So bewirbst du dich für eine duale Ausbildung in Deutschland: Arbeitgeber, Hochschule und Unterlagen
Das duale Studium in Deutschland ist eine Form der Hochschulbildung, bei der das Studium an einer Hochschule, einer dualen Hochschule oder einer Berufsakademie mit der Praxis in einem Unternehmen verbunden ist. Die Studierenden erhalten eine akademische Ausbildung und arbeiten gleichzeitig bei einem Praxispartner: einem Arbeitgeber, mit dem ein Vertrag über den praktischen Teil abgeschlossen wurde.
Der wesentliche Unterschied zum herkömmlichen Bachelor-Studium besteht in der integrierten Tätigkeit im Unternehmen. Der wesentliche Unterschied zur Ausbildung besteht darin, dass am Ende ein Hochschulabschluss steht, meist ein Bachelor. Bei einigen Modellen kann man auch einen zweiten, berufsbezogenen Abschluss erwerben, wenn das Programm ausbildungsintegrierend ist.
Was ist ein duales Studium?
Die duale Ausbildung basiert auf zwei Lernorten:
- Hochschule, Duale Hochschule oder Berufsakademie vermittelt Theorie, führt Prüfungen durch und vergibt einen akademischen Abschluss.
- Das Unternehmen oder ein anderer Praxispartner bietet die Praxisphasen und fachspezifische Aufgaben an und zahlt in der Regel eine Vergütung.
Der Stundenplan hängt vom jeweiligen Studiengang ab. Manchmal wechseln sich Theorie und Praxis in mehrmonatigen Blöcken ab, manchmal studiert der Studierende während des Semesters und arbeitet in den Semesterferien, und manchmal werden die Wochen zwischen der Hochschule und dem Unternehmen aufgeteilt. Daher sollte man vor der Bewerbung nicht nur die Bezeichnung des Studiengangs, sondern auch das Modell des jeweiligen Studiengangs prüfen.
Wie unterscheidet sich das duale Studium von der Ausbildung und einem regulären Hochschulstudium?
| Format | Was erhält der Studierende? | Was ist zu beachten? |
|---|---|---|
| Ausbildung | Berufliche Bildung und praktische Qualifikation | Dies ist keine Hochschulausbildung, obwohl man nach der Ausbildung ein Studium anschließen kann |
| Herkömmlicher Bachelor | Akademischer Abschluss, Praktika werden in der Regel separat gesucht | Mehr Flexibilität, aber weniger integrierte Arbeit beim Arbeitgeber |
| Duales Studium | Bachelor und systematische Praxis beim Praxispartner; manchmal auch berufsqualifizierender Abschluss | Ein Vertrag mit dem Unternehmen ist erforderlich, die Belastung ist höher, Urlaub in der Regel wie bei einem Arbeitnehmer |
Das duale Studium eignet sich für diejenigen, die ihr Studium schneller mit dem Beruf verbinden möchten und bereit sind, einen straffen Zeitplan einzuhalten. Wer mehr akademische Freiheit, einen Fachwechsel, ein Auslandssemester oder lange Semesterferien wünscht, für den ist eine herkömmliche Universität möglicherweise die bessere Wahl.
Welche Modelle gibt es?
In Deutschland gibt es vor allem drei Varianten:
- Ausbildungsintegrierendes Studium – Bachelor plus parallele Berufsausbildung. Nach erfolgreichem Abschluss können sowohl ein akademischer als auch ein beruflicher Abschluss erworben werden.
- Praxisintegrierendes Studium – Bachelor-Studium mit langen Praxisphasen im Unternehmen, jedoch ohne separate Berufsausbildung.
- Berufsintegrierendes Studium – ein Studium, das in die bestehende Berufstätigkeit integriert ist; eignet sich vor allem für Personen, die bereits berufstätig sind und sich weiterqualifizieren möchten.
Für ausländische Studienbewerber kommen meist die ersten beiden Varianten in Frage. In jedem Fall sind die Anforderungen der jeweiligen Hochschule und der Vertrag mit dem Praxispartner entscheidend.
In welchen Fachrichtungen gibt es duale Ausbildungsgänge?
Das duale Studium ist vor allem in anwendungsorientierten Bereichen verbreitet, in denen Unternehmen Mitarbeiter mit akademischer Grundlage und praktischen Fähigkeiten benötigen:
- Ingenieurwesen und Maschinenbau;
- Informatik, IT, Wirtschaftsinformatik;
- Wirtschaft, Logistik, Finanzen, Handel;
- Sozialarbeit und Management im Sozialwesen;
- Gesundheitswesen, Pflege und verwandte anwendungsorientierte Fachrichtungen;
- Angewandte Naturwissenschaften.
Rein theoretische Studienrichtungen, wie beispielsweise Teile der Sprachwissenschaft, der Philosophie oder der geisteswissenschaftlichen Grundstudiengänge, werden in der Regel seltener im dualen Format angeboten. Man sollte nicht den Fachbereich als Ganzes, sondern den konkreten Studiengang prüfen.
