Bankdienstleistungen in Deutschland: Konten, Karten, Überweisungen und Sicherheit
Das deutsche Bankensystem basiert auf dem Girokonto – einem Konto für Gehalt, Miete, Nebenkosten, Versicherungen und alltägliche Einkäufe. Für Neulinge geht es in der Regel nicht um die „beste Bank überhaupt“, sondern um ein passendes Dienstleistungsangebot: Konto, Karte, Online-Banking, Bargeldabhebungen, SEPA-Überweisungen, Kundenbetreuung auf Englisch und transparente Gebühren.
Was Ausländer in der Regel benötigen
Das Mindestangebot an Bankdienstleistungen sieht wie folgt aus:
- Girokonto für Gehalt, Miete und regelmäßige Zahlungen;
- Debitkarte oder Girocard für Geschäfte und Geldautomaten;
- Online-Banking und mobile App für Überweisungen, Kontoauszüge und Benachrichtigungen;
- SEPA-Überweisungen und Lastschrift für Zahlungen innerhalb Deutschlands und Europas;
- Kreditkarte für Hotels, Mietwagen, Reisen und bestimmte Online-Einkäufe;
- Tagesgeld oder Sparkonto für Rücklagen, sofern die Bank verständliche Konditionen bietet;
- Brokerage/Depot für Investitionen, wenn Sie bereit sind, Marktrisiken einzugehen.
Privatkunden
Girokonto
Girokonto – ein einfaches Girokonto. Über dieses Konto laufen Gehalt, Miete, Versicherungsbeiträge, Mobilfunk, Internet und die meisten regelmäßigen Zahlungen.
Achten Sie bei der Auswahl eines Kontos auf Folgendes:
- monatliche Kontoführungsgebühr;
- Bedingungen für die Gebührenfreiheit, z. B. ein Mindestguthaben auf dem Konto;
- Kosten für die Karte und Bargeldtransaktionen;
- Geldautomatennetz und Gebühren für Bargeldabhebungen;
- Sprache der App und des Kundensupports;
- die Möglichkeit, ein Konto ohne festen deutschen Wohnsitz oder vor der Anmeldung zu eröffnen;
- Unterstützung für SEPA Instant Credit Transfer, wenn Ihnen sofortige Überweisungen wichtig sind.
In Deutschland gibt es Filialbanken, Online-Banken und Fintech-Banken. Eine Filialbank ist praktischer, wenn man Bargeldgeschäfte tätigen und eine persönliche Beratung in Anspruch nehmen möchte. Eine Online-Bank ist oft günstiger und schneller, kann jedoch strengere Anforderungen an die Identifizierung stellen und weniger Möglichkeiten zur Bareinzahlung bieten.
Basiskonto
Personen, die sich rechtmäßig in der EU aufhalten, haben Anspruch auf ein Basiskonto. Dieses ist für diejenigen erforderlich, denen eine Bank die Eröffnung eines normalen Girokontos verweigert. Ein Basiskonto deckt in der Regel die wichtigsten Transaktionen ab: Geldverwahrung, Überweisungen, Bargeldabhebungen und -einzahlungen, Kartenzahlungen und Lastschriften.
Es handelt sich nicht immer um ein kostenloses Konto: Die Bank kann Gebühren erheben, diese müssen jedoch angemessen sein. Lehnt die Bank den Antrag ab, sollte man eine schriftliche Begründung einholen und das Beschwerdeverfahren bei der BaFin oder einer Verbraucherberatung prüfen.
Gesperrtes Konto
Ein Sperrkonto wird meist von Studierenden, Antragstellern für Studienvisa und einigen anderen Antragstellern benötigt, die ihre Mittel für den Lebensunterhalt nachweisen müssen. Die Bedingungen und zulässigen Anbieter hängen vom Aufenthaltszweck und den Anforderungen des Konsulats ab. Daher sollten vor der Kontoeröffnung die aktuellen Vorschriften mit der offiziellen Visumquelle abgeglichen werden.
Karten und Zahlungen
Debitkarte, Girocard und Kreditkarte
Für den Alltag reicht oft eine Debitkarte oder Girocard aus. Das Geld wird fast sofort vom Girokonto abgebucht. Eine Kreditkarte ist nützlich für Hotelbuchungen, Mietwagen, Reisen und Einkäufe, bei denen eine Kaution oder eine internationale Karte erforderlich ist.
Lassen Sie sich nicht nur vom Wort „kostenlos“ leiten. Vergleichen Sie:
- Jahresgebühr;
- Zinsen und Strafgebühren bei Ratenzahlung oder Zahlungsverzug;
- Gebühren für Bargeldabhebungen;
- die Wechselkursgebühr außerhalb der Eurozone;
- Versicherungen und Boni, sofern diese tatsächlich benötigt werden;
- Anforderungen an die SCHUFA und das Einkommen.
Bargeld
In Deutschland ist bargeldloses Bezahlen weit verbreitet, aber Bargeld ist nach wie vor nützlich. Kleine Cafés, Kioske, Märkte, Parkautomaten und einige lokale Dienstleister akzeptieren möglicherweise nur Bargeld oder legen einen Mindestbetrag für Kartenzahlungen fest.
