Bewerbung für eine Ausbildung in Deutschland: So bereiten Sie Ihre Bewerbung vor

Bewerbung für eine Ausbildung in Deutschland: So bereiten Sie Ihre Bewerbung vor

Eine Ausbildung in Deutschland ist eine berufliche Ausbildung, die zu einem praktischen Beruf und einem offiziellen Abschluss führt. Für ausländische Bewerber besteht die wichtigste Aufgabe in der Regel nicht darin, einen einzigen passenden Ausbildungsplatz zu finden, sondern sich im Vorfeld mit der Art der Ausbildung, der deutschen Sprache, den Unterlagen, den Fristen und den Anforderungen des jeweiligen Arbeitgebers oder der jeweiligen Schule vertraut zu machen.

Welche Arten von Ausbildung gibt es?

In Deutschland werden meist zwei Formen der beruflichen Ausbildung unterschieden.

Die duale Ausbildung findet gleichzeitig im Unternehmen und in der Berufsschule statt. Der praktische Teil wird beim Arbeitgeber absolviert, der theoretische Teil in der Berufsschule. Dieses Format dauert in der Regel zwei bis drei Jahre, beginnt oft im August oder September und ermöglicht bereits während der Ausbildung das Sammeln von Berufserfahrung.

Schulische Ausbildung findet an einer Berufsfachschule, einem Berufskolleg oder einer anderen berufsbildenden Schule statt. Die Praxis ist in der Regel als Praktika oder Praxisblöcke in den Lehrplan integriert. Dieses Format findet sich beispielsweise in sozialen, medizinischen, pädagogischen und einigen kreativen Berufen. An staatlichen Schulen ist die Ausbildung oft kostenlos, während private Schulen Gebühren erheben können.

Es gibt auch ein ähnliches Format – das duale Studium, bei dem das Studium an einer Hochschule mit der Praxis in einem Unternehmen kombiniert wird. Das ist nicht dasselbe wie die klassische Ausbildung, sollte aber bei der Wahl des Karrierewegs ebenfalls berücksichtigt werden.

Wann sollte man mit der Vorbereitung beginnen?

Für die meisten Bewerber ist ein Vorbereitungszeitraum von 12 bis 18 Monaten vor dem voraussichtlichen Beginn sinnvoll. Dies ist keine feste Regel für alle Berufe, aber ein guter Anhaltspunkt: Viele Unternehmen schreiben ihre Ausbildungsplätze im Voraus aus, und bei der schulischen Ausbildung kann es separate Fristen der Schule und des Bundeslandes geben.

Der Vorbereitungsplan lässt sich wie folgt gliedern:

  1. Innerhalb von 12 bis 18 Monaten Beruf, Region und Ausbildungsform auswählen.
  2. Die Anforderungen an das Schulzeugnis, die Anerkennung von Unterlagen und die Deutschkenntnisse prüfen.
  3. Lebenslauf, Motivationsschreiben, Kopien der Zeugnisse und Übersetzungen vorbereiten.
  4. Reichen Sie mehrere Bewerbungen ein, anstatt nur auf die Antwort eines einzigen Unternehmens oder einer einzigen Schule zu warten.
  5. Bereite dich auf Vorstellungsgespräche, Tests und die mögliche Anforderung zusätzlicher Unterlagen vor.

Wenn für die Einreise ein Visum für eine Berufsausbildung erforderlich ist, sollte man bei der Zeitplanung besser einen Puffer einplanen: Zunächst benötigt man einen Vertrag oder eine Platzbestätigung, dann folgen das Visumverfahren und gegebenenfalls der Nachweis der Finanzierung.

Was prüfen Schulen und Arbeitgeber?

Die Anforderungen hängen vom Beruf, vom Bundesland und vom jeweiligen Ausbildungsgang ab. Für die duale Ausbildung schreibt das deutsche Recht in der Regel keinen bestimmten Schulabschluss vor, sondern der Arbeitgeber legt die Auswahlkriterien selbst fest. In der Praxis werden häufig Schulnoten, Motivation, Praktikumserfahrung, Deutschkenntnisse und das allgemeine Verständnis für den Beruf berücksichtigt.

Bei der schulischen Ausbildung sind die Anforderungen in der Regel formeller. Die Schule kann die Anerkennung des Schulabschlusszeugnisses, ein bestimmtes Bildungsniveau, medizinische Unterlagen, Praktika, ein Portfolio oder zusätzliche Aufnahmeaufgaben verlangen.

Überprüfen Sie außerdem:

  • Wird in dem gewählten Bundesland ein anerkanntes Schulzeugnis benötigt?
  • Welches Deutschniveau wird in der Ausschreibung oder in den Bestimmungen der Schule angegeben?
  • ob Übersetzungen, ein Apostille oder beglaubigte Kopien erforderlich sind;
  • Gibt es einen Aufnahmetest, ein Vorstellungsgespräch oder einen Schnuppertag?
  • Wird für das Visum ein Finanzierungsnachweis verlangt?

Deutsch: B1 oder B2

Für die Ausbildung ist die deutsche Sprache von entscheidender Bedeutung: Der Unterricht, die Prüfungen sowie die Kommunikation mit Kunden, Kollegen und Ausbildern finden in der Regel auf Deutsch statt. Als praktisches Minimum wird oft das Niveau B1 genannt, insbesondere wenn es um ein Visum für eine Berufsausbildung geht. Für medizinische, pädagogische, soziale und kommunikative Berufe kann die Schule oder der Arbeitgeber jedoch das Niveau B2 oder höher erwarten.

