So suchst du nach Stellenangeboten für ein duales Studium in Deutschland
Das duale Studium ist ein Hochschulbildungsmodell in Deutschland, bei dem das Studium an einer Hochschule oder Berufsakademie mit der praktischen Ausbildung beim Arbeitgeber kombiniert wird. Daher muss man nicht nur nach einem Studiengang suchen, sondern auch nach einem Partnerunternehmen: Ohne einen Vertrag mit dem Arbeitgeber können viele duale Studiengänge gar nicht erst eingerichtet werden.
Was ist ein duales Studium?
In der dualen Ausbildung laufen Theorie und Praxis parallel. Der Studierende studiert an einer Hochschule, einer dualen Hochschule oder einer Berufsakademie und absolviert regelmäßig Praxisphasen im Unternehmen. Je nach Modell kann der Studiengang wie folgt gestaltet sein:
- ausbildungsintegrierend – verbindet ein Bachelorstudium mit einer anerkannten beruflichen Ausbildung;
- praxisintegrierend – umfasst längere Praxisphasen beim Arbeitgeber ohne separaten Ausbildungsabschluss;
- berufsintegrierend – richtet sich an Personen, die bereits berufstätig sind und Arbeit und Studium miteinander verbinden.
Der wesentliche Unterschied zur Ausbildung: Das duale Studium führt zu einem Hochschulabschluss, meist zum Bachelor. Im ausbildungsintegrierenden Modell kann man sowohl einen Hochschulabschluss als auch eine berufliche Qualifikation erwerben.
Wo fängt man mit der Suche an?
In der Regel beginnt der Weg beim Arbeitgeber. Das Unternehmen gibt an, mit welcher Hochschule oder Berufsakademie es zusammenarbeitet, welche Unterlagen benötigt werden und wie das Auswahlverfahren abläuft. Es gibt jedoch Ausnahmen: Einige Hochschulen oder Akademien nehmen zunächst die Bewerbung für das Programm entgegen und helfen anschließend bei der Suche nach einem Praxispartner.
In der Praxis läuft es folgendermaßen ab:
- Wählen Sie einen Studienbereich: Wirtschaft, IT, Ingenieurwesen, Sozialwesen, Gesundheitswesen, öffentlicher Dienst oder einen anderen Bereich.
- Prüfen Sie, welche Hochschulen, Berufsakademien und dualen Hochschulen solche Studiengänge anbieten.
- Suchen Sie nach Partnerunternehmen oder Stellenangeboten mit den Stichwörtern „Duales Studium“, „duales Bachelorstudium“, „Praxispartner“ und „ausbildungsintegriertes Studium“.
- Vergleichen Sie die Anforderungen des Arbeitgebers und der Bildungseinrichtung: Fristen, Sprache, Schulabschlusszeugnis, Vertragsform, Zulassungsverfahren.
- Reichen Sie die Unterlagen in der richtigen Reihenfolge ein: zuerst beim Arbeitgeber, zuerst bei der Hochschule oder parallel – das hängt vom jeweiligen Studiengang ab.
Wo man Stellenangebote findet
Die Suche nach einem dualen Studium kann man direkt über mehrere Quellen starten:
- Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit – offizielle Suche nach Stellenangeboten und Ausbildungsprogrammen;
- Unternehmenswebsites: Rubriken „Karriere“, „Ausbildung“, „Schüler“, „Duales Studium“;
- die Seiten „Hochschulen“, „Duale Hochschulen“ und „Berufsakademien“ mit Listen der Praxispartner;
- Hochschulkompass und andere Studiengangdatenbanken, um herauszufinden, welche Hochschulen duale Studiengänge anbieten;
- große Jobbörsen, zum Beispiel StepStone, wenn man eine breitere Auswahl an Unternehmen sucht;
- Karrieremessen, Tage der offenen Tür und regionale Portale der Bundesländer.
Beschränken Sie sich nicht auf eine einzige Plattform. Bei großen Arbeitgebern werden Stellenangebote oft früher oder ausführlicher auf der eigenen Website veröffentlicht als auf Jobbörsen.
Wann sollte man sich bewerben?
Die Fristen hängen vom Unternehmen, der Hochschule und dem Bundesland ab. Bei vielen Studiengängen beginnt die Bewerbungsphase sehr früh: Als Richtwert gilt etwa ein Jahr oder sogar anderthalb Jahre vor Studienbeginn. Bei einigen Arbeitgebern liegen die Fristen im Herbst des Vorjahres, dies ist jedoch keine allgemeingültige Regel.
Behalten Sie zwei Kalender gleichzeitig im Blick:
- Bewerbungsfrist des Arbeitgebers für die Stelle im dualen Studium;
- Frist der Hochschule oder Berufsakademie für die Immatrikulation und die Einreichung der Studienunterlagen.
