So sortiert man Müll in Deutschland: Mülltonnen, Pfand und Sonderabfälle

So sortiert man Müll in Deutschland: Mülltonnen, Pfand und Sonderabfälle

Die Mülltrennung in Deutschland wird als „Mülltrennung“ bezeichnet. Sie dient nicht nur der „Alibifunktion“: Von der korrekten Trennung der Abfälle hängt die Verwertung von Verpackungen, Papier, Glas, Bioabfällen und Elektronik ab. Für Neulinge erscheint das System kompliziert, da sich die Regeln von Stadt zu Stadt unterscheiden, aber die grundlegende Logik ist fast überall dieselbe: Papier separat, Verpackungen separat, Glas separat, Bioabfälle separat, alles andere in den Restmüll.

Die genauen Details sollten Sie immer bei Ihrem örtlichen Entsorgungsunternehmen oder im Abfallkalender Ihrer Stadt nachfragen: Die Farbe der Tonne, der Abholtag sowie die Regeln für Bioabfälle und Sperrmüll können sich sogar zwischen benachbarten Stadtteilen unterscheiden.

Quelle: Destatis

Welche Mülltonnen gibt es normalerweise vor dem Haus?

In Mehrfamilienhäusern stehen meist 3–4 Arten von Containern bereit:

  • blaue Tonne – Papier/Pappe/Karton;
  • gelbe Tonne oder Gelber Sack – leichte Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundwerkstoffen;
  • braune oder grüne Tonne – Bioabfall, sofern dies in Ihrem Haushalt vorgesehen ist;
  • schwarze oder graue Tonne – Restmüll.

Am besten sortiert man gleich in der Küche: eine separate Tüte für Verpackungen, eine Schachtel für Papier, einen kleinen Eimer für Bioabfälle und einen separaten Platz für Pfandflaschen. Wenn man alles in eine Tüte wirft, wird der Müll möglicherweise nicht abgeholt, und bei regelmäßigen Verstößen kann es zu Beanstandungen seitens der Hausverwaltung oder der Stadt kommen.

Blaue Tonne: Papier und Pappe

Quelle: Awista

In die blaue Tonne gehören saubere Papier- und Kartonabfälle.

Was darf man entsorgen?

  • Zeitungen, Zeitschriften, Werbeprospekte;
  • Briefe und Umschläge;
  • Papiertüten;
  • Kartons und Verpackungen aus Pappe;
  • Eierkartons aus Papier;
  • sauberes Verpackungspapier.

Was nicht erlaubt ist

  • verschmutzte Pizzakartons mit Fett und Essensresten;
  • Papierhandtücher, Servietten und Taschentücher;
  • Kassenzettel aus Thermopapier;
  • Tapeten;
  • Tetrapacks und Getränketüten;
  • Papierbecher mit Kunststoffbeschichtung, sofern die örtlichen Vorschriften nichts anderes vorsehen.

Große Versandkartons müssen in der Regel zusammengeklappt werden. Wenn sie nicht in die Tonne passen, suchen Sie nach einem Container für Kartonagen oder einer Wertstoffsammelstelle.

Gelbe Tonne oder Gelber Sack: Verpackungen

Quelle: Awista

In die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack gehören leere Verpackungen, die weder zu Papier noch zu Glas gehören. Dies ist kein „Plastikbehälter für sämtlichen Kunststoff“, sondern in erster Linie ein Behälter für Verpackungen.

Was darf man entsorgen?

  • Kunststoffverpackungen von Joghurt, Käse, Kosmetika und Haushaltschemikalien;
  • Plastikflaschen ohne Pfand;
  • Blech- und Aluminiumdosen ohne Pfand;
  • Aluminiumfolie und Verschlusskappen;
  • Tetrapaks und andere Getränkekartons;
  • Blisterverpackungen und leichte Verbundverpackungen;
  • Verpackungen aus Expandiertem Polystyrol, sofern es sich tatsächlich um Verpackungsmaterial handelt.

