Studieren in Deutschland: So bewirbst du dich 2026 an einer Hochschule

Studieren in Deutschland: So bewirbst du dich 2026 an einer Hochschule

Die Zulassung an einer deutschen Hochschule beginnt nicht mit der Wahl des Studienorts, sondern mit der Prüfung der Hochschulzugangsberechtigung. Für Deutschland sind die Hochschulzugangsberechtigung, also das Recht auf Zulassung, ein Sprachzertifikat, die erforderlichen Unterlagen, ein Finanznachweis und die richtige Art von Visum wichtig. Wenn diese Voraussetzungen im Voraus erfüllt sind, bleibt ein Studium in Deutschland ein realistischer Weg für internationale Studierende.

Wo soll man anfangen?

Der erste Schritt besteht darin, nicht nur eine Hochschule, sondern auch einen konkreten Studiengang auszuwählen. Die Anforderungen können sogar innerhalb einer Hochschule variieren: Ein Fachbereich verlangt den TestDaF oder die DSH, ein anderer akzeptiert ein Englischzertifikat, ein dritter verlangt den TestAS, ein Portfolio, ein Motivationsschreiben oder eine Vorabprüfung der Unterlagen durch uni-assist.

Der grundlegende Ablauf sieht wie folgt aus:

  1. Studiengänge auf Deutsch oder Englisch finden.
  2. Prüfen Sie die Anforderungen an das Schulzeugnis oder den bereits erworbenen Abschluss.
  3. Klären Sie, ob eine Einreichung über uni-assist und VPD erforderlich ist.
  4. Ein Sprachzertifikat vorbereiten.
  5. Die Unterlagen zusammenstellen und die Bewerbung fristgerecht einreichen.
  6. Nach der Zulassung das Visum und den Finanznachweis vorbereiten.

Hochschulzugangsberechtigung

Für ein Studium an einer deutschen Hochschule benötigt man ein Dokument, das Deutschland als ausreichende Zugangsvoraussetzung anerkennt. Der DAAD bezeichnet dies als Hochschulzugangsberechtigung. Reicht die Schulbildung nicht aus, ist in der Regel ein Studienkolleg erforderlich – ein Vorbereitungskurs mit der abschließenden Feststellungsprüfung.

Für Bewerber aus Nicht-EU-Ländern ist die Überprüfung besonders wichtig. Es sind verschiedene Szenarien möglich:

  • Das Abitur wird für die allgemeine Zulassung anerkannt;
  • Das Abitur wird nur für bestimmte Fachrichtungen anerkannt;
  • ein oder zwei Jahre erfolgreiches Studium an einer Hochschule im Heimatland;
  • ein Studienkolleg ist erforderlich;
  • Für ein Masterstudium wird geprüft, ob die bisherige Hochschulausbildung dem gewählten Fachbereich entspricht.

Die allgemeinen Datenbanken des DAAD und von Anabin helfen bei der Einschätzung des Weges, aber die endgültige Entscheidung trifft die Hochschule. Daher müssen die Anforderungen auf der Website des gewählten Studiengangs überprüft werden. Wenn die Hochschule über uni-assist arbeitet, kann die Vorabprüfung als VPD – Vorprüfungsdokumentation – beantragt werden.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter zum Bachelorstudium in Deutschland, doch die endgültigen Anforderungen sollten Sie immer bei der jeweiligen Hochschule erfragen.

Wann ist ein Studienkolleg erforderlich?

Das Studienkolleg eignet sich für diejenigen, deren Schulabschluss allein keinen direkten Zugang zum deutschen Bachelorstudium ermöglicht. Für die Zulassung zum Studienkolleg sind in der Regel eine Aufnahmeprüfung und Deutschkenntnisse mindestens auf dem vom jeweiligen Studienkolleg geforderten Niveau erforderlich. Der DAAD gibt B1 als Richtwert für die Zulassung zum Vorbereitungskurs an, doch in der Praxis können die Anforderungen höher sein.

Nach dem Studienkolleg legt der Studierende die Feststellungsprüfung ab. Diese Prüfung bestätigt die Studierfähigkeit für den gewählten Studiengang. Es ist wichtig, das richtige Kursprofil zu wählen, da dies Einfluss auf die Liste der verfügbaren Studienfächer hat.

Deutsch: Welche Zertifikate sind geeignet?

Für Studiengänge in deutscher Sprache ist meist eine der anerkannten Prüfungen erforderlich. Die gängigsten Optionen sind:

  • TestDaF;
  • DSH;
  • telc Deutsch C1 Hochschule;
  • einzelne Zertifikate des Goethe-Instituts, sofern diese von der jeweiligen Hochschule anerkannt werden.

Für eine uneingeschränkte Zulassung orientiert man sich häufig am TestDaF mit einem TDN von 4 in allen Teilen oder an der DSH-2. Da die Universität jedoch eigene Regeln festlegen kann, darf nicht davon ausgegangen werden, dass jedes C1-Zertifikat automatisch ausreicht.

Das Goethe-Zertifikat B2 ist in der Regel keine universelle Option für die Zulassung zu einem deutschsprachigen Studiengang an einer Universität. Das Goethe-Zertifikat C1 oder C2 kommt nur dann in Frage, wenn dies in den Anforderungen ausdrücklich angegeben ist. Wenn die Bewerbungsfrist näher rückt, sollten Sie die Prüfungstermine und die Fristen für die Bekanntgabe der Ergebnisse im Voraus prüfen: Eine Wiederholungsprüfung könnte möglicherweise nicht rechtzeitig vor Ablauf der Frist erfolgen.