Wenn ein Unternehmen bereit ist, einen Bewerber aufzunehmen, die Bewerbungsfrist bei der Bildungseinrichtung jedoch bereits abgelaufen ist, kann die Aufnahme scheitern. Erstellen Sie daher zunächst eine Liste mit Studiengängen und Terminen und planen Sie erst danach Ihre Bewerbungen.
Welche Unterlagen müssen vorbereitet werden?
Die Unterlagen ähneln denen einer Bewerbung für eine Ausbildung, müssen jedoch an das Studium und den gewählten Beruf angepasst werden. In der Regel werden benötigt:
- Lebenslauf im deutschen Format;
- Anschreiben oder Motivationsschreiben, falls erforderlich oder um die Motivation zu verdeutlichen;
- Schulzeugnisse, Notenübersichten, Abschlüsse und Übersetzungen;
- Nachweis der Hochschulzugangsberechtigung oder Prüfung der Anerkennung des Schulabschlusses;
- ein Sprachzertifikat, sofern dies von der Hochschule oder dem Arbeitgeber verlangt wird;
- Praktika, Projekte, ein Portfolio oder Arbeitsproben, sofern sie für den Studiengang relevant sind;
- eine Kopie des Reisepasses und zusätzliche Unterlagen für internationale Bewerber, sofern diese in den Anforderungen angegeben sind.
Für die meisten deutschsprachigen Studiengänge sind gute Deutschkenntnisse erforderlich. Der DAAD weist darauf hin, dass viele Hochschulen mindestens das Niveau B2 verlangen, während ein bestimmter Studiengang möglicherweise das Niveau C1 oder eine bestimmte Prüfung voraussetzt. Daher sollte die Angabe „B2/C1 ausreichend“ am besten auf der Website der ausgewählten Hochschule überprüft werden.
Wie schreibt man eine Bewerbung?
Ein duales Studium ist keine Stelle für einen fertigen Experten. Der Arbeitgeber sucht jemanden, der lernen kann, Belastungen standhält und auch nach Abschluss des Studiums ein wertvoller Mitarbeiter bleibt. In der Bewerbung sollte man Folgendes hervorheben:
- warum gerade dieser Bereich zu Ihnen passt;
- Was verstehen Sie unter der doppelten Belastung durch Studium und Praxis?
- warum man sich für ein bestimmtes Unternehmen entschieden hat;
- Welche Schulfächer, Projekte, Praktika oder persönlichen Erfahrungen belegen das Interesse?
- Wie planst du, deine Deutschkenntnisse oder fachlichen Fähigkeiten bis zum Studienbeginn zu verbessern?
Wenn Sie 35+ oder 40+ sind, ist ein Anschreiben besonders hilfreich: Darin können Sie in aller Ruhe Ihren Karrierewechsel erklären, Ihre reife Motivation darlegen und Ihre bisherigen Erfahrungen mit dem zukünftigen Studiengang verknüpfen. Das Alter an sich sollte nicht im Mittelpunkt des Anschreibens stehen; wichtiger ist es, den Arbeitgeber davon zu überzeugen, dass Sie sich bewusst für ein intensives Ausbildungsformat entscheiden.
Was du vor dem Absenden überprüfen solltest
- Stimmen die Anforderungen des Arbeitgebers und der Hochschule überein?
- Ist ein separater Vertrag erforderlich: Ausbildungsvertrag, Studienvertrag oder Praxisvertrag?
- Welches Deutschniveau und welche Zertifikate werden akzeptiert?
- Ist es möglich, sich aus dem Ausland zu bewerben, und welche Visumsschritte sind nach Vertragsabschluss erforderlich?
- Gibt es Tests, Assessment-Center, Video-Vorstellungsgespräche oder Probeaufgaben?
- Wird das Praktikum vergütet und welche Kosten muss der Studierende selbst tragen?
Häufige Fehler
- Nur nach „Hochschulzugang“ zu suchen und den Arbeitgeber außer Acht zu lassen.
- An alle Unternehmen das gleiche Anschreiben schicken.
- Beginne mit der Suche bereits einige Monate vor Beginn des Studiengangs.
- Die Anerkennung des Schulabschlusses für die Zulassung an einer deutschen Hochschule nicht überprüfen.
- Im Lebenslauf nur Berufserfahrung angeben, aber keine Motivation für das Studium zeigen.
Zusammenfassung
Für ein duales Studium muss man nach einer Kombination aus „Studiengang plus Arbeitgeber“ suchen. Meistens ist der erste Schritt eine Kontaktaufnahme mit dem Unternehmen, aber die Reihenfolge kann variieren. Je früher Sie eine Liste mit Studiengängen, Bewerbungsfristen, Sprachvoraussetzungen und Praxispartnern zusammenstellen, desto geringer ist das Risiko, die Bewerbungsfrist zu verpassen, und desto überzeugender wird Ihre Bewerbung sein.