Die gängigsten Zahlungsmethoden in Deutschland
In Deutschland ist es praktisch, mehrere Zahlungsmöglichkeiten zur Hand zu haben: Bargeld für kleine Ausgaben, Girocard für alltägliche Einkäufe, Visa oder Mastercard für Reisen und das Internet sowie SEPA-Überweisung und Lastschrift für regelmäßige Rechnungen. Es gibt nicht überall eine einheitliche Zahlungsmethode: Eine kleine Bäckerei bevorzugt vielleicht Bargeld, ein lokaler Laden die Girocard, ein Online-Shop hingegen PayPal oder den Kauf auf Rechnung.
Die wichtigsten Zahlungsmethoden im Überblick
| Zahlungsmethode | Wo wird sie am häufigsten benötigt? | Was sollte man im Voraus prüfen? |
|---|---|---|
| Euro-Bargeld | Märkte, Bäckereien, Trinkgelder, kleinere Dienstleistungen, Orte ohne Kartenterminal | Sind kleine Scheine und Münzen vorhanden? |
| Girocard / EC-Karte | Supermärkte, Apotheken, Tankstellen, Automaten, lokale Geschäfte | Stellt die Bank tatsächlich eine Girocard aus und nicht nur eine Visa Debit- oder Debit Mastercard? |
| Visa / Mastercard | Internet, Reisen, Hotels, Abonnements, Mietwagen | Debitkarte oder echte Kreditkarte mit Limit |
| SEPA-Überweisung | einmalige Rechnungen, Überweisungen per IBAN, Bezahlung von Dienstleistungen | Richtigkeit der IBAN, des Namens des Empfängers und des Verwendungszwecks |
| SEPA-Lastschrift | Miete, Versicherungen, Internet, Mobilfunk, Sportvereine | Wem wurde ein SEPA-Mandat erteilt und wann erfolgt die Abbuchung? |
| PayPal, Apple Pay, Google Pay | Online-Einkäufe, Apps, kontaktloses Bezahlen | an welches Konto oder welche Karte ist das Wallet gebunden |
| Kauf auf Rechnung | deutsche Online-Shops | Zahlungsfrist und Zahlungsangaben auf der Rechnung |
Bargeld: Warum es immer noch gebraucht wird
Bargeld ist in Deutschland nicht aus dem Alltag verschwunden. Damit werden häufig Kaffee, Gebäck, Einkäufe auf dem Markt, kleinere Reparaturen, private Dienstleistungen und Trinkgelder bezahlt. Selbst wenn Sie fast immer mit Karte bezahlen, ist ein kleiner Vorrat an Euro hilfreich, wenn das Terminal einmal nicht funktioniert oder der Verkäufer nur Bargeld akzeptiert.
Nach Angaben der Bundesbank zum Zahlungsverhalten bleibt Bargeld gemessen an der Anzahl der Transaktionen die am häufigsten genutzte Zahlungsart an der Kasse, obwohl Kartenzahlungen und mobiles Bezahlen weiter zunehmen. Daher lautet der praktische Ansatz ganz einfach: Verlassen Sie sich nicht nur auf Ihr Portemonnaie und nicht nur auf Ihr Smartphone.
Bargeld kann man am Geldautomaten abheben, in vielen Supermärkten sogar an der Kasse beim Einkauf. Die Bedingungen hängen von der Bank, der Karte und der Ladenkette ab, daher sollte man die Abhebegebühren am besten in der App der Bank überprüfen.
Girocard und der geläufige Name EC-Karte
Viele Menschen in Deutschland sprechen aus alter Gewohnheit von der EC-Karte, doch der offizielle Begriff lautet Girocard. Dabei handelt es sich um eine deutsche Debitkarte, die an ein Girokonto gebunden ist: Das Geld wird vom Konto abgebucht und nicht von der Bank als Kredit gewährt.
