So laufen Prüfungen an deutschen Hochschulen ab: Formate, Wiederholungsprüfungen und Vorbereitung
Prüfungen an deutschen Hochschulen hängen nicht nur von der jeweiligen Universität, sondern auch vom konkreten Modul ab. Ein Fach kann mit einer schriftlichen Klausur abgeschlossen werden, ein anderes mit einer Präsentation, einem Projekt, einer Hausarbeit oder einer mündlichen Prüfung. Die wichtigste Regel für Studierende: Schaut in die Prüfungsordnung, das Modulhandbuch und die Ankündigungen des Lehrstuhls, denn dort sind Format, Termine, Anmeldung und Bedingungen für eine Wiederholungsprüfung angegeben.
Wo findet man die Regeln?
In Deutschland gibt es kein einheitliches Prüfungsszenario für alle Hochschulen. Die grundlegenden Regeln sind in der Regel in der Prüfungsordnung beschrieben, die Details zu einem bestimmten Fach hingegen im Modulhandbuch oder auf der Kursseite. Dort solltest du Folgendes überprüfen:
- Prüfungsform: Klausur, mündliche Prüfung, Hausarbeit, Referat, Projekt, Portfolio oder Multiple-Choice-Test;
- Dauer und Sprache der Prüfung;
- Anmeldefrist und Regeln für die Abmeldung;
- zulässige Hilfsmittel und technische Anforderungen;
- das Benotungssystem und die Gewichtung der Prüfung in der Gesamtnote;
- Anzahl der Wiederholungsversuche und Fristen für die Wiederholungsprüfung.
Wenn etwas unklar ist, wende dich besser nicht an den allgemeinen Kurs-Chat, sondern an das Prüfungsamt, die Studienberatung oder den Dozenten des Moduls. An deutschen Hochschulen haben formelle Fristen oft Vorrang vor mündlichen Vereinbarungen.
Die wichtigsten Prüfungsformate
Schriftliche Klausur
Es handelt sich um eine klassische Prüfung im Hörsaal oder, in einigen Kursen, in digitaler Form. Die Studierenden beantworten Fragen, lösen Aufgaben, verfassen kurze Aufsätze oder bearbeiten Fallstudien. Die Dauer beträgt oft 60, 90 oder 120 Minuten, die genaue Zeit wird jedoch vom jeweiligen Modul festgelegt.
Bei einer Klausur wird in der Regel streng auf die Sitzordnung, die Ausweispapiere, die erlaubten Hilfsmittel und die Bearbeitungszeit geachtet. Findet die Prüfung auf Deutsch statt, ist es wichtig, sich im Voraus an die Formulierungen der Aufgaben zu gewöhnen: „erklären“, „begründen“, „vergleichen“, „berechnen“ und „diskutieren“ bedeuten unterschiedliche Antworttypen.
Multiple-Choice
Multiple-Choice-Prüfungen scheinen einfacher zu sein als offene schriftliche Prüfungen, aber das ist nicht immer der Fall. Die Antwortmöglichkeiten können sehr ähnlich sein, manchmal gibt es mehrere richtige Antworten, und ein Fehler kann die Gesamtpunktzahl mindern. Vor der Prüfung sollte man prüfen, wie genau die Punkte vergeben werden und ob es Punktabzüge für falsche Antworten gibt.
Mündliche Prüfung
Mündliche Prüfungen kommen seltener vor, sind aber in bestimmten Studiengängen, Sprachkursen, pädagogischen Fachrichtungen wie dem Lehramt und in einigen abschließenden Phasen des Studiums nach wie vor üblich. In der Regel antwortet der Studierende vor einem Dozenten oder einer kleinen Prüfungskommission. Bewertet werden nicht nur Faktenkenntnisse, sondern auch die Fähigkeit, zu erklären, Themen miteinander zu verknüpfen und auf vertiefende Fragen zu reagieren.
Präsentation und Projekt
Referate, Präsentationen oder Projektverteidigungen kommen häufig in Seminaren zum Einsatz. Bei diesem Format werden nicht nur der Inhalt, sondern auch der Aufbau der Argumentation, der Umgang mit Quellen, die visuelle Darstellung sowie die Beantwortung von Fragen der Gruppe geprüft. Manchmal erfolgt die Präsentation in Verbindung mit einer schriftlichen Arbeit oder einem Projektbericht.