Verpackungen müssen restleer sein – also ohne Inhalt. Es ist nicht erforderlich, sie gründlich zu reinigen, aber Essensreste sollten besser entfernt werden. Deckel aus anderem Material sollten getrennt werden: So können die Sortieranlagen Kunststoff, Metall und Verbundstoffe leichter trennen.

Was nicht erlaubt ist

  • Papier, Pappe und Glas;
  • Batterien und Akkus;
  • Glühbirnen;
  • Spielzeug, Zahnbürsten, Plastikgeschirr und andere Gegenstände, die keine Verpackungen sind, falls es in Ihrer Stadt keine Wertstofftonne gibt;
  • verschmutzte Verpackungen mit Resten des Inhalts.

Wenn auf der Tonne „Wertstofftonne“ steht, können die örtlichen Vorschriften möglicherweise mehr Gegenstände aus Metall und Kunststoff zulassen. Informieren Sie sich auf der Website der Stadt oder anhand des Aufklebers auf der Tonne.

Braune oder grüne Tonne: Bioabfälle

Quelle: Awista

Die Biotonne ist für organische Küchen- und Gartenabfälle vorgesehen. Die getrennte Sammlung von Bioabfällen ist gesetzlich vorgeschrieben, die konkrete Umsetzung hängt jedoch von der jeweiligen Stadt, dem Wohnhaus und der Hausverwaltung ab.

Was darf man entsorgen?

  • Obst- und Gemüsereste;
  • Kaffeesatz und Papierfilter;
  • Teeblätter und Teebeutel ohne Kunststoffteile;
  • Eierschalen;
  • kleine Essensreste, sofern dies vom örtlichen Entsorgungsunternehmen erlaubt ist;
  • Blumen, Laub, Gras und kleine Gartenabfälle.

Was nicht erlaubt ist

  • Plastiktüten, einschließlich vieler „biologisch abbaubarer“ Tüten, sofern die Stadt diese nicht annimmt;
  • Streu für Haustiere;
  • Asche;
  • Erde, Steine und Bauschutt;
  • große Äste und Gartenabfälle, die über die örtliche Höchstmenge hinausgehen;
  • flüssige Speisereste.

In einigen Städten werden Fleisch, Fisch oder Kochreste angenommen, in anderen wird darum gebeten, diese in den Restmüll zu entsorgen. Bei der Biotonne ist es besonders wichtig, die örtlichen Hinweise zu beachten.

Graue oder schwarze Tonne: Restmüll

Quelle: Awista

Restmüll ist der Restabfall, der sich nicht für die übliche Verwertung eignet und keine spezielle Entsorgung erfordert.

Dorthin gehören in der Regel:

  • Hygieneartikel und Windeln;
  • Staubbehälter und Abfall nach der Reinigung;
  • verschmutztes Papier und fettige Servietten;
  • Asche nach vollständiger Abkühlung;
  • kleine Mengen zerbrochener Keramik und Porzellan;
  • Streu für Haustiere;
  • kleine Haushaltsgegenstände, die keine Verpackungen sind und nicht zur Elektronik gehören.

Werfen Sie keine Batterien, Akkus, Glühbirnen, Elektronikgeräte, Farben, Lösungsmittel, Arzneimittel mit besonderen Anforderungen und gefährliche Abfälle in den Restmüll.

Glas: getrennte Container nach Farben

Quelle: Awista

Flaschen und Dosen ohne Pfand werden in die Altglascontainer auf der Straße geworfen. Glas wird nach Farben sortiert:

  • Weißglas – transparentes Glas;
  • Braunglas – braunes Glas;
  • Grünglas – grünes, blaues und anderes farbiges Glas.

Entfernen Sie vor dem Wegwerfen die Deckel, sofern dies möglich ist: Metall- und Kunststoffdeckel gehören in die gelbe Tonne. Die Etiketten müssen nicht abgezogen werden.

Werfen Sie keine Pfandflaschen in den Altglascontainer: Sie verlieren sonst Ihr Pfand. Auch Fensterscheiben, Spiegel, Lampen, Keramik und Porzellan gehören nicht dorthin.

Pfand: Welche Flaschen werden in den Automaten zurückgegeben?

