Jobsuche in Deutschland: Wo fängt man an und wie bereitet man die Bewerbung vor?
Die Jobsuche in Deutschland sollte man besser nicht mit einem Massenversand von Lebensläufen beginnen, sondern mit der Überprüfung der Rahmenbedingungen: Wird Ihr Abschluss anerkannt, wie lautet die deutsche Bezeichnung Ihres Berufs, benötigen Sie eine Arbeitserlaubnis oder eine Anerkennung, welche Stellenangebote sind tatsächlich verfügbar und welche Bewerbungsunterlagen erwarten die Arbeitgeber?
1. Überprüfen Sie Ihr Abschlusszeugnis und den Status Ihres Berufs
Wenn Sie einen ausländischen Hochschulabschluss haben, überprüfen Sie diesen zunächst über Anabin. Für viele nicht reglementierte Berufe ist keine formale Anerkennung erforderlich, aber für ein Fachkräftevisum oder eine EU-Blue-Card muss oft nachgewiesen werden, dass der Abschluss mit einem deutschen vergleichbar ist.
Bei Anabin sind zwei Dinge wichtig:
- Status der Hochschule, z. B. H+;
- Bewertung des Abschlusses selbst:
entsprichtodergleichwertig, sofern er in der Datenbank enthalten ist.
Handelt es sich um einen reglementierten Beruf, zum Beispiel Arzt, Jurist, Lehrer oder Ingenieur, kann in bestimmten Bundesländern und Kontexten eine einfache Anabin-Prüfung möglicherweise nicht ausreichen. In diesem Fall ist ein separates Anerkennungsverfahren über die zuständige Behörde erforderlich.
2. Finden Sie heraus, wie Ihr Beruf in Deutschland heißt
Die Berufsbezeichnungen in Deutschland können von den üblichen Übersetzungen abweichen. Nach derselben Berufserfahrung kann man mit verschiedenen Begriffen suchen: nach der deutschen Berufsbezeichnung, der englischen Bezeichnung, der Technologie, der Branche oder der Positionsebene.
Es ist hilfreich, Folgendes zu prüfen:
- BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit für Berufsbeschreibungen;
- Stellenangebote auf den Websites der Unternehmen;
- „Make it in Germany“ und die Jobbörsen/Portale der Bundesagentur für Arbeit;
- kommerzielle Plattformen wie StepStone, Indeed und LinkedIn.
Beschränken Sie sich nicht auf eine einzige Plattform. In Deutschland veröffentlichen einige Arbeitgeber ihre Stellenangebote ausschließlich auf ihren eigenen Karriereseiten.
3. Schätzen Sie den Arbeitsmarkt und die Anforderungen der Stellenangebote ein
Bevor Sie sich bewerben, sammeln Sie 20 bis 30 ähnliche Stellenanzeigen und notieren Sie sich die sich wiederholenden Anforderungen. So wird deutlich, was wirklich wichtig ist: Sprachkenntnisse, Technologie-Stack, Führerschein, Zertifikate, Erfahrung mit deutschen Normen, Umzugsbereitschaft oder Arbeitsform.
Halten Sie gesondert fest, welche Stellenangebote für Bewerber aus dem Ausland geeignet sind. Manche Arbeitgeber geben ausdrücklich an, dass sie internationale Bewerber berücksichtigen, beim Umzug helfen oder Englisch als Sprache akzeptieren. Andere erwarten bereits eine gültige Arbeitserlaubnis und Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2–C1.
4. Bereiten Sie Ihre Bewerbungsunterlagen vor: Lebenslauf, Anschreiben und Zeugnisse
Für eine Bewerbung in Deutschland ist in der Regel ein PDF-Paket oder das Hochladen von Dokumenten über ein Karriereportal erforderlich. Wenn in der Stellenanzeige „Bewerbungsunterlagen“ angegeben ist, werden meist nicht nur der Lebenslauf, sondern auch zusätzliche Unterlagen erwartet.
Grundausstattung:
- Lebenslauf/CV im deutschen oder englischen Format, je nach Stellenangebot;
- Anschreiben, falls es verlangt wird oder wenn es hilft, die Motivation zu verdeutlichen;
- Zeugnisse und Zertifikate;
- Nachweise über Berufserfahrung, Empfehlungen oder Arbeitszeugnisse, sofern vorhanden;
- Übersetzungen von Dokumenten, falls der Arbeitgeber das Original nicht lesen kann.
5. Wie verfasst man einen Lebenslauf?
Der Lebenslauf ist eine kurze Zusammenfassung mit einer übersichtlichen Struktur. Deutsche Arbeitgeber legen in der Regel Wert auf chronologische Klarheit: Wo Sie gearbeitet haben, welche Tätigkeiten Sie ausgeübt haben, welche Ergebnisse erzielt haben und welche Fähigkeiten für die Stelle relevant sind.
Was sollte enthalten sein:
- Kontaktdaten und Wohnort oder Bereitschaft zum Umzug;
- ein berufliches Profil in 2–4 Zeilen;
- Berufserfahrung in umgekehrter chronologischer Reihenfolge;
- Ausbildung und Weiterbildung;
- Sprachkenntnisse gemäß CEFR, zum Beispiel Deutsch B2 oder Englisch C1; – Schlüsselkompetenzen, Werkzeuge, Lizenzen und Zertifikate.
