Haustiere in Deutschland: Registrierung, Steuern, Miete und Haltungsvorschriften
In Deutschland darf man mit einem Hund, einer Katze und anderen Haustieren zusammenleben, doch der Halter ist nicht nur für die Pflege verantwortlich, sondern auch für die Registrierung, die örtlichen Vorschriften, Steuern und die Absprache mit dem Vermieter. Besonders sorgfältig sollten die Vorschriften für Hunde geprüft werden: Diese unterscheiden sich je nach Bundesland und Stadt.
Welche Vorschriften gelten für Hundebesitzer?
Der Grundsatz ist im Tierschutzgesetz verankert: Einem Tier dürfen ohne triftigen Grund keine Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden, und der Halter ist verpflichtet, es unter Berücksichtigung seiner Art, seiner Bedürfnisse, seiner Ernährung, seiner Pflege und seines Bewegungsbedarfs zu halten. Für Hunde gilt zusätzlich die Tierschutz-Hundeverordnung, in der die Mindestanforderungen an Auslauf, Kontakt zum Menschen sowie die Haltung in Innenräumen oder auf dem Grundstück beschrieben sind.
In der Praxis bedeutet das:
- Das Tier muss ausreichend Futter, Wasser, Pflege und Bewegung erhalten;
- Das Haustier darf nicht unter Bedingungen zurückgelassen werden, die seiner Gesundheit schaden oder anhaltenden Stress verursachen;
- Für bestimmte Arten exotischer Tiere sind spezielle Genehmigungen oder Herkunftsnachweise erforderlich;
- Für Schäden an Menschen, Tieren oder Eigentum haftet der Halter.
Hunde: Anmeldung, Hundesteuer und örtliche Vorschriften
In der Regel muss ein Hund nach einem Umzug oder Kauf bei der Stadt oder Gemeinde registriert werden. Nach der Registrierung wird die Hundesteuer erhoben – eine kommunale Steuer für Hunde. Die Höhe dieser Steuer wird nicht von der Bundesregierung, sondern von der jeweiligen Stadt festgelegt.
Beispiel: In München beträgt die Hundesteuer für einen normalen Hund 100 Euro pro Jahr, für Hunde, die als Kampfhunde eingestuft sind, hingegen 800 Euro pro Jahr. In anderen Städten können die Beträge und Ermäßigungen variieren: Manchmal ist die Hundesteuer niedriger, manchmal höher, und für einen zweiten Hund erhöht sich der Satz häufig.
Was Hundebesitzer in der Regel prüfen:
- Frist für die Registrierung nach Einreise oder Kauf;
- Höhe der Hundesteuer und Zahlungsweise;
- Braucht man eine Haftpflichtversicherung für den Hund?;
- Besteht eine Verpflichtung zur Kennzeichnung mit einem Mikrochip oder zur Eintragung in das örtliche Register?
- Gibt es Vorschriften bezüglich Leine, Maulkorb und Auslaufgebieten?
Mikrochip-Kennzeichnung und Register
In Deutschland gibt es keine einheitliche Vorschrift, nach der alle Katzen und alle Hunde in jeder Situation mit einem Chip versehen und in einem einheitlichen bundesweiten Register eingetragen sein müssen. Die Anforderungen hängen vom Bundesland, der Stadt, der Tierart und den Umständen ab.
Bei Hunden sind eine Mikrochip-Kennzeichnung oder Registrierung oft durch örtliche Vorschriften, Landesgesetze oder bei der Ausstellung eines Tierpasses vorgeschrieben. Bei Katzen kann diese Verpflichtung in einzelnen Gemeinden bestehen, insbesondere in Gebieten mit einer Katzenschutzverordnung, dies ist jedoch keine landesweit einheitliche Regelung.
Auch wenn keine gesetzliche Verpflichtung besteht, helfen ein Mikrochip und die Registrierung bei Diensten wie TASSO oder FINDEFIX dabei, ein entlaufenes Tier wiederzufinden. Der Chip allein ist ohne Eintragung in das Register wenig nützlich: Wichtig ist, dass die aktuellen Kontaktdaten des Besitzers mit der Nummer verknüpft sind.
Rassenbeschränkungen und gefährliche Hunde
Die Vorschriften für sogenannte „Listenhunde“ oder gefährliche Hunde werden auf Ebene der Bundesländer festgelegt. In einigen Bundesländern gibt es eine Rassenliste, in anderen wird ein anderer Ansatz verfolgt. Je nach Region können eine Genehmigung, ein Charaktertest, ein Maulkorb, eine Leine, eine erhöhte Steuer oder eine Haftpflichtversicherung erforderlich sein.