Pfand ist eine Kaution für eine Flasche oder Dose. Man zahlt es beim Kauf eines Getränks und erhält es zurück, wenn man die Leergutflaschen in einen Automaten oder an der Kasse abgibt.

Wichtige Anhaltspunkte:

Verpackung Typisches Pfand
Einweg-Kunststoff und Dosen mit Pfandlogo 25 Cent
Mehrweg-Bierflaschen aus Glas oft 8 Cent
Andere Mehrwegflaschen oft 15 Cent, manchmal ein anderer Pfandbetrag

Achten Sie bei Einwegverpackungen auf das Einwegpfand-Zeichen. Weinflaschen und Flaschen für hochprozentigen Alkohol sind in der Regel pfandfrei und gehören in den Altglascontainer, sofern sie keine Pfandkennzeichnung tragen.

Das System wird ausführlich in einem separaten Artikel beschrieben: [[How does Pfand in Germany Work [A Detailed Guide] | So funktioniert das Pfand in Deutschland]].

Elektronik, Batterien und Glühbirnen

Quelle: Awista

Elektronik darf nicht in den normalen Hausmüll geworfen werden. Das Symbol mit der durchgestrichenen Mülltonne bedeutet, dass das Gerät separat abgegeben werden muss.

Wo kann man den Müll abgeben:

  • Wertstoffhof oder Recyclinghof Ihrer Stadt;
  • Elektronikgeschäfte wie beispielsweise MediaMarkt und Saturn, sofern sie zur Rücknahme solcher Geräte verpflichtet sind;
  • große Geschäfte und Online-Händler unter den im ElektroG festgelegten Bedingungen;
  • Sammelbehälter für Batterien in Supermärkten, Drogerien und Baumärkten;
  • spezielle Sammelstellen für Lampen, insbesondere LED-, Energiespar- und Leuchtstofflampen.

Geben Sie Batterien und Akkus separat ab. Legen Sie beschädigte Lithium-Akkus nicht in die üblichen Sammelboxen im Geschäft: Erkundigen Sie sich beim Personal oder auf dem Wertstoffhof nach der sicheren Abgabe.

Lesen Sie auch: [[Die 12 besten Supermärkte in Deutschland [Einkaufen wie ein Einheimischer] | Supermärkte in Deutschland]].

Entsorgung von Batterien und Lampen am Eingang von dm.

Farben, Lacke und gefährliche Abfälle

Reste von Farbe, Lack, Lösungsmitteln, Chemikalien, Aerosolen und bestimmten Reinigungsmitteln gehören zum Sondermüll oder zu den Schadstoffen. Diese werden an speziellen Sammelstellen, im Schadstoffmobil oder in bestimmten Geschäften angenommen, sofern diese einen entsprechenden Service anbieten.

Gießen Sie keine Farbe und keine Lösungsmittel in das Waschbecken und entsorgen Sie keine flüssigen Reste im Restmüll. Getrocknete kleine Reste von Wasserlack werden manchmal als Restmüll akzeptiert, dies hängt jedoch von den örtlichen Vorschriften ab.

Kleidung und Schuhe

Alte Kleidung in gutem Zustand kann in Altkleidercontainern, Secondhand-Läden oder bei Wohltätigkeitsorganisationen abgegeben werden. Oft stehen neben den Glascontainern auch Textilcontainer.

Vor der Abgabe:

  • Legen Sie Kleidung in einen verschlossenen Beutel;
  • Legen Sie keine nassen, schimmeligen oder stark verschmutzten Gegenstände hinein;
  • Gebt Schuhe paarweise ab;
  • Erkundigen Sie sich, wer den Container betreut, wenn Sie eine bestimmte Organisation unterstützen möchten.

Völlig unbrauchbare Textilien landen oft im Restmüll, wenn die Stadt keine getrennte Sammlung anbietet.

Möbel und Sperrmüll: Sperrmüll

Quelle: Awista

Sperrmüll sind sperrige Gegenstände, die nicht in die normale Mülltonne passen: Möbel, Matratzen, Teppiche, große Haushaltsgegenstände. In einigen Städten gehört auch große Elektronik hierher, in anderen muss sie separat angemeldet werden.