Für Offline-Einkäufe innerhalb Deutschlands bleibt die Girocard die zuverlässigste bargeldlose Zahlungsmethode. Sie wird von Supermärkten, Apotheken, Tankstellen, Baumärkten, Automaten, vielen Restaurants und Dienstleistungsunternehmen akzeptiert. In der Regel erfolgt die Zahlung kontaktlos per Karte oder Smartphone, und eine PIN ist nur dann erforderlich, wenn dies vom Terminal oder von der Bank verlangt wird.
Vor der Kontoeröffnung sollte man sich erkundigen, welche Karten im Paket enthalten sind. Manche Banken geben eine Girocard aus, andere fügen eine Visa Debit- oder Debit Mastercard hinzu, und wieder andere setzen ausschließlich auf internationale Debitkarten. Das ist wichtig: Wenn am Terminal nur „Girocard“ angegeben ist, funktioniert eine internationale Debitkarte möglicherweise nicht.
Nach der Einstellung der Ausgabe neuer Maestro-Karten haben die Banken die internationale Funktion auf unterschiedliche Weise ersetzt: durch neue Co-Badge-Lösungen, separate internationale Debitkarten oder Kreditkarten. Für das Leben in Deutschland ist es wichtig, nicht den Namen des alten Systems zu prüfen, sondern konkret, wo Ihre Karte funktioniert: in deutschen Geschäften, im Internet und im Ausland.
Visa, Mastercard und Kreditkarten
Kreditkarten werden in Deutschland vor allem für Online-Einkäufe, Reisen, Flugtickets, Hotels, Abonnements, Auslandsüberweisungen und Kautionen benötigt. Im Online-Handel werden Visa und Mastercard immer häufiger akzeptiert, aber in kleinen Geschäften und der lokalen Gastronomie ist die girocard nach wie vor die wichtigste bargeldlose Zahlungsmöglichkeit.
Es ist wichtig, drei Dinge zu unterscheiden:
- Visa Debit und Debit Mastercard belasten das Girokonto und eignen sich für die meisten üblichen Zahlungen.
- Bei einer Charge-Karte werden die Zahlungen eines Monats gesammelt und der Betrag später in einer einzigen Zahlung abgebucht.
- Eine klassische Kreditkarte bietet ein Kreditlimit, das besonders nützlich ist, wenn man ein Auto mietet, ein Hotel bucht oder eine Kaution hinterlegt.
Für den Alltag reichen vielen ein Girokonto, die Girocard und eine internationale Debitkarte aus. Für Reisen ist es praktischer, eine separate Kreditkarte zu haben, da nicht alle Anbieter eine Debitkarte als Sicherheit akzeptieren.
SEPA-Überweisung und Lastschrift
Banküberweisungen über SEPA bilden die Grundlage für regelmäßige Zahlungen in Deutschland. Miete, Nebenkosten, Versicherungen, Internet, Mobilfunk, Steuern, Kindergarten, Sportverein und Abonnements werden oft nicht mit Karte, sondern per Überweisung oder Lastschrift bezahlt.
Eine Überweisung ist eine Zahlung, die Sie selbst veranlassen. Sie wird für einmalige Zahlungen, Überweisungen an Bekannte, Zahlungen per IBAN oder Überweisungen zwischen Ihren eigenen Konten benötigt. Im Online-Banking reicht es in der Regel aus, den Empfänger, die IBAN, den Betrag und den Verwendungszweck anzugeben.
Das Lastschriftverfahren funktioniert umgekehrt: Sie erteilen dem Empfänger ein SEPA-Mandat, und das Unternehmen zieht den Betrag zum vereinbarten Termin selbst ein. Das ist praktisch für regelmäßige Zahlungen, aber die Mandate müssen überwacht werden: Überprüfen Sie Ihre Kontoauszüge und widerrufen Sie Lastschriften bei Dienstleistern, deren Dienste Sie nicht mehr in Anspruch nehmen.