Ein Foto im Lebenslauf ist in Deutschland häufig anzutreffen, aber es ist keine allgemeingültige Pflicht. Orientieren Sie sich an der Branche und der Stellenausschreibung.
6. Wie schreibt man ein Anschreiben?
Das Anschreiben ist keine Zusammenfassung des Lebenslaufs. Seine Aufgabe ist es, zu zeigen, warum Sie genau zu diesem Unternehmen und dieser Stelle passen. Ein gutes Anschreiben verknüpft Ihre Erfahrungen mit den Aufgaben der Stellenausschreibung und erläutert Ihre Motivation ohne allgemeine Floskeln.
Aufbau des Leitfadens:
- Geben Sie kurz an, auf welche Stelle Sie sich bewerben.
- Zeigen Sie 2–3 starke Übereinstimmungen zwischen Ihrer Erfahrung und den Anforderungen auf.
- Erläutern Sie, warum Sie sich für das Unternehmen oder den Tätigkeitsbereich interessieren.
- Schließen Sie mit dem Hinweis, dass Sie bereit sind, die Details im Vorstellungsgespräch zu besprechen.
Ein Standardanschreiben für alle Arbeitgeber wirkt fast immer weniger überzeugend als ein kurzer, aber persönlich adressierter Text.
7. Wo Sie Unterstützung finden
Die Bundesagentur für Arbeit und die örtlichen Arbeitsagenturen können Ihnen mit Beratung zum Arbeitsmarkt und bei der Stellensuche helfen. Das Jobcenter ist in der Regel für die Unterstützung von Personen zuständig, die bereits in Deutschland leben und Sozialhilfe beziehen oder beantragen; daher hängt seine Rolle von Ihrem Status ab.
Wenn Sie sich außerhalb Deutschlands befinden, beginnen Sie mit den offiziellen Online-Ressourcen: Make it in Germany, Anabin, BERUFENET, Jobbörse und den Websites der Arbeitgeber. Bei reglementierten Berufen sollten Sie sich im Voraus über die für die Anerkennung zuständige Behörde informieren.
8. Rückmeldungen, Vorstellungsgespräche und der nächste Schritt
Führen Sie nach dem Absenden Ihrer Bewerbungen eine Tabelle: Unternehmen, Stelle, Datum, Ansprechpartner, Status, nächster Schritt. So behalten Sie den Überblick über Fristen und können sich schnell auf Vorstellungsgespräche vorbereiten.
Im Vorstellungsgespräch werden in der Regel nicht nur die Berufserfahrung, sondern auch die Motivation, die Gehaltsvorstellungen, die Umzugsbereitschaft, die Sprachkenntnisse und das Verständnis für die Aufgaben geprüft. Wenn Sie ein Angebot erhalten haben, müssen Sie sich als Nächstes um den Arbeitsvertrag, das Visum oder die Arbeitserlaubnis, die Unterkunft und den Umzug kümmern. Diese Schritte hängen von Ihrer Staatsangehörigkeit, Ihrem Beruf, Ihrem Gehalt, der Art des Vertrags und Ihrer familiären Situation ab.
Kurze Checkliste
- Überprüfen Sie Ihr Abschlusszeugnis und Ihren Status in Anabin oder im Rahmen eines Anerkennungsverfahrens.
- Finden Sie die deutschen Berufsbezeichnungen und verwandte Stichwörter.
- Vergleichen Sie die Anforderungen der Stellenangebote auf mehreren Plattformen.
- Erstellen Sie einen Lebenslauf, ein Anschreiben und die entsprechenden Nachweise.
- Lassen Sie wichtige Zeugnisse übersetzen, falls der Arbeitgeber dies wünscht.
- Richten Sie Ihr Profil auf LinkedIn/Xing und auf Karriereportalen ein.
- Führen Sie Buch über die Rückmeldungen und bereiten Sie sich auf jedes Vorstellungsgespräch einzeln vor.
FAQ
Muss ein Abschluss immer anerkannt werden, um in Deutschland arbeiten zu können?
Nein. Bei nicht reglementierten Berufen ist eine Anerkennung oft nicht für die Ausübung der Tätigkeit selbst erforderlich, kann aber für ein Visum oder zum Nachweis der Qualifikation notwendig sein. Bei reglementierten Berufen ist die Anerkennung in der Regel zwingend vorgeschrieben.
Kann man von im Ausland aus nach Arbeit suchen?
Ja, viele Bewerber beginnen mit der Suche bereits vor ihrem Umzug. Es ist jedoch wichtig, sich im Voraus über die Visabestimmungen, die Bearbeitungsfristen für die Unterlagen und die Bereitschaft des Arbeitgebers zu informieren, mit einem Bewerber zusammenzuarbeiten, der noch keine gültige deutsche Arbeitserlaubnis besitzt.
Muss man unbedingt ein Anschreiben verfassen?
Wenn in der Stellenanzeige ausdrücklich ein Anschreiben oder Bewerbungsunterlagen verlangt werden, sollten Sie besser ein Anschreiben beifügen. Wenn das Bewerbungsformular dies nicht vorsieht, können Sie das Anschreiben durch ein kurzes, prägnantes Profil im Lebenslauf oder eine Nachricht in Form einer Bewerbung ersetzen.