Hunde in Deutschland: Registrierung, Steuer, Auslaufregeln und Versicherung

Hunde in Deutschland: Registrierung, Steuer, Auslaufregeln und Versicherung

Ein Hund in Deutschland bedeutet nicht nur Spaziergänge und Tierarztbesuche. Der Halter muss das Tier in der Regel registrieren lassen, Hundesteuer zahlen, die Vorschriften der Stadt und des Bundeslandes einhalten, die Hinterlassenschaften seines Hundes beseitigen und sich im Voraus über die Anforderungen bezüglich Versicherung, Leine, Maulkorb und Hunderasse informieren. Deutschland ist föderalistisch aufgebaut, daher können sich die örtlichen Vorschriften sogar zwischen benachbarten Städten unterscheiden; dies sollte man zusammen mit die föderale Staatsstruktur berücksichtigen.

Kurze Checkliste für Hundebesitzer

Überprüfen Sie vor dem Kauf, Umzug oder der Einfuhr eines Hundes Folgendes:

  • Ist es in Ihrem Bundesland und Ihrer Stadt erlaubt, eine bestimmte Hunderasse zu halten?
  • Ist eine Genehmigung des Ordnungsamts oder des Veterinäramts erforderlich?
  • Wo muss der Hund angemeldet werden: beim Stadtamt, Bürgeramt, Finanzamt, im Hunderegister oder über ein Online-Portal;
  • Wie hoch ist die Hundesteuer und gibt es Ermäßigungen?;
  • Sind ein Mikrochip, eine Eintragung im Landesregister und ein separates Adressschild am Halsband erforderlich?
  • Ist eine Hundehaftpflichtversicherung vorgeschrieben?
  • Erlaubt der Mietvertrag das Zusammenleben mit einem Hund?
  • Wo gilt die Leinenpflicht, die Maulkorbpflicht und wo befinden sich Hundeauslaufgebiete?

Registrierung und Hundesteuer

In den meisten Städten muss der Hund angemeldet werden und es ist eine Hundesteuer zu entrichten. Der Steuersatz, die Anmeldefrist und die zuständige Behörde werden von der jeweiligen Stadt oder Gemeinde festgelegt, daher gibt es keinen einheitlichen Betrag für ganz Deutschland. Suchen Sie auf der Website der Stadt nach den Rubriken Hund anmelden, Hundesteuer, Hunderegister oder Ordnungsamt.

In der Regel läuft das so ab:

  1. Füllen Sie das Anmeldeformular online oder schriftlich aus.
  2. Geben Sie die Daten des Hundehalters, die Adresse, das Datum des Beginns der Haltung, die Rasse und das Alter des Hundes an.
  3. Falls erforderlich, fügen Sie Unterlagen zum Mikrochip, zur Versicherung, zur Genehmigung für eine als gefährlich eingestufte Hunderasse oder zu einer Ausnahmegenehmigung bei.
  4. Den Steuerbescheid einholen und die Steuer gemäß dem angegebenen Zeitplan zahlen.
  5. Bei Umzug, Tod des Hundes oder Übergabe an einen anderen Besitzer den Hund abmelden.

In Berlin beispielsweise kann die Eintragung in das zentrale Hunderegister gleichzeitig als steuerliche Anmeldung gelten; für neue Besitzer und Zugezogene gilt eine Frist von einem Monat. In anderen Bundesländern und Städten kann die Regelung anders sein, daher lässt sich die Berliner Regelung nicht auf ganz Deutschland übertragen.

Steuervergünstigungen

Eine Befreiung oder Ermäßigung der Hundesteuer ist häufig für Blindenhunde, Diensthunde, Tiere aus dem Tierheim, Hunde für Menschen mit Behinderung oder bestimmte Arbeitshunde möglich. Dies ist jedoch keine bundesweite Garantie: Die Vergünstigungen sind in der örtlichen Satzung geregelt. Prüfen Sie vor der Antragstellung, welche Unterlagen Ihre Gemeinde verlangt.

Gefährliche Hunderassen und Listenhunde

Auf Bundesebene gilt ein Einfuhr- und Verbringungsverbot für Hunde der folgenden Rassen und deren Mischlinge nach Deutschland:

  • Pitbull-Terrier;
  • American Staffordshire-Terrier;
  • Staffordshire-Bullterrier;
  • Bullterrier.

