Umweltzone in Deutschland: Umweltzonen, grüne Plakette und Bußgelder
Eine Umweltzone ist ein städtisches Gebiet mit niedrigen Emissionen, in das Pkw, Busse oder Lkw normalerweise nur mit einer gültigen Umweltplakette an der Windschutzscheibe einfahren dürfen. Im Jahr 2026 ist für die bestehenden deutschen Umweltzonen praktisch nur die grüne Umweltplakette relevant: Rote und gelbe Plaketten bestehen zwar weiterhin im Klassifizierungssystem, helfen aber bei der Einfahrt in aktive Zonen nicht mehr.
Für Fahrer sind drei Dinge entscheidend: ob es in der Stadt eine Umweltzone gibt, ob das Fahrzeug die Voraussetzungen für eine grüne Plakette erfüllt und ob auf einer bestimmten Straße ein zusätzliches Verbot für ältere Dieselfahrzeuge gilt. Die Plakette gilt in ganz Deutschland, städtische Dieselbeschränkungen können jedoch lokal sein.
Was ist eine Umweltzone?
Eine Umweltzone, auch Niedrigemissionszone genannt, beschränkt die Einfahrt von Fahrzeugen, die die Luft stärker verschmutzen. Das System wurde als Maßnahme gegen Feinstaub PM10 und Stickstoffoxide NO2 in Städten und Ballungsräumen eingeführt.
Die Rechtsgrundlage ist die 35. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (35. BImSchV). Diese Verordnung legt Schadstoffgruppen, das Erscheinungsbild der Plaketten, das Verfahren zur Kennzeichnung von Fahrzeugen und Ausnahmen fest.
In der Praxis sieht der Fahrer das Zeichen Umwelt ZONE. Darunter befindet sich ein Zusatzschild mit der Farbe der zulässigen Plakette. Zeigt das Schild eine grüne Plakette, darf man nur mit einer grünen Feinstaubplakette oder einer offiziellen Ausnahmegenehmigung einfahren.
Schilder für Beginn und Ende einer Umweltzone in deutschen Städten.
Wie viele Umweltzonen gibt es in Deutschland?
Nach Angaben des Umweltbundesamts gibt es in Deutschland nach der Aufhebung einiger Zonen noch 35 Umweltzonen. Ihre Zahl verändert sich: Städte können Zonen nach einer Verbesserung der Luftqualität aufheben oder die Regeln wegen neuer EU-Anforderungen an die Luftqualität überarbeiten.
Die zuverlässigste Prüfung ist nicht eine Liste in einem Artikel, sondern die offizielle Karte des Umweltbundesamts und die Website der jeweiligen Stadt. Auf der Karte lassen sich die Grenzen der Zone und Links zu lokalen Regeln ansehen.

Verteilung der Umweltzonen auf der Deutschlandkarte – markiert sind Orte, in die nur mit grüner Plakette eingefahren werden darf.
So prüfen Sie eine Stadt schnell
- Öffnen Sie die Karte des Umweltbundesamts: Umweltzonen in Deutschland.
- Suchen Sie die Stadt oder zoomen Sie in das gewünschte Gebiet hinein.
- Prüfen Sie die Grenzen der Zone, denn sie kann nicht die ganze Stadt umfassen.
- Schauen Sie vor der Fahrt ins Zentrum zusätzlich auf die Website der Stadt: Dort werden Ausnahmen, Änderungen durch Baustellen und lokale Beschränkungen veröffentlicht.
- Orientieren Sie sich vor Ort an den Verkehrszeichen. Sie bestimmen, wo das Verbot beginnt.
In Berlin umfasst die Umweltzone überwiegend den inneren Teil der Stadt innerhalb des S-Bahn-Rings. In München bezieht sich die Niedrigemissionszone auf den zentralen Stadtbereich rund um den Mittleren Ring; die genauen Grenzen sollten jedoch vor der Fahrt überprüft werden.

Die Umweltzone von Berlin auf der Karte.

Die Umweltzone von München auf der Karte.
Welche Umweltplaketten gibt es?
Die Umweltplakette wird auch Feinstaubplakette, Plakette oder ökologische Plakette genannt. Sie zeigt die Schadstoffgruppe des Fahrzeugs:
| Gruppe | Farbe | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1 | keine Plakette | ältere Fahrzeuge mit hohen Emissionen; Einfahrt in eine Umweltzone verboten |
| 2 | rot | niedrige Umweltkategorie; für bestehende Zonen in der Regel nicht ausreichend |
| 3 | gelb | mittlere Kategorie; für bestehende Zonen in der Regel nicht ausreichend |
| 4 | grün | wichtigste Kategorie für die Einfahrt in bestehende Umweltzonen |
Seit 2012 dürfen Fahrzeuge mit grüner Plakette in die aktiven deutschen Umweltzonen einfahren. Die Plakette muss auf der Innenseite der Windschutzscheibe gut sichtbar angebracht sein, und das darauf eingetragene Kennzeichen muss mit dem Kennzeichen des Fahrzeugs übereinstimmen.