Sprache und Zulassungsvoraussetzungen
Die meisten dualen Studiengänge in Deutschland sind auf die deutsche Sprache ausgerichtet, da die Studierenden nicht nur Vorlesungen besuchen, sondern auch Vorstellungsgespräche führen, im Team arbeiten, Verträge lesen und mit Kunden oder Kollegen kommunizieren müssen. In der Praxis wird oft ein Sprachniveau von mindestens B2 erwartet, für manche Studiengänge und Hochschulen kann sogar C1 erforderlich sein.
In der Regel wird Folgendes geprüft:
- die Hochschulzugangsberechtigung;
- Schulabschluss oder bereits abgeschlossener Bildungsabschluss;
- Deutsch, manchmal auch Englisch;
- Motivation und Verständnis für den Beruf;
- Lebenslauf, Zeugnisse und einschlägige Berufserfahrung;
- ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch oder ein Assessment-Center beim Arbeitgeber.
Wenn du dein Abschlusszeugnis nicht in Deutschland erworben hast, prüfe bitte im Voraus, ob es dir direkten Zugang zum Bachelor-Studium ermöglicht. In Einzelfällen kann ein Studienkolleg oder ein anderer Zugangsweg erforderlich sein.
Wie man sich bewirbt: zwei Szenarien
1. Zunächst einen Arbeitgeber finden
Häufig sucht man nach einer Stelle für ein duales Studium bei einem Unternehmen. In den Stellenanzeigen ist in der Regel angegeben, mit welcher Hochschule oder Berufsakademie der Arbeitgeber zusammenarbeitet und welche Unterlagen erforderlich sind.
Vorgehensweise:
- Wählen Sie den Studiengang und die Städte aus, in denen Sie studieren und arbeiten möchten.
- Suchen Sie nach Stellenangeboten auf den Websites von Unternehmen, auf Hochschulportalen, in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit, auf StepStone und anderen Plattformen.
- Bereiten Sie Ihren Lebenslauf, Ihr Motivationsschreiben, Ihre Zeugnisse, Noten und Übersetzungen Ihrer Dokumente vor.
- Durchlaufen Sie das Auswahlverfahren beim Arbeitgeber: Online-Tests, Vorstellungsgespräch, Assessment-Center oder Schnuppertag.
- Unterzeichnen Sie nach der Zusage den Vertrag mit dem Praxispartner.
- Reichen Sie Ihre Unterlagen bei der Hochschule ein oder schließen Sie die Immatrikulation gemäß den Anweisungen des Arbeitgebers und der Hochschule ab.
Dieser Weg ist sinnvoll, wenn Sie ein bestimmtes Unternehmen oder einen bestimmten Beruf im Blick haben. Der Nachteil ist, dass das Auswahlverfahren ähnlich wie bei einer regulären Einstellung ablaufen kann: Der Arbeitgeber bewertet nicht nur die Noten, sondern auch Sprachkenntnisse, Kommunikationsfähigkeit und Arbeitsbereitschaft.
2. Zunächst eine Hochschule oder Berufsakademie auswählen
Einige Hochschulen und Berufsakademien veröffentlichen eine Liste von Partnerunternehmen oder eigene Datenbanken mit Praktikumsplätzen. In diesem Fall ist die Vorgehensweise umgekehrt: Zunächst suchst du dir einen geeigneten Studiengang aus und wählst anschließend einen Praxispartner aus dem Partnernetzwerk aus.
Dieser Weg ist sinnvoll, wenn Ihnen die Stadt, der Studiengang oder eine bestimmte Hochschule wichtig sind. Doch selbst mit Unterstützung der Hochschule bleibt der Vertrag mit dem Unternehmen in der Regel eine zwingende Voraussetzung: Ohne ihn kann die Zulassung zum dualen Studium möglicherweise nicht erfolgen.
Wann sollte man mit der Vorbereitung beginnen?
Unternehmen rekrutieren duale Studierende oft schon im Voraus, manchmal etwa ein Jahr vor Studienbeginn. Die Fristen der Hochschulen, die Termine der Arbeitgeber und die Termine für die Zulassungsverfahren stimmen möglicherweise nicht überein, daher ist es ratsam, beide Kalender parallel zu führen.
Praktischer Zeitplan:
- innerhalb von 12–15 Monaten einen Studiengang auswählen, die Zugangsvoraussetzungen für den Bachelor prüfen und die Deutschkenntnisse verbessern;
- innerhalb von 10–12 Monaten eine Liste mit Studiengängen, Unternehmen und Fristen zusammenstellen;
- in 8–10 Monaten Lebenslauf, Motivationsschreiben, Übersetzungen und Zeugnisse vorbereiten;
- sich 6–9 Monate lang aktiv auf Stellenangebote bewerben und Vorstellungsgespräche führen;
- Nach der Zusage sollten Sie den Vertrag, die Vergütung, die Pflichten, den Urlaub, die Studienphasen und das Immatrikulationsverfahren überprüfen.