Ausnahmen sind nur für begrenzte Fälle vorgesehen, zum Beispiel für Dienst-, Rettungs- und Blindenhunde sowie einige andere Kategorien. Selbst wenn sich der Hund bereits in der EU befindet, bedeutet dies nicht, dass er problemlos nach Deutschland eingeführt werden darf.

Die Bundesländer legen jeweils eigene Vorschriften für die Haltung von gefährlichen Hunden und Listenhunden fest. Mögliche Anforderungen sind eine Genehmigung, die Volljährigkeit des Besitzers, ein Führungszeugnis, ein Wesenstest, ein Sachkundenachweis, Leinenpflicht, Maulkorbpflicht, Kastration, eine erhöhte Steuer und eine Versicherung. Die Rassenlisten und Bedingungen variieren, daher sollten alte Tabellen aus dem Internet besser nur als Anhaltspunkt und nicht als Grundlage für Entscheidungen herangezogen werden.

Mikrochip, Register und Reisen

Für Reisen innerhalb der EU benötigt der Hund in der Regel einen elektronischen Mikrochip oder eine lesbare Tätowierung, die vor dem 3. Juli 2011 angebracht wurde, eine gültige Tollwutimpfung und einen EU-Heimtierausweis. Bei der Einreise aus einigen Ländern außerhalb der EU können ein Test auf Tollwut-Antikörpertiter und tierärztliche Unterlagen erforderlich sein.

Die Einreise mit Hunden nach Deutschland sollte man am besten im Voraus vorbereiten: Der Chip muss vor der Impfung oder spätestens zu dem Zeitpunkt eingesetzt werden, ab dem die Impfung als gültig gilt, und die Dokumente werden an der Grenze geprüft.

Innerhalb Deutschlands hängt die Mikrochip-Pflicht vom Bundesland, der Größe, dem Alter und der Kategorie des Hundes ab. In einigen Bundesländern ist der Mikrochip für alle Hunde vorgeschrieben, in anderen nur für gefährliche oder große Hunde. Eine separate Registrierung bei TASSO e. V. oder im Deutschen Haustierregister hilft dabei, ein entlaufenes Tier wiederzufinden, ersetzt jedoch in der Regel nicht die vorgeschriebene staatliche Registrierung, sofern diese nach lokalem Recht vorgeschrieben ist.

Eine Wohnung mit Hund mieten

Eine Wohnung in Deutschland mit Hund zu mieten ist schwieriger als ohne Tier. Im Mietvertrag können Bestimmungen zu Haustieren enthalten sein, und für einen Hund ist oft die Zustimmung des Vermieters erforderlich. Ein vollständiges Verbot jeglicher Tiere gilt nicht immer automatisch, aber ein großer Hund, eine gefährliche Rasse, Beschwerden von Nachbarn oder Schäden an der Wohnung können zu einem ernsthaften Problem werden.

In der Praxis ist Folgendes wichtig:

  • Rasse, Größe und Alter des Hundes im Voraus mitteilen;
  • eine schriftliche Einwilligung einholen;
  • klären, ob ein zweiter Hund erlaubt ist;
  • Ständiges Bellen, Aggressionen und die Verschmutzung von Gemeinschaftsbereichen sind zu unterbinden;
  • Halten Sie die Haftpflichtversicherungspolice und die Impfnachweise bereit, falls der Vermieter diese anfordert.

Wenn der Hund die Nachbarn stört, kann der Vermieter verlangen, dass die Situation behoben wird, die Haltung des Tieres einschränken oder in schweren Fällen die Kündigung des Mietvertrags erwirken.