Plaketten der Umweltklassen für deutsche Fahrzeuge
Wer braucht eine Umweltplakette?
Die Plakette benötigen nicht nur deutsche, sondern auch ausländische Fahrzeuge, wenn sie in eine Umweltzone einfahren. Die Zulassung des Fahrzeugs außerhalb Deutschlands befreit nicht von den Regeln.
In der Regel ist die Plakette erforderlich für:
- Pkw;
- Wohnmobile;
- Kleinbusse und Busse;
- Transporter;
- Lkw.
Auch Elektroautos benötigen eine Plakette, wenn sie in die Fahrzeugkategorie fallen, für die die Umweltzone gilt. Auf der Plakette muss das vollständige Kennzeichen stehen, einschließlich des Buchstabens E, falls er im deutschen Kennzeichen vorhanden ist.
Wer braucht normalerweise keine Plakette?
Nach der 35. BImSchV sind von den Regeln der Umweltzone unter anderem ausgenommen:
- Motorräder, Mopeds und dreirädrige Kraftfahrzeuge;
- land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen;
- Arbeitsmaschinen und bestimmte Spezialfahrzeuge;
- Fahrzeuge von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und anderen Diensten mit Sonderrechten;
- Oldtimer mit H-Zulassungskennzeichen oder rotem 07-Kennzeichen;
- Fahrzeuge für Menschen mit Behinderung bei entsprechenden Merkzeichen, etwa aG, H oder Bl.
In einer ungewöhnlichen Situation sollten Sie den Primärtext der 35. BImSchV oder die örtliche Zulassungsstelle prüfen: Die Ausnahmen gelten nicht automatisch für alle Fahrzeuge.
Wie lässt sich feststellen, welche Plakette ausgegeben wird?
Die Klasse wird anhand der Fahrzeugpapiere bestimmt, nicht nach dem äußeren Erscheinungsbild. Bei deutschen Papieren ist der Emissionsschlüssel in der Zulassungsbescheinigung Teil I wichtig, normalerweise Feld 14.1. In älteren Dokumenten sucht man die Schlüsselnummer zu 1.

Rot eingekreist sind die Ziffern, die die Schadstoffklasse des Fahrzeugs angeben.
Die Stelle, die die Plakette ausgibt, prüft die Zulassungsdokumente und entscheidet, zu welcher Schadstoffgruppe das Fahrzeug gehört. Das Fahrzeug selbst muss normalerweise nicht vorgeführt werden.

Anhand der ermittelten Emissionsklasse des eigenen Fahrzeugs lässt sich sofort erkennen, welche Plakette ausgestellt werden kann.
Wo kann man eine Umweltplakette kaufen?
Eine Umweltplakette kann man in Deutschland erhalten oder vorab online bestellen. Typische Möglichkeiten sind:
- die Zulassungsstelle oder das Bürgeramt, falls die Stadt diesen Service anbietet;
- technische Prüforganisationen und autorisierte Stellen im Zusammenhang mit AU/HU, etwa TÜV, DEKRA, GTÜ oder KÜS;
- Online-Dienste von TÜV, DEKRA oder Stadtverwaltungen;
- Werkstätten, die zur Abgasuntersuchung berechtigt sind.
Für die Bestellung werden normalerweise das Kennzeichen und eine Kopie der Zulassungsdokumente benötigt. Nach der Prüfung wird eine Plakette mit eingetragenem Kennzeichen ausgegeben. Die Kosten hängen vom Kaufort ab: Bei offiziellen städtischen Diensten sind sie oft niedriger, bei einer Onlinebestellung mit Versand können sie höher sein.