Hausarbeit und Forschungsarbeit
Die Hausarbeit ist eine schriftliche akademische Arbeit zum Thema des Kurses. Sie erfordert korrekte Quellenangaben, eine eigenständige Argumentation und die Einhaltung der Zitierregeln. Bei Gruppenprojekten ist es wichtig, im Voraus festzulegen, wer für welchen Abschnitt verantwortlich ist, da die Abschlussnote sowohl vom Gesamtergebnis als auch vom individuellen Beitrag abhängen kann.
Wie sieht es mit der Prüfungssprache aus?
In Deutschland kann man sowohl in deutschsprachigen als auch in englischsprachigen Studiengängen studieren. Doch selbst in englischsprachigen Studiengängen benötigt man in der Regel grundlegende Deutschkenntnisse für administrative Angelegenheiten, Schreiben an Behörden, Nebenjobs, Praktika und das Leben außerhalb des Campus.
Wenn die Prüfung auf Deutsch stattfindet, sollte man sich nicht nur inhaltlich auf das Fach vorbereiten, sondern auch auf die akademische Sprache: Typische Verben aus den Aufgaben herausschreiben, kurze Definitionen üben und die Vorlesungsfolien im Voraus durcharbeiten. Das Eintauchen in das Sprachumfeld hilft, ersetzt aber an sich keine systematische Vorbereitung.
Wiederholungsprüfungen: Warum man sich nicht auf Gerüchte verlassen sollte
Die weit verbreitete Aussage „In Deutschland gibt es normalerweise drei Wiederholungsversuche“ ist zu pauschal. In manchen Studiengängen ist die Anzahl der Wiederholungsversuche begrenzt, in anderen ist die Frist entscheidend, und in wieder anderen gelten besondere Regeln für die Abschlussarbeit, die staatliche Prüfung oder juristische Studiengänge. Einige Hochschulen weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Art der Prüfung durch die fachspezifische Prüfungsordnung festgelegt wird.
Daher muss man vor der ersten Prüfung drei Dinge klären:
- Wie viele Wiederholungsversuche sind speziell für Ihr Modul vorgesehen?
- Muss man sich selbst für die Wiederholungsprüfung anmelden?
- Was gilt als endgültiges Nichtbestehen – „nicht bestanden“, „endgültig nicht bestanden“ oder eine andere Formulierung in den Bestimmungen?
Wenn die Prüfung nicht bestanden wurde, sollte man nicht einfach stillschweigend auf das nächste Semester warten. Überprüfen Sie das Protokoll, die Fristen für Einsprüche oder Einsicht, die Regeln für die Krankmeldung im Krankheitsfall und den Termin für den nächsten Wiederholungsversuch.
Wie man sich ohne unnötige Panik vorbereitet
Eine gute Vorbereitung an einer deutschen Hochschule beginnt in der Regel nicht erst eine Woche vor der Prüfung. Das absolute Minimum sieht folgendermaßen aus:
- das Modulhandbuch aufschlagen und sich darüber informieren, was genau geprüft wird;
- Sammeln Sie frühere Aufgaben oder Beispielklausuren, sofern der Lehrstuhl diese veröffentlicht;
- Sprache, Format, Dauer und zulässige Hilfsmittel prüfen;
- einen Plan zur Wiederholung der Themen aus Vorlesungen und Seminaren erstellen;
- übe die Antworten im richtigen Format und beschränke dich nicht darauf, nur die Mitschrift zu lesen;
- Informieren Sie sich im Voraus über das Verfahren zur Anmeldung, Abmeldung und Wiederholungsprüfung.
Häufige Fehler ausländischer Studierender
- Sich auf allgemeine Ratschläge statt auf die Regeln des eigenen Studiengangs verlassen.
- Die Anmeldefrist für die Prüfung verpassen.
- Nicht prüfen, ob eine Abmeldung ohne Folgen möglich ist.
- Der Stoff muss auf Russisch gelernt werden, die Prüfungsantworten müssen jedoch auf Deutsch oder Englisch abgegeben werden.
- Unterschätze die Hausarbeit nicht: Akademisches Schreiben und Zitieren erfordern Zeit.
- Wende dich nach einem nicht bestandenen Versuch nicht an das Prüfungsamt und verpasse keine Fristen.
Kurz zusammengefasst
Prüfungen an deutschen Hochschulen beschränken sich nicht auf ein einziges Format. Am häufigsten kommen schriftliche Klausuren, Multiple-Choice-Tests, mündliche Prüfungen, Präsentationen, Projekte und Hausarbeiten vor. Das Wichtigste ist, die Prüfungsordnung und das Modulhandbuch des eigenen Studiengangs im Voraus zu lesen: Dort sind das Prüfungsformat, die Anmeldebedingungen und die Bedingungen für die Wiederholungsprüfung festgelegt.