Überweisungen und Daueraufträge
SEPA vereinfacht Überweisungen in Euro zwischen Ländern des europäischen Zahlungsraums. In der Praxis benötigen Sie meist drei Instrumente:
- SEPA-Überweisung – eine gewöhnliche Überweisung per IBAN;
- SEPA Instant Credit Transfer – Sofortüberweisung, sofern beide Banken diesen Dienst unterstützen;
- SEPA Direct Debit / Lastschrift – automatische Abbuchung auf der Grundlage einer Einzugsermächtigung, zum Beispiel für Strom, Internet, Versicherungen oder Abonnements.
Bei internationalen Überweisungen außerhalb des SEPA-Raums sollten Sie nicht nur die feste Gebühr vergleichen, sondern auch den Wechselkurs, die Bearbeitungsgeschwindigkeit, die Limits und die Möglichkeit, die Transaktion zu stornieren.
Sparen und Anlegen
Das Geld für die täglichen Ausgaben wird in der Regel auf dem Girokonto aufbewahrt, die Rücklagen hingegen auf einem separaten Tagesgeldkonto oder einem anderen Sparkonto. Die Zinskonditionen ändern sich, daher sollten sie vor der Kontoeröffnung direkt bei der Bank überprüft werden.
Anlagen in ETFs, Aktien oder Fonds sollten besser vom normalen Bankgeschäft getrennt werden. Dazu benötigt man ein Wertpapierdepot oder ein Brokerkonto. Anlagen sind keine Bankeinlagen und unterliegen nicht dem Einlagenschutz; Verluste sind möglich.
Wie kann man als Ausländer in Deutschland Geld anlegen?
Bankdienstleistungen für Freiberufler und Unternehmen

Freiberufler oder Gewerbetreibende benötigen möglicherweise ein separates Konto für Einnahmen, Steuern und Ausgaben. Manchmal verbietet ein privates Girokonto zwar formal keine separaten Zahlungseingänge, doch für die Buchhaltung und das Steuerwesen ist es praktischer, geschäftliche Transaktionen getrennt zu führen.
Achten Sie bei der Auswahl eines Geschäftskontos auf Folgendes:
- Unterstützt die Bank Freiberufler, Einzelunternehmen, UG oder GmbH?
- Kosten für eingehende und ausgehende Zahlungen;
- Export von Kontoauszügen für Steuerberater oder Buchhaltungssoftware;
- Karten für Mitarbeiter;
- Integration mit Rechnungsstellungs-, Buchhaltungs- und Steuertools;
- Bedingungen für Bargeld, wenn das Unternehmen offline tätig ist.
Sicherheit und Schutz des Geldes
In der EU sind Bankeinlagen durch Einlagensicherungssysteme bis zu 100.000 Euro pro Einleger bei einer Bank geschützt. Dies gilt für Einlagen, jedoch nicht für marktgebundene Anlagen, Krypto-Vermögenswerte oder Verluste aus Wertpapieren.
Prüfen Sie vor der Kontoeröffnung, um welche Art von Bank oder Zahlungsinstitut es sich genau handelt, wo die Lizenz ausgestellt wurde und welches Schutzmodell gilt. Eine Fintech-App kann über eine eigene Lizenz, eine Partnerbank oder ein E-Geld-Modell verfügen – dies sind unterschiedliche Risiko- und Schutzniveaus.
So wählen Sie eine Bank aus: eine kurze Checkliste
- Überlegen Sie, ob Sie eine Filiale benötigen oder ob Ihnen das Mobile Banking ausreicht.
- Prüfen Sie die monatliche Gebühr, die Bedingungen für die Gebührenfreiheit und die Kartengebühren.
- Vergleichen Sie die Bargeldabhebungen: Geldautomatennetz, Limits und Transaktionsgebühren.
- Klären Sie, ob das Konto für Gehaltszahlungen, Miete, Lastschriftverfahren und SCHUFA-Prüfungen geeignet ist.
- Prüfen Sie, ob eine englische Benutzeroberfläche und ein Kundenservice auf Englisch verfügbar sind.
- Prüfen Sie, ob Sie mit Ihrem Ausweis, Ihrer Adresse und Ihrem Aufenthaltsstatus ein Konto eröffnen können.
- Prüfen Sie bei Kreditkarten gesondert die Zinsen, Versicherungen, Fremdwährungsgebühren und Rückzahlungsbedingungen.
Häufige Fehler
- Ein Konto nur wegen der Werbung mit „free“ zu eröffnen, ohne die Gebühren für die Karte und Geldautomaten zu prüfen.
- Sich auf eine Kreditkarte verlassen, wo in Deutschland eine Debitkarte oder Girocard ausreicht.
- Sollten private und geschäftliche Transaktionen bei der freiberuflichen Tätigkeit vermischt werden?
- Einen hohen Betrag bei einer einzigen Bank anzulegen, ohne die Einlagensicherung zu berücksichtigen.
- Ein Anlagekonto als gewöhnliche Bankeinlage betrachten.
- Kontoauszüge und Unterlagen für Steuern, Visa oder Mietverträge nicht aufbewahren.