Man sollte sich nicht nur auf allgemeine Ratschläge aus dem Internet verlassen. Schauen Sie sich die konkrete Ausschreibung und die Regeln des ausgewählten Programms an. Wenn in der Beschreibung „B2“ steht, kann ein B1-Zertifikat selbst bei starker Motivation unzureichend sein.

So bereiten Sie Ihre Bewerbung vor

Aus der Bewerbung für eine Ausbildung sollte hervorgehen, dass Sie den Beruf verstehen und sich bewusst für genau diesen Ausbildungsgang entschieden haben. Ein allgemeines Bewerbungspaket umfasst in der Regel:

  • Lebenslauf im deutschen Format ohne unerklärliche große Lücken;
  • ein Motivationsschreiben, das auf ein bestimmtes Unternehmen oder eine bestimmte Schule zugeschnitten ist;
  • Schulabschlusszeugnis und, falls erforderlich, Unterlagen über die bisherige Ausbildung;
  • Sprachzertifikat oder Nachweis des aktuellen Deutschniveaus;
  • Übersetzungen und beglaubigte Kopien, sofern diese von der aufnehmenden Seite verlangt werden;
  • zusätzliche Unterlagen: Portfolio, Empfehlungen, Praktikumsbescheinigungen, ärztliche Unterlagen.

Das Motivationsschreiben sollte kein allgemeiner Text für alle Fälle sein. Darin sollten Sie am besten kurz drei Dinge erläutern: warum Sie sich für diesen Beruf entschieden haben, warum gerade dieses Unternehmen oder diese Schule zu Ihnen passt und welche Erfahrungen Ihr Interesse bereits untermauern.

Wie man die Chancen auf eine Einladung erhöht

Bewerben Sie sich systematisch. Für eine duale Ausbildung ist es sinnvoll, nicht nur nach großen Unternehmen, sondern auch nach mittelständischen Betrieben, Kliniken, Werkstätten, Hotels, Logistikunternehmen, sozialen Einrichtungen und lokalen Arbeitgebern zu suchen. Für eine schulische Ausbildung empfiehlt es sich, mehrere Schulen in einem oder benachbarten Bundesländern zu vergleichen, da sich die Anforderungen und Fristen unterscheiden können.

Vor dem Absenden der Bewerbung ist es hilfreich:

  • die Website des Unternehmens oder der Schule lesen und konkrete Argumente für das Anschreiben notieren;
  • sich Videos und Erfahrungsberichte von Studierenden oder Auszubildenden ansehen, zum Beispiel auf YouTube;
  • die Aktivitäten der Schule oder des Unternehmens in sozialen Netzwerken, einschließlich Facebook, zu überprüfen, falls dort Neuigkeiten veröffentlicht werden;
  • Antworten auf Fragen zur Motivation sowie zu den eigenen Stärken und Schwächen vorbereiten;
  • üben, den eigenen Bildungsweg auf Deutsch zu erklären.

Vorstellungsgespräche und Aufnahmetests

Nach der Bewerbung kann man zu einem Vorstellungsgespräch, einem Online-Gespräch, einem Test oder einem Assessment-Center eingeladen werden. Manchmal werden Grundkenntnisse im jeweiligen Beruf, logisches Denken, Mathematik, Deutsch oder das Verständnis für Arbeitssituationen geprüft. Das ist nicht immer eine Prüfung im schulischen Sinne, aber man sollte sich dennoch im Voraus darauf vorbereiten.

Beim Vorstellungsgespräch ist es wichtig, nicht einen perfekten Lebenslauf, sondern eine nachvollziehbare Motivation zu präsentieren. Der Arbeitgeber oder die Schule soll erkennen, dass Sie die alltäglichen Arbeitsabläufe verstehen, bereit sind, auf Deutsch zu lernen, und die Ausbildung nicht nur als formalen Weg für einen Umzug wählen.

Häufige Fehler von Bewerbern

  • Nicht dasselbe Motivationsschreiben an alle Arbeitgeber zu schicken.
  • Die Suche erst einige Monate vor Beginn zu starten, wenn viele Plätze bereits vergeben sind.
  • Die Anforderungen eines bestimmten Bundeslandes für die schulische Ausbildung nicht zu prüfen.
  • Unerklärte Zeiträume im Lebenslauf anzugeben, in denen weder ein Studium, eine Beschäftigung noch eine Ausbildung stattfand.
  • Das eigene Deutschniveau höher anzugeben, als es tatsächlich ist: Das fällt beim Vorstellungsgespräch schnell auf.
  • Visums- und finanzielle Anforderungen zu ignorieren, wenn sich der Bewerber außerhalb Deutschlands befindet.

Kurze Checkliste vor dem Absenden

Überprüfen Sie vor der Einreichung Ihrer Bewerbung, ob Sie Folgendes haben:

  • den gewählten Beruf und das Verständnis für den Unterschied zwischen dualer und schulischer Ausbildung;
  • eine Liste von Unternehmen oder Schulen mit den jeweiligen Fristen;
  • Anforderungen an das Abschlusszeugnis, die Anerkennung und die Sprachkenntnisse;
  • Lebenslauf auf Deutsch;
  • Motivationsschreiben für eine bestimmte Stelle;
  • Kopien der Unterlagen und Übersetzungen im erforderlichen Format;
  • einen Plan zur Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch oder den Test;
  • Zeitpuffer für das Visum, falls eines erforderlich ist.

Das Grundprinzip ist einfach: Je früher Sie beginnen und je genauer Sie Ihre Bewerbung auf das jeweilige Programm abstimmen, desto größer ist die Chance, eine Einladung zu erhalten und keine Zeit durch formale Fehler zu verlieren.