An der grünen Umweltplakette ist zu erkennen, dass das Fahrzeug zur Emissionsklasse 4 gehört und in Umweltzonen einfahren darf.
Wie wird die Plakette angebracht und wann muss sie ersetzt werden?
Die Plakette muss innen an der Windschutzscheibe angebracht werden, sodass sie von außen sichtbar ist. Sie einfach auf das Armaturenbrett zu legen oder mit Klebeband zu befestigen, reicht nicht aus.
Eine neue Plakette wird benötigt, wenn:
- das Fahrzeug umgemeldet wird und ein neues Kennzeichen erhält;
- das Kennzeichen auf der Plakette nicht mehr lesbar ist;
- die Windschutzscheibe ausgetauscht wird;
- sich auf der Scheibe eine alte Plakette mit einem anderen Kennzeichen befindet.
Die Umweltplakette selbst hat keine feste Gültigkeitsdauer. Sie ist an das Fahrzeug und dessen Kennzeichen gebunden.
Dieselbeschränkungen: Die grüne Plakette kann nicht ausreichen
Unabhängig von der Umweltzone haben einige Städte lokale Beschränkungen für ältere Dieselfahrzeuge auf bestimmten Straßen oder Abschnitten eingeführt oder führen sie ein. Solche Verbote können vom Euro-Standard, Fahrzeugtyp, Zweck der Fahrt und Ausnahmen für Anwohner, Lieferverkehr oder Sonderfahrzeuge abhängen.
Fahrbeschränkungen für Dieselfahrzeuge in Deutschland lassen sich nicht allein anhand einer grünen Plakette beurteilen: Ein Diesel der Euro-Norm 4 oder 5 kann eine grüne Plakette erhalten und dennoch unter ein lokales Verkehrszeichen fallen. Prüfen Sie vor der Fahrt ins Zentrum großer Städte die Website der Stadt und beachten Sie Zusatzschilder unter den Verkehrszeichen.

Das Zeichen bedeutet, dass die Einfahrt Fahrzeugen mit grüner Plakette erlaubt ist und dass für Dieselfahrzeuge Euro 5/VI gilt, ausgenommen Lieferverkehr und Anwohner.
Bußgeld für die Einfahrt ohne Plakette
Die Einfahrt in eine Umweltzone ohne gültige Plakette oder ohne zulässige Ausnahme gilt als Ordnungswidrigkeit. Das Umweltbundesamt nennt ein aktuelles Bußgeld von 100 Euro.
Ein Bußgeld ist möglich, wenn:
- keine Plakette vorhanden ist;
- die Plakette die falsche Farbe hat;
- das Kennzeichen auf der Plakette nicht mit dem Kennzeichen des Fahrzeugs übereinstimmt;
- die Plakette im Fahrzeuginneren liegt, aber nicht an der Scheibe angebracht ist;
- mehrere alte Plaketten mit unterschiedlichen Kennzeichen an der Scheibe angebracht sind.
Checkliste vor der Fahrt mit dem Auto in eine deutsche Stadt
- Prüfen Sie, ob es in der Stadt eine Umweltzone gibt.
- Klären Sie die Grenzen der Zone auf der Karte des Umweltbundesamts oder auf der Website der Stadt.
- Besorgen Sie sich die grüne Umweltplakette vorab, insbesondere bei einem ausländischen Fahrzeug.
- Vergewissern Sie sich, dass das Kennzeichen auf der Plakette mit dem Fahrzeugkennzeichen übereinstimmt.
- Prüfen Sie bei einem Dieselfahrzeug zusätzliche städtische Beschränkungen.
- Befolgen Sie vor Ort die Zeichen Umwelt ZONE und die Zusatzschilder.
FAQ
Darf man mit einem ausländischen Fahrzeug ohne deutsche Plakette in eine Umweltzone einfahren?
Nein, ausländische Fahrzeuge müssen dieselben Regeln einhalten. Fällt das Fahrzeug unter die Regeln der Umweltzone, ist eine gültige Plakette oder eine offizielle Ausnahme erforderlich.
Gilt die Plakette nur in einer Stadt?
Nein. Die Umweltplakette gilt in allen deutschen Umweltzonen, wenn das Kennzeichen des Fahrzeugs mit dem Kennzeichen auf der Plakette übereinstimmt.
Braucht man eine Plakette für die Fahrt auf der Autobahn?
Normalerweise nicht, sofern die Autobahn nicht innerhalb einer ausgewiesenen Umweltzone verläuft. Die Regel gilt nicht wegen des Landes oder Bundeslands, sondern wegen des konkreten Verkehrszeichens Umwelt ZONE.
Darf man mit grüner Plakette jeden Diesel fahren?
Nicht immer. Für die Umweltzone reicht eine grüne Plakette normalerweise aus, aber einzelne städtische Dieselverbote können zusätzliche Anforderungen an die Euro-Norm festlegen.