Wenn der Studiengang auf Englisch ist

Ein Studium in Deutschland auf Englisch ist möglich, insbesondere im Masterstudium und in internationalen Studiengängen. Es gibt zwar weniger solcher Studiengänge als deutschsprachige, doch sie eignen sich oft für diejenigen, die ihre Deutschkenntnisse noch nicht auf akademisches Niveau gebracht haben.

In der Regel verlangt die Hochschule TOEFL, IELTS, Cambridge English oder ein anderes anerkanntes Zertifikat. GMAT oder GRE ersetzen die Sprachprüfung nicht: Es handelt sich um separate Tests, die für bestimmte Studiengänge in den Bereichen Wirtschaft, Betriebswirtschaft oder Management erforderlich sein können.

Selbst wenn der Studiengang vollständig auf Englisch stattfindet, ist Deutsch für den Alltag, Nebenjobs, Praktika und die spätere Berufslaufbahn von Vorteil. Viele Hochschulen bieten während des Studiums Sprachkurse an.

Visum für Studium und Vorbereitungskurse

Für Staatsangehörige von Ländern, die ein nationales Visum benötigen, hängt die Art des Visums von der Phase des Zulassungsverfahrens ab:

  • Visum zur Studienbewerbung – falls Sie sich noch auf die Bewerbung vorbereiten oder auf die endgültige Zulassung warten;
  • Visum zu Studienzwecken – sofern bereits eine Zulassung oder eine Bestätigung der Hochschule vorliegt;
  • Sprachvisum – wenn der Zweck der Reise ausschließlich Sprachkurse sind und kein bereits festgelegter Studienweg vorliegt.

Ein Touristenvisum eignet sich nicht für den Studienbeginn und löst in der Regel nicht die Frage der anschließenden Aufenthaltserlaubnis für Studierende. Der DAAD weist zudem darauf hin, dass ein Sprach- oder Touristenvisum nicht immer ohne Ausreise in ein Studentenvisum umgewandelt werden kann. Daher sollte vor der Antragstellung die Art des Visums mit der deutschen Auslandsvertretung abgeklärt werden.

Für das Visum ist ein Finanznachweis erforderlich. Eine häufige Variante ist ein Sperrkonto. Im Jahr 2026 liegt der Richtwert für den jährlichen Nachweis bei 11.904 Euro, sofern die Behörde nichts anderes verlangt.

Geldüberweisungen und Bankbeschränkungen

Die Bankbedingungen für internationale Überweisungen, insbesondere aus Ländern mit Sanktionen und Devisenbeschränkungen, ändern sich schneller als die Zulassungsbestimmungen. Man sollte sich daher nicht auf Listen mit Banken und Limits aus älteren Artikeln verlassen.

Bevor Sie die Semestergebühr bezahlen, ein Sperrkonto eröffnen oder einen größeren Betrag überweisen, überprüfen Sie bitte Folgendes:

  • Akzeptiert der gewählte Anbieter Zahlungen aus Ihrem Land?
  • Welche Unterlagen verlangt die entsendende Bank?
  • Gibt es Beschränkungen, Gebühren und Devisenkontrollen?
  • Wie lange dauert die Übersetzung?
  • Ist eine Rückerstattung möglich, wenn das Visum abgelehnt wird oder sich die Pläne ändern?

Falls die Gefahr einer Verzögerung bei der Überweisung besteht, planen Sie zusätzliche Zeit bis zum Stichtag für die Einreichung der Unterlagen und das Visuminterview ein.

Kurze Checkliste für Studienbewerber

  • Wählen Sie den Studiengang und die Unterrichtssprache aus.
  • Überprüfen Sie die Hochschulzugangsberechtigung über den DAAD, Anabin, uni-assist oder die Website der Hochschule.
  • Klären Sie ab, ob ein Studienkolleg, ein VPD, ein TestAS oder ein Portfolio erforderlich ist.
  • Melden Sie sich rechtzeitig für die Sprachprüfung an.
  • Bereiten Sie Übersetzungen und Beglaubigungen Ihrer Dokumente vor.
  • Prüfen Sie die Fristen: Winter- und Sommersemester haben oft unterschiedliche Termine.
  • Nach der Zulassung sollten Sie das Visum, die Krankenversicherung und den Finanznachweis vorbereiten.

Häufige Fehler

Der größte Fehler ist es, die Bestimmungen für 2023/2024 als aktuell anzusehen. Bei der Zulassung ändern sich Fristen, Einreichungsformate, Studienanforderungen und Visumvorschriften.

Der zweite Fehler besteht darin, anzunehmen, dass eine einzige Liste von Unterlagen für alle Hochschulen gilt. In Deutschland hat die jeweilige Hochschule das letzte Wort, nicht ein allgemeiner Artikel oder ein Forum.

Der dritte Fehler: zu spät mit der Sprachprüfung zu beginnen. Selbst wenn das Sprachniveau bereits gut ist, können freie Termine und die Wartezeit auf die Ergebnisse zu einem Engpass werden.