Autokauf in Deutschland: Was Sie vor dem Kauf prüfen sollten
Ein eigenes Auto ist in Deutschland praktisch, wenn Sie außerhalb der Großstädte wohnen, häufig beruflich unterwegs sind oder Familienausflüge planen. Doch der Kauf selbst ist nur ein Teil der Kosten: Sie müssen im Voraus die Versicherung, die Zulassung, die Kfz-Steuer, den technischen Zustand des Fahrzeugs und die Vorschriften zur Übertragung der Fahrzeugpapiere berücksichtigen.
Entscheiden Sie zunächst, ob Sie ein Auto benötigen
In Großstädten spart ein Auto nicht immer Zeit. Parken, Staus, Umweltzonen, Versicherung und regelmäßige Wartung können den Unterhalt teuer machen, selbst bei einem günstigen Kaufpreis. Ein Auto lohnt sich in der Regel, wenn:
- Sie wohnen in einem Vorort oder auf dem Land;
- Der Arbeitsplatz liegt weit entfernt von gut erreichbaren öffentlichen Verkehrsmitteln;
- Sie müssen regelmäßig Kinder, Ausrüstung oder größere Einkäufe transportieren;
- Sie fahren häufig zwischen Städten oder in Nachbarländer; – Autovermietung und Carsharing decken Ihre Bedürfnisse nicht vollständig ab.
Wenn Sie das Auto nur ein paar Mal im Monat benötigen, vergleichen Sie die Gesamtbetriebskosten mit Carsharing, einer Anmietung und dem Deutschlandticket. Dabei sollten Sie nicht nur den Kaufpreis, sondern auch alle monatlichen Kosten einkalkulieren.
Wo werden Autos gekauft?
Die wichtigsten Optionen sind Autohäuser, offizielle Händler, Gebrauchtwagenhändler und Privatverkäufer. Jedes Szenario birgt unterschiedliche Risiken.
| Variante | Vorteile | Was zu beachten ist |
|---|---|---|
| Neuwagen beim Händler | Garantie, übersichtliche Ausstattung, Unterstützung bei der Zulassung | Lieferzeit, Endpreis inklusive Sonderausstattungen, Finanzierungsbedingungen |
| Gebrauchtwagen beim Händler | mehr Schutz für den Käufer, Garantie möglich | was genau die Garantie abdeckt, Wartungshistorie, Zustand der Karosserie |
| Privatverkauf | oft niedrigerer Preis | schriftlicher Vertrag, Unterlagen, Kilometerstand, versteckte Mängel, Haftung nach dem Kauf |
| Leasing oder Finanzierung | geringere Anzahlung | Vertragslaufzeit, Kilometerbegrenzung, Versicherung, Restwert, Strafzahlungen bei vorzeitiger Kündigung |
Beim ersten Autokauf in Deutschland ist es sicherer, sich mit einem Privatgeschäft nicht zu beeilen. Wenn Ihre Deutschkenntnisse noch nicht so gut sind, sollten Sie am besten jemanden mitnehmen, der den Vertrag lesen und dem Verkäufer klärende Fragen stellen kann.
Was man vor der Vertragsunterzeichnung prüfen sollte
Bevor Sie einen Gebrauchtwagen kaufen, sollten Sie sich nicht nur auf Fotos und eine kurze Besichtigung beschränken. Eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten:
- Die VIN/FIN auf der Karosserie stimmt mit den Unterlagen überein;
- Es gibt die Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II;
- der Verkäufer tatsächlich das Recht hat, über das Fahrzeug zu verfügen;
- Alle bisherigen Halter sind aufgeführt, soweit dies aus den Unterlagen ersichtlich ist;
- Liegt ein aktueller HU-Bericht vor, wenn das Fahrzeug nicht neu ist?
- Die Wartungshistorie ist durch das Wartungsheft, einen digitalen Auszug oder Rechnungen belegt;
- Die Laufleistung erscheint im Verhältnis zum Alter und zum Wartungszustand plausibel;
- Der Verkäufer beantwortet schriftlich Fragen zu Unfällen und größeren Reparaturen; – Es gibt keine seltsamen Bedingungen wie eine Zahlung vor der Begutachtung oder eine spätere Übergabe der Dokumente.
Machen Sie unbedingt eine Probefahrt. Prüfen Sie den Kaltstart, die Bremsen, die Schaltung, die Elektronik, die Klimaanlage, Geräusche im Fahrwerk und das Fahrverhalten bei verschiedenen Geschwindigkeiten. Bei Zweifeln ist es ratsam, eine unabhängige Überprüfung in einer Werkstatt oder bei einer Sachverständigenorganisation in Auftrag zu geben.
Welche Unterlagen sind nach dem Kauf erforderlich?