Man sollte nicht auf die offizielle Bewerbungsfrist der Hochschule warten, wenn der Arbeitgeber die Einstellung bereits früher schließt. Für das duale Studium ist der Platz im Unternehmen oft wichtiger als die Art der Bewerbung an der Hochschule.
Geld, Vergütung und Vertrag
In vielen dualen Studiengängen erhält der Studierende eine monatliche Vergütung vom Unternehmen. Die Höhe hängt von der Branche, dem Arbeitgeber, dem Studienjahr, dem Bundesland und dem Studienmodell ab. Den genauen Betrag muss man im Vertrag und in der Ausschreibung nachlesen: Alte, allgemeine Spannen verlieren schnell ihre Gültigkeit.
Prüfen Sie vor der Unterzeichnung des Vertrags:
- Wie hoch ist die Vergütung in jedem Studienjahr?;
- Übernimmt das Unternehmen die Studiengebühren oder den Semesterbeitrag?;
- Gibt es eine Rückzahlungsklausel, d. h. die Verpflichtung, einen Teil der Kosten bei vorzeitigem Ausscheiden zurückzuzahlen?
- Wie viele Urlaubstage stehen zu?;
- wo die theoretischen und praktischen Phasen stattfinden;
- Was passiert, wenn Sie die Prüfung nicht bestehen oder den Studiengang wechseln möchten?
Wenn es sich um eine private Hochschule oder eine Berufsakademie handelt, die Studiengebühren erhebt, klären Sie im Voraus, wer diese bezahlt. Manchmal übernimmt der Arbeitgeber die Kosten, manchmal zahlt der Studierende einen Teil selbst.
Unterlagen für die Bewerbung
Es gibt keine einheitliche Liste, aber in der Regel werden folgende Voraussetzungen benötigt:
- Lebenslauf auf Deutsch, häufig im deutschen Format;
- ein Motivationsschreiben, das auf ein bestimmtes Unternehmen und ein bestimmtes Programm zugeschnitten ist;
- Schulabschlusszeugnis, Diplome und Zeugnisanhänge;
- Übersetzungen und Beglaubigungen von Dokumenten, sofern diese von der Hochschule oder dem Arbeitgeber verlangt werden;
- Sprachzertifikat für Deutsch, manchmal auch für Englisch;
- Reisepass;
- Nachweis der Zulassungsberechtigung für eine Hochschule;
- Praktische Nachweise: Praktika, Projekte, Berufstätigkeit, ehrenamtliches Engagement, sofern relevant.
Für technische und IT-Studiengänge ist es hilfreich, Projekte, GitHub, ein Portfolio oder Erfahrungen mit Tools vorzuweisen. Für betriebswirtschaftliche Studiengänge sind ein sorgfältig verfasster Lebenslauf, eine verständliche Motivation und die Fähigkeit wichtig, zu erklären, warum Sie sich gerade für dieses Unternehmen entschieden haben.
Häufige Fehler
- Nur nach einer Hochschule suchen und vergessen, dass man einen Praxispartner braucht.
- Zu spät mit der Bewerbung zu beginnen, wenn die Unternehmen die Bewerbungsfrist bereits geschlossen haben.
- Geben Sie in allen Anschreiben dieselbe Motivation an.
- Nicht prüfen, ob das ausländische Abschlusszeugnis für den Bachelor-Studiengang anerkannt wird.
- Unterschätzen Sie das mündliche Vorstellungsgespräch auf Deutsch nicht.
- Den Vertrag nicht lesen: Vergütung, Urlaub, mögliche Kostenerstattung und Kündigungsbedingungen.
- Man sollte das duale Studium nicht als einfachen Weg betrachten, während des Studiums ein Gehalt zu verdienen. Die Belastung ist in der Regel höher als an einer herkömmlichen Hochschule.
Kurze Checkliste vor der Bewerbung
Bevor Sie sich zum ersten Mal bewerben, prüfen Sie bitte Folgendes:
- Ist Ihr Schulabschluss oder Ihr Abschlusszeugnis für die Zulassung zu einem Bachelor-Studium in Deutschland geeignet?;
- welches Deutschniveau das Studienprogramm voraussetzt;
- Ist ein separates Englischzertifikat erforderlich?
- wer der Praxispartner ist und mit welcher Hochschule er zusammenarbeitet;
- Stimmen die Fristen des Unternehmens und der Hochschule überein?;
- Wer übernimmt die Studiengebühren und den Semesterbeitrag?
- Welche Unterlagen werden im Original, in Übersetzung oder als beglaubigte Kopie benötigt?
- Gibt es Bestimmungen bezüglich Visum und Einreisedaten, wenn Sie kein EU-Bürger sind?
Das duale Studium kann eine gute Option für diejenigen sein, die einen deutschen Abschluss erwerben und frühzeitig in den Beruf einsteigen möchten. Es handelt sich jedoch nicht einfach um ein Studium mit Nebenjob: Man wird gleichzeitig Student und Teil des Unternehmens, weshalb die Bewerbung sowohl als Zulassungsantrag als auch als Bewerbungsverfahren um eine Stelle vorbereitet werden muss.