem Studiengang ab: An manchen Hochschulen ist das TestAS-Ergebnis zwingend erforderlich, an anderen verschafft es einen Vorteil im Auswahlverfahren, und an wieder anderen wird es gar nicht berücksichtigt.
Prüfen Sie vor der Anmeldung zum TestAS die Seite des von Ihnen gewählten Studiengangs. Wenn die Hochschule den TestAS nicht im Auswahlverfahren verwendet, hat das Zertifikat möglicherweise keinen Einfluss auf die Zulassungsentscheidung.
Wo muss man die Unterlagen einreichen?
Der Weg zur Bewerbung hängt von der Staatsangehörigkeit, dem Ausbildungsland, dem Bildungsniveau und dem Studienfach ab. In der Regel gibt es drei Möglichkeiten:
- direkt an die Universität;
- über uni-assist;
- über die Stiftung für Hochschulzulassung für einzelne Studiengänge mit bundesweiten Zulassungsbeschränkungen.
Der richtige Weg lässt sich nicht allein anhand der Bezeichnung des Studienfachs zuverlässig bestimmen. Rufen Sie immer die Seite des jeweiligen Studiengangs und den Abschnitt „Bewerbung/Zulassung“ für ausländische Studienbewerber auf.
Die am häufigsten benötigten Unterlagen
Die genaue Liste wird von der jeweiligen Hochschule festgelegt, aber in der Regel werden folgende Fächer unterrichtet:
- Schulzeugnis und Zeugnisanhang mit Noten;
- Abschlusszeugnis und Leistungsnachweis, falls bereits ein Hochschulabschluss vorliegt;
- Übersetzung und Beglaubigung von Dokumenten, falls erforderlich;
- Nachweis der Deutsch- oder Englischkenntnisse;
- Lebenslauf, Motivationsschreiben oder Portfolio, sofern diese in den Anforderungen angegeben sind;
- das TestAS-Ergebnis, sofern es für den Studiengang erforderlich ist oder berücksichtigt wird;
- Passdaten und das ausgefüllte Online-Bewerbungsformular.
Für ein Masterstudium wird zusätzlich der Inhalt des Bachelorstudiums geprüft: Module, ECTS, Schwerpunktfächer, Thema der Abschlussarbeit, Berufserfahrung und manchmal auch Empfehlungen.
Wie man seine Chancen auf einen Studienplatz erhöht
- Beginnen Sie damit, die Anerkennung Ihres Schulabschlusses über den DAAD/anabin und die Website der ausgewählten Hochschule zu überprüfen.
- Erstellen Sie eine Liste der Studiengänge: getrennt nach NC, zulassungsfrei und Studiengängen mit zusätzlicher Auswahl.
- Bewerben Sie sich an mehreren Hochschulen, sofern die Voraussetzungen dies zulassen.
- Bereiten Sie sich für das Studienkolleg auf Deutsch und die Fachfächer vor, nicht nur auf die allgemeinen Unterlagen.
- Rechnen Sie nicht damit, dass der TestAS automatisch „die Punktzahl erhöht“: Er wird nur dort berücksichtigt, wo dies ausdrücklich angegeben ist.
- Prüfen Sie die Fristen auf der Website der Hochschule: Die Fristen unterscheiden sich für das Winter- und das Sommersemester und sind für internationale Studierende oft früher.
Häufige Fehler
Einen Masterstudiengang ohne ECTS-Prüfung auswählen
Der Name des Bachelor-Studiengangs mag ähnlich klingen, aber die Hochschule achtet auf die konkreten Module. Wenn es an fachspezifischen Leistungspunkten mangelt, kann die Bewerbung selbst bei einem guten Notendurchschnitt abgelehnt werden.
Bewerben Sie sich nur an einer Hochschule
Selbst ein starker Bewerber kann bei einem beliebten Studiengang im Auswahlverfahren durchfallen. Es ist besser, mehrere realistische Optionen zu haben.
„Zulassungsfrei“ als garantierte Zulassung betrachten
Das Fehlen einer Zulassungsbeschränkung hebt die grundlegenden Anforderungen nicht auf: Ein anerkannter Bildungsnachweis, Sprachkenntnisse, der korrekte Bewerbungsweg und ein vollständiger Satz an Unterlagen sind dennoch zwingend erforderlich.
Beglaubigungen und Übersetzungen aufschieben
Die Beschaffung der Unterlagen nimmt oft Zeit in Anspruch: Übersetzungen, notarielle Beglaubigungen, Apostillen oder beglaubigte Kopien sollten nicht erst in den letzten Tagen vor Ablauf der Frist erledigt werden.
FAQ
Kann man sich nach dem Schulabschluss in Deutschland einschreiben?
Ja, wenn Ihr Schulabschluss direkten Zugang zu einer deutschen Hochschule gewährt. Wenn kein direkter Zugang besteht, ist in der Regel ein Studienkolleg und eine erfolgreiche FSP erforderlich.
Ist das Studienkolleg für alle Ausländer obligatorisch?
Nein. Es ist nicht für alle erforderlich, sondern nur für diejenigen, deren bisherige Ausbildung nicht als ausreichend für die direkte Zulassung zum Bachelorstudium anerkannt wird.
Ist der TestAS obligatorisch?
Nicht immer. Es wird von einzelnen Hochschulen und Studiengängen verlangt oder berücksichtigt. Man sollte die jeweilige Zulassungsseite überprüfen.
Kann man sich mit einem niedrigen Notendurchschnitt für ein Medizinstudium bewerben?
In den medizinischen Studiengängen ist die Konkurrenz in der Regel sehr groß und die Auswahlkriterien sind streng. Die Realitätsnähe einer Zulassung sollte anhand der offiziellen Kriterien des aktuellen Zulassungsverfahrens beurteilt werden und nicht anhand allgemeiner Ratschläge.