Kosten für einen Hund

Die Kosten hängen stark von Größe, Gesundheit, Rasse und Wohnort ab. Planen Sie nicht nur Futter, sondern auch regelmäßige und unvorhergesehene Ausgaben ein:

Ausgabenposten Was zu beachten ist
Hundesteuer Der Steuersatz wird von der Gemeinde festgelegt; für einen zweiten Hund oder eine gefährliche Rasse ist die Steuer oft höher.
Tierarzt Untersuchungen, Impfungen, Behandlungen, Operationen und Notfallversorgung werden nach der deutschen Tierarztgebührenordnung abgerechnet.
Mikrochip und Dokumente Werden für Reisen und in vielen Fällen für die Registrierung benötigt.
Hundehaftpflicht In einigen Bundesländern ist sie Pflicht, in den übrigen oft sinnvoll, da das Risiko von Schäden gegenüber Dritten besteht.
Tierkrankenversicherung Freiwillige Krankenversicherung; Bedingungen, Deckungsgrenzen und Ausschlüsse variieren stark.
Hundeschule und Erziehung Besonders wichtig für große, aktive und ängstliche Hunde.
Ausrüstung und Pflege Leine, gegebenenfalls Maulkorb, Schlafplatz, Fellpflege, Transportbox.

Orientieren Sie sich nicht an alten, festen Beträgen aus Blogs. Tierärztliche Leistungen, Versicherungen und Futter werden teurer, und die Steuer ändert sich je nach kommunaler Satzung.

Auslauf, Leine und Maulkorb

Die Regeln für das Ausführen von Hunden werden von den Bundesländern und den Städten festgelegt. Manchmal gilt eine allgemeine Leinenpflicht, manchmal ist die Leine nur in Parks, Wäldern, öffentlichen Verkehrsmitteln, in Hausfluren, auf Spielplätzen, in Naturschutzgebieten oder während der Paarungszeit wildlebender Tiere vorgeschrieben. Für gefährliche Hunde gilt oft zusätzlich eine Maulkorbpflicht.

Um keine Geldstrafe zu riskieren, überprüfen Sie Folgendes:

  • das örtliche Hundegesetz oder die Hundeverordnung;
  • Vorschriften für Wälder und Naturschutzgebiete;
  • Hinweisschilder in Parks und an Gewässern;
  • Karte der Hundeauslaufgebiete;
  • Anforderungen an die Leinenlänge;
  • Vorschriften für Welpen, ältere Hunde und Hunde mit gesundheitlichen Einschränkungen.

Ein Hund darf nur dort ohne Leine laufen, wo dies erlaubt ist und wo der Halter das Tier tatsächlich unter Kontrolle hat. Selbst ein freundlicher Hund kann ein Kind, einen Radfahrer oder einen älteren Menschen erschrecken; die Verantwortung für die Folgen trägt in der Regel der Halter.

Wo muss man Abfall entsorgen?

Hundekot muss sofort beseitigt werden. Die Beutel mit dem Kot werden in der Regel in den Restmüll oder in spezielle städtische Behälter entsorgt, sofern diese vorhanden sind. Die Bußgelder für das Nichtbeseitigen variieren je nach Stadt und Bundesland, daher sollte man den konkreten Betrag am besten auf der Website des Ordnungsamts nachschlagen.

Transport und Reisen

Die Regeln für die Mitnahme von Hunden in öffentlichen Verkehrsmitteln werden vom jeweiligen Verkehrsunternehmen festgelegt. Oft müssen große Hunde an der Leine geführt werden und einen Maulkorb tragen, während kleine Hunde in einer Transportbox mitgenommen werden dürfen. Die Fahrkarte für den Hund kann kostenpflichtig, kostenlos oder tarifabhängig sein.

Überprüfen Sie vor der Reise die Website des Beförderungsunternehmens:

  • Brauche ich eine Fahrkarte?;
  • Sind Hunde zu Stoßzeiten erlaubt?
  • Ist ein Maulkorb vorgeschrieben?
  • Darf man mit einem großen Hund im Zug, Bus oder in der Straßenbahn fahren?
  • Welche Vorschriften gelten für Assistenzhunde?

Achten Sie bei Hotels und Urlaubsunterkünften im Voraus auf den Hinweis Hunde erlaubt oder haustierfreundlich. Deutsche Hotels und Unterkünfte können einen Aufpreis verlangen, die Größe des Hundes begrenzen oder verbieten, ihn allein im Zimmer zu lassen.

Tierarzt und Krankenversicherung

Ein Tierarzt wird in Deutschland „Tierarzt“ genannt. Die Behandlung wird vom Halter bezahlt, und die Kosten hängen von der Komplexität des Falls, der Behandlungsdauer, den Medikamenten und den Tarifen der Tierklinik ab. Eine Notfalloperation kann deutlich teurer sein als eine planmäßige Untersuchung, daher ist eine finanzielle Reserve auch für einen gesunden Hund notwendig.