Die richtige Reihenfolge:

  1. Rufen Sie die Website des städtischen Entsorgungsunternehmens auf.
  2. Füllen Sie den Antrag für Sperrmüll aus und geben Sie die Gegenstände an.
  3. Warten Sie auf den Abholtermin oder wählen Sie einen freien Termin aus.
  4. Stellen Sie die Gegenstände am Abend vor der Abholung oder morgens zur angegebenen Zeit vor die Tür.
  5. Fügen Sie keine Gegenstände hinzu, die nicht angemeldet wurden.

Es ist nicht erlaubt, ein Sofa einfach ohne vorherige Anmeldung auf den Bürgersteig zu stellen. Für die illegale Ablagerung von Müll kann ein Bußgeld verhängt werden, dessen Höhe vom Bundesland, der Stadt sowie von der Menge und Art der Abfälle abhängt.

Weihnachtsbaum

Weihnachtsbäume werden in der Regel nach einem speziellen Zeitplan im Januar abgeholt. Das Datum finden Sie im Abfallkalender. Entfernen Sie vor der Entsorgung alle Dekorationen, Lametten, Kerzen, Ständer und Kunststoffteile. In einigen Städten müssen die Weihnachtsbäume an den Straßenrand gestellt werden, in anderen müssen sie zu einer Sammelstelle gebracht werden.

Abfallkalender: Wo findet man die Abholtage?

Der Abfallkalender zeigt an, wann Restmüll, Papier, Bioabfall, die Gelbe Tonne, Sperrmüll und Weihnachtsbäume abgeholt werden. Er ist auf der Website der Stadt, in der App des örtlichen Entsorgers oder in Papierform bei der Hausverwaltung erhältlich.

Quelle: Awista

Nützliche Suchbegriffe:

  • Abfallkalender + Name der Stadt;
  • Müllabfuhr + Adresse;
  • Abfall-ABC + Name der Stadt;
  • Wertstoffhof + Name des Stadtteils.

Beispiele für städtische Abfallkalender:

Bußgelder und typische Fehler

Bußgelder für unsachgemäße Entsorgung werden auf Landes- und Kommunalebene festgelegt. In der Praxis entstehen Probleme meist nicht durch einen einmaligen Fehler eines Neulings, sondern durch systematisches Vermischen von Abfällen, illegalen Sperrmüll, die Entsorgung gefährlicher Abfälle oder das Abstellen von Müll neben dem Container.

Häufige Fehler:

  • Tetrapaks gehören in den Papiermüll statt in die gelbe Tonne;
  • Batterien gehören in den Restmüll;
  • Pfandflaschen in den Glascontainer;
  • verschmutzte Lebensmittelverpackungen in die Gelbe Tonne;
  • Keramik und Spiegel gehören in den Altglasbehälter;
  • Plastiktüten in die Biotonne;
  • Möbel auf der Straße ohne Anmeldung.

Wenn Sie sich unsicher sind, suchen Sie nach dem „Abfall-ABC“ Ihrer Stadt. Dort können Sie in der Regel einen Gegenstand eingeben und den richtigen Behälter anzeigen lassen.

Kurze Checkliste für die Küche

  • Papier und sauberer Karton – in die blaue Tonne.
  • Leere Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundwerkstoffen gehören in die gelbe Tonne oder den Gelben Sack.
  • Reste von Gemüse, Obst, Kaffee und Gartenabfälle gehören in die Biotonne, sofern die örtlichen Vorschriften dies zulassen.
  • Hygienemüll und gemischter Restmüll – in den Restmüll.
  • Glas ohne Pfand – nach Farben sortiert in den Altglascontainer.
  • Flaschen und Dosen mit Pfand – in den Pfandautomaten.
  • Batterien, Glühbirnen, Elektronik, Farben und Chemikalien – nur an speziellen Sammelstellen.

Das Sortieren geht einem nach ein paar Wochen in Fleisch und Blut über. Das Wichtigste ist, sich nicht alle Ausnahmen auf einmal zu merken, sondern den örtlichen Abfallkalender zu suchen und bei Unklarheiten das städtische Abfall-ABC zu Rate zu ziehen.