Eine besondere Variante ist die Echtzeitüberweisung, also die sofortige SEPA-Überweisung. In der Eurozone werden solche Überweisungen nach und nach zu einer obligatorischen Bankfunktion: Das Geld muss innerhalb von Sekunden eingehen, und die Gebühr darf nicht höher sein als die Gebühr für eine normale SEPA-Überweisung bei demselben Zahlungsdienstleister.
PayPal, Kauf auf Rechnung und mobile Geldbörsen
In deutschen Online-Shops stehen oft mehrere Zahlungsmethoden zur Auswahl: PayPal, Kauf auf Rechnung, Lastschrift, Visa, Mastercard, Banküberweisung, Apple Pay oder Google Pay. Daher beschränkt sich der deutsche E-Commerce nicht auf die Eingabe einer Kartennummer.
PayPal ist beliebt wegen seiner Schnelligkeit, der Verknüpfung mit einem Konto oder einer Karte und der bequemen Abwicklung von Rückerstattungen. „Kauf auf Rechnung“ – die Zahlung per Rechnung nach Erhalt der Ware – ist ebenfalls nach wie vor eine gängige Option: Der Käufer erhält die Ware und begleicht die Rechnung dann innerhalb der angegebenen Frist. Bei dieser Zahlungsart ist es wichtig, die Zahlungsfrist nicht zu versäumen, da sonst der Shop oder der Zahlungsdienstleister Mahnungen und Gebühren erheben kann.
Apple Pay und Google Pay sind keine eigenständigen Bankkonten, sondern eine praktische Schnittstelle rund um eine Karte oder eine Banklösung. Im Laden funktionieren sie überall dort, wo kontaktlose Zahlungen mit der verknüpften Karte akzeptiert werden, und in Apps sowie Online-Shops erscheinen sie als separate Zahlungsschaltflächen.
Was man nach einem Umzug wählen sollte
Als Neuzugezogener in Deutschland sollte man besser nicht nach einer einzigen idealen Karte suchen, sondern eine funktionierende Kombination zusammenstellen:
- Eröffne so früh wie möglich ein Girokonto, denn ohne dieses ist es umständlich, Miete, Versicherungen und Vertragszahlungen zu begleichen;
- Klären Sie, ob die Bank eine Girocard ausstellt und wie viel diese kostet;
- einen kleinen Betrag in bar für Orte ohne Kartenterminal und für Trinkgelder bereithalten;
- eine internationale Debit- oder Kreditkarte für das Internet und auf Reisen zu besitzen;
- PayPal oder eine mobile Geldbörse erst dann einrichten, nachdem geprüft wurde, mit welchem Konto oder welcher Karte sie verknüpft sind;
- Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge, insbesondere wenn Sie mehrere SEPA-Mandate erteilt haben.
Häufige Fehler
- Ein Konto nur mit einer internationalen Debitkarte eröffnen und an der Kasse erfahren, dass nur die Girocard akzeptiert wird.
- Betrachten Sie die Visa Debit-Karte als vollwertige Kreditkarte für die Anmietung eines Autos oder eine Kaution im Hotel.
- Ein Lastschriftmandat unterzeichnen und vergessen, wer wann Geld abbuchen darf.
- Ganz auf Bargeld verzichten und an einen Ort geraten, an dem kein Terminal funktioniert.
- „Kauf auf Rechnung“ bezahlen und die Rechnung oder den Überweisungsbeleg nicht aufbewahren.
Fazit
In Deutschland funktioniert eine Kombination aus mehreren Zahlungsmitteln am besten: ein Girokonto mit Girocard für alltägliche Offline-Zahlungen, eine internationale Karte für das Internet und Reisen, SEPA-Überweisungen und Lastschrift für regelmäßige Rechnungen, PayPal oder ein mobiles Portemonnaie für den Komfort sowie ein kleiner Bargeldvorrat für den Alltag. Diese Kombination deckt fast alle Szenarien ab – vom Supermarkt über die Miete bis hin zum Online-Shop und Auslandsreisen.