Eine Tierkrankenversicherung sollte man anhand der Konditionen vergleichen und nicht nur anhand des monatlichen Beitrags. Achten Sie auf:

  • jährliche Entschädigungshöchstgrenze;
  • Kostenübernahme für Operationen und Diagnostik;
  • Alter des Tieres bei der Aufnahme;
  • Ausnahmen hinsichtlich bestimmter Hunderassen und chronischer Erkrankungen;
  • Selbstbehalt;
  • Wartezeit;
  • Versicherungsschutz im Ausland.

Haftpflichtversicherung für Hunde

Wenn ein Hund einen Menschen beißt, fremdes Eigentum beschädigt, vor ein Fahrrad läuft oder einen Sturz verursacht, kann der Halter für den Schaden haftbar gemacht werden. Eine normale PHV-Versicherung deckt in der Regel Katzen und Kleintiere ab, oft jedoch keine Hunde. Hierfür ist eine separate Hundehaftpflichtversicherung erforderlich.

Eine Hundehaftpflichtversicherung ist nicht in allen Bundesländern für alle Rassen vorgeschrieben, aber in einigen Bundesländern ist sie für jeden Hund erforderlich, in anderen hingegen zumindest für gefährliche oder große Hunde. Prüfen Sie vor der Registrierung die gesetzlichen Bestimmungen Ihres Bundeslandes und die Auflagen Ihrer Stadt.

In der Police sind folgende Begriffe besonders wichtig:

  • Deckschäden – Schäden im Zusammenhang mit einer ungewollten Paarung;
  • Mietsachschäden – Schäden an der Mietwohnung;
  • Welpenschutz – vorübergehende Ausnahmeregelung für Welpen;
  • Auslandsschutz – Versicherungsschutz bei Auslandsreisen.

Häufige Fehler von Hundebesitzern

  • Den Hund nur bei TASSO registrieren und die städtische Registrierung oder die Hundesteuer vergessen.
  • Einen Listenhund einführen, ohne das bundesweite Verbot und die Vorschriften des jeweiligen Bundeslandes zu prüfen.
  • Sich auf die alte Rassenliste verlassen, ohne das aktuelle Hundegesetz zu überprüfen.
  • Annehmen, dass für einen kleinen Hund keine Vorschriften zum Ausführen und zur Beseitigung von Hundekot gelten.
  • Keine schriftliche Zustimmung des Vermieters einholen.
  • Schließen Sie die günstigste Versicherung ohne Mietsachschäden oder ohne ausreichende Deckungssumme ab.
  • Die Vorschriften des Transportunternehmens vor der Reise nicht zu überprüfen.

FAQ

Muss man einen Hund in Deutschland registrieren lassen?

In der Regel ja. Sie sollten zumindest die Hundesteuer in Ihrer Stadt prüfen, in einigen Bundesländern auch ein separates Hunderegister. Die genauen Bestimmungen hängen von Ihrem Wohnort ab.

Darf man einen Pitbull oder Amstaff einführen?

Das Bundesrecht verbietet die Einfuhr und den Transport von Pitbull-Terriern, American Staffordshire-Terriern, Staffordshire-Bullterriern, Bullterriern und deren Mischlingen nach Deutschland. Ausnahmen sind eng gefasst und erfordern entsprechende Unterlagen.

Ist eine Haftpflichtversicherung obligatorisch?

Dies hängt vom Bundesland und der Hunderasse ab. Auch wenn eine Versicherung nicht vorgeschrieben ist, ist sie oft sinnvoll: Der durch einen Hund verursachte Schaden kann hoch sein, und eine gewöhnliche private Haftpflichtversicherung ersetzt in der Regel nicht die Hundehaftpflicht.

Wo findet man die genauen Vorschriften?

Beginnen Sie auf der Website Ihrer Stadt mit den Suchbegriffen Hund anmelden, Hundesteuer, Hundeauslaufgebiet, Leinenpflicht und auf der Website Ihres Bundeslandes mit den Suchbegriffen Hundegesetz, Listenhunde, Sachkundenachweis und Wesenstest.