Rassen wie Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier oder Rottweiler können in einzelnen Bundesländern Einschränkungen unterliegen, es gibt jedoch keine einheitliche Liste für ganz Deutschland. Bevor Sie mit Ihrem Hund umziehen, sollten Sie die Vorschriften genau des Bundeslandes und der Stadt prüfen, in denen Sie leben werden.
Wohnen mit Haustieren
Ein Haustier kann die Wohnungssuche erschweren, doch ein vollständiges Verbot aller Tiere im Mietvertrag ist in der Regel problematisch. Kleintiere, die in einem Käfig, Aquarium oder Terrarium leben und den Hausfrieden nicht stören, dürfen in der Regel nicht ohne individuellen Grund verboten werden. Dazu zählen üblicherweise Fische, Hamster, Meerschweinchen, kleine Vögel und ähnliche Haustiere.
Bei Katzen und Hunden erfordert die Situation meist eine Absprache. Der Vermieter kann die Größe, die Rasse, die Anzahl der Tiere, das Verhalten des Haustiers, die Besonderheiten der Wohnung und die Interessen der Nachbarn berücksichtigen. Daher ist es ratsam, das Tier im Voraus anzumelden, eine schriftliche Zustimmung einzuholen und Unterlagen über Versicherung, Impfungen und die Erziehung des Hundes aufzubewahren.

Verantwortung des Besitzers
Wenn das Tier die Wohnung beschädigt, einen Menschen beißt, einen Unfall verursacht oder einem anderen Tier Schaden zufügt, werden Ansprüche in der Regel gegenüber dem Besitzer geltend gemacht. Für Hunde ist in vielen Bundesländern eine Hundehaftpflichtversicherung vorgeschrieben oder dringend empfohlen. Bei Katzen und Kleintieren deckt der Schaden manchmal die normale private Haftpflichtversicherung ab, dies muss jedoch im Vertrag überprüft werden.
Besonders zu berücksichtigen sind die Tierarztkosten. In Deutschland kann die Behandlung von Tieren teuer sein, und die Preise richten sich nach der GOT-Tarifordnung. Daher entscheiden Besitzer oft im Voraus, ob sie eine Krankenversicherung oder eine OP-Versicherung für ihr Haustier benötigen.
Wenn Sie das Tier nicht mehr halten können
Es ist verboten, ein Tier auf die Straße auszusetzen. Wenn der Besitzer das Tier nicht mehr versorgen kann, ist es richtig, sich an ein Tierheim, einen Tierarzt oder den örtlichen Tierschutzverein zu wenden oder auf legale und sichere Weise einen neuen Besitzer zu suchen. Tierheime können überfüllt sein, daher ist es besser, sich frühzeitig und nicht erst in letzter Minute an sie zu wenden.
Die Behauptung, dass es in Deutschland überhaupt keine streunenden Tiere gibt, vereinfacht die Situation zu sehr. Das System der Tierheime und des Tierschutzes ist zwar gut ausgebaut, doch es gibt dennoch verlaufene, ausgesetzte oder freilebende Katzen, und die Kommunen regeln solche Fälle über Tierheime, Kastrationsprogramme und örtliche Vorschriften.
Checkliste vor dem Umzug mit einem Haustier
- Informieren Sie sich über die Einreisebestimmungen für Tiere, Impfungen, den EU-Heimtierausweis und den Mikrochip.
- Informieren Sie sich über die Vorschriften Ihres Bundeslandes und Ihrer Stadt.
- Melden Sie den Hund für die Hundesteuer an, falls dies erforderlich ist.
- Fragen Sie den Vermieter vor Vertragsunterzeichnung, ob eine Katze oder ein Hund erlaubt ist.
- Prüfen Sie die Haftpflichtversicherung und mögliche Ausschlüsse aufgrund der Hunderasse.
- Suchen Sie den nächstgelegenen Tierarzt und speichern Sie die Kontaktdaten der tierärztlichen Notfallklinik.
- Lassen Sie den Chip im Register eintragen und aktualisieren Sie Ihre Kontaktdaten nach einem Umzug.
Kurz zusammengefasst
Die wichtigste Regel für Tierhalter in Deutschland lautet: Informieren Sie sich im Voraus über die örtlichen Vorschriften. Das Tierschutzgesetz legt die grundlegende Pflicht zur Fürsorge für das Tier fest, doch Steuern, Leinenpflicht, Mikrochip-Pflicht, Rassenbeschränkungen und Mietvorschriften hängen vom jeweiligen Wohnort und vom Mietvertrag ab.