Für die Erstzulassung oder Ummeldung eines Fahrzeugs werden in der Regel folgende Unterlagen benötigt:
- Reisepass oder Personalausweis sowie für Ausländer zusätzlich eine Meldebescheinigung, falls diese von der Zulassungsstelle verlangt wird;
- Zulassungsbescheinigung Teil I und Teil II;
- eVB-Nummer der Versicherungsgesellschaft als Nachweis der Kfz-Haftpflichtversicherung;
- ein gültiger HU-Bericht für den Gebrauchtwagen;
- SEPA-Mandat oder Bankverbindung für den Einzug der Kfz-Steuer;
- alte Kennzeichen, wenn das Fahrzeug bereits zugelassen war und der Eigentümer oder die Region wechselt;
- Vollmacht, falls die Zulassung durch einen Bevollmächtigten erfolgt.
Die genaue Liste hängt von der Stadt, dem Status des Fahrzeugs und davon ab, ob Sie die Zulassung online über i-Kfz oder persönlich bei der Zulassungsstelle beantragen. Informieren Sie sich vor der Terminvereinbarung auf der Website Ihrer örtlichen Zulassungsstelle.
Versicherung, Steuern und laufende Kosten
Ohne Kfz-Haftpflichtversicherung darf das Fahrzeug nicht für den Straßenverkehr zugelassen werden. Nach der Auswahl einer Versicherung erhalten Sie eine eVB-Nummer, die Sie bei der Zulassung angeben. Oft wird zusätzlich eine Teilkasko- oder Vollkasko-Versicherung in Betracht gezogen, insbesondere bei teureren Fahrzeugen oder beim Leasing.
Rechnen Sie in Ihr Budget für den Unterhalt des Fahrzeugs Folgendes ein:
- Kfz-Steuer;
- Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko;
- Kraftstoff oder Aufladen;
- Parkplätze und eine Anwohnerparkgenehmigung, falls erforderlich;
- den saisonalen Reifenwechsel und die Lagerung eines zweiten Sätze;
- regelmäßige Wartung;
- Reparaturen und unvorhergesehene Pannen;
- HU/AU;
- Bußgelder und mautpflichtige Straßen außerhalb Deutschlands, wenn Sie auf Reisen sind.
Beurteilen Sie ein Auto nicht nur anhand der monatlichen Raten für einen Kredit oder ein Leasing. Ein günstiger Kauf kann sich aufgrund von Versicherung, Kraftstoffverbrauch, Steuern oder Reparaturen als teuer erweisen.
So läuft die Registrierung ab
Nach dem Kauf muss das Fahrzeug auf Ihren Namen zugelassen werden. In vielen Fällen erfolgt dies bei der örtlichen Zulassungsstelle, ein Teil der Formalitäten kann jedoch online über i-Kfz erledigt werden. Der allgemeine Ablauf ist wie folgt:
- Wählen Sie eine Versicherung aus und erhalten Sie eine eVB-Nummer.
- Bereiten Sie die Fahrzeugpapiere und Ihren Personalausweis vor.
- Melden Sie sich bei der Zulassungsstelle an oder prüfen Sie die Möglichkeit der i-Kfz-Nutzung.
- Wählen Sie ein Kennzeichen aus: ein normales Kennzeichen, ein Wunschkennzeichen oder die Beibehaltung des alten Kennzeichens, sofern dies zulässig ist.
- Unterzeichnen Sie das SEPA-Mandat für die Kfz-Steuer.
- Holen Sie sich die Fahrzeugpapiere, die Kennzeichen und die Zulassungsbescheinigung.
Wenn das Auto bei einem Händler gekauft wird, kann dieser einen Teil des Vorgangs übernehmen. Bei einem Privatverkauf sollten Sie im Voraus vereinbaren, wer das Fahrzeug abmeldet, ob man mit den alten Kennzeichen weiterfahren darf und wann die Originaldokumente übergeben werden.
Häufige Fehler von Käufern
- Ein Auto ohne Besichtigung und Probefahrt kaufen.
- Den HU-Bericht, die Wartungshistorie und die Fahrzeugpapiere nicht zu überprüfen.
- Einen Vertrag auf Deutsch zu unterschreiben, ohne die Bedingungen zu verstehen.
- Zu glauben, dass die Zulassungsbescheinigung Teil II allein bereits alle Rechte des Verkäufers belegt.
- Nicht nachfragen, ob das Auto einen Unfall hatte.
- Versicherung, Steuern und Parkgebühren nicht vergessen.
- Einen Dieselwagen für die Stadt zu kaufen, ohne die Umweltauflagen und die tatsächlichen Fahrstrecken zu prüfen.
- Der Barzahlung ohne einen verständlichen Vertrag und eine Quittung zustimmen.
Fazit
Der Autokauf in Deutschland wird einfacher, wenn man die Aufgabe im Voraus in drei Bereiche unterteilt: die Auswahl des Fahrzeugs, die Überprüfung der Unterlagen und die Berechnung der laufenden Kosten. Bei Ihrem ersten Kauf sollten Sie sich für einen seriösen Verkäufer entscheiden, nicht an der Fahrzeugprüfung sparen und den Vertrag erst unterzeichnen, wenn Ihnen die Zulassung, die Versicherung und der Zustand des Fahrzeugs klar sind.