Drohnen in Deutschland: Flugregeln, Registrierung, Versicherung und Modellauswahl

Drohnen in Deutschland: Flugregeln, Registrierung, Versicherung und Modellauswahl

In Deutschland darf eine Drohne für Hobbyzwecke, Aufnahmen und bestimmte berufliche Aufgaben eingesetzt werden, doch vor dem ersten Start müssen nicht nur das Modell, das Gewicht und die Kamera überprüft werden. In der Praxis sind vier Dinge wichtig: die Registrierung des Betreibers, eine Haftpflichtversicherung, ein Pilotenzeugnis und die Festlegung der Flugzone am Einsatzort.

Die meisten privaten Flüge und einfachen kommerziellen Aufnahmen fallen unter die offene Kategorie „Open“. Wenn ein Flug die Bedingungen dieser Kategorie überschreitet, beispielsweise wenn er in der Nähe von Menschen, über der üblichen Höhengrenze oder in einem komplexen Gebiet durchgeführt werden muss, kann er in die Kategorie „Specific“ fallen und eine gesonderte Genehmigung erfordern.

Kurz zusammengefasst: Was vor dem Start zu überprüfen ist

Was ist zu prüfen? Wann ist dies wichtig? Was ist zu tun?
Flugkategorie Vor dem Kauf und vor jedem Flug Klären, ob das Szenario unter „Open“ fällt oder „Specific“ erforderlich ist
Registrierung des Betreibers In der Regel für Drohnen ab 250 g sowie für leichtere Modelle mit Kamera oder einem anderen Sensor, sofern es sich nicht um ein Spielzeug handelt Registrierung bei der LBA und Erhalt einer e-ID
Kennzeichnung Nach der Registrierung des Betreibers Anbringen der e-ID an jeder eigenen Drohne
Versicherung Für Flüge in Deutschland Prüfen Sie, ob die Police den Betrieb der Drohne abdeckt
A1/A3-Zertifikat Für viele Drohnen ab 250 g und für die Unterkategorien A1/A3 Online-Schulung und Test absolvieren
A2-Zertifikat Für Flüge der Klasse A2 mit einer Drohne der Klasse C2 A1/A3 besitzen, eine praktische Selbstvorbereitung absolvieren und eine Zusatzprüfung ablegen
Flugzone Vor jedem Start Den Ort auf der offiziellen dipul-Karte überprüfen und die Bedingungen der Zone erfüllen

Wenn Sie gerade erst Ihre erste Drohne auswählen, ist der einfachste Einstieg ein leichtes Modell bis 250 g, insbesondere die Klasse C0. Doch selbst ein kleiner Copter mit Kamera befreit nicht von der Prüfung der Privatsphäre, der Geozonen und der Bedingungen des jeweiligen Ortes.

Wo werden Drohnen eingesetzt?

Drohnen werden in Deutschland nicht nur für schöne Videos eingesetzt. Dieselbe Technik kann bei ganz unterschiedlichen Aufgaben nützlich sein:

  • Fotos und Videos für Reisen, Blogs, Immobilien und kleinere Projekte;
  • Inspektion von Dächern, Fassaden, Solaranlagen, Brücken und Stromleitungen;
  • Kartografie, Vermessungswesen und Überwachung von Baustellen;
  • Überwachung von Feldern, Wäldern und schwer zugänglichen Gebieten;
  • Such- und Rettungseinsätze sowie die professionelle Inspektion von Objekten.

Die Vorschriften lassen sich nicht einfach in „Hobby“ und „gewerblich“ unterteilen. Entscheidend ist das Risiko des jeweiligen Einsatzes: Gewicht und Klasse der Drohne, Entfernung zu Personen, Flugzone, Höhe, Sichtverhältnisse und Zweck des Einsatzes.

Flugkategorien: „Open“, „Specific“, „Certified“

Die europäischen Vorschriften unterteilen den Betrieb von Drohnen in drei Hauptkategorien.

Kategorie Wofür geeignet Was ist wichtig
Open Die meisten Hobbyflüge, typische Foto- und Videoaufnahmen, ein Teil der risikoarmen Arbeitsaufgaben Bis zu 25 kg, Sichtflug, Höhe in der Regel bis zu 120 m, keine Flüge über Menschenansammlungen, kein Abwerfen von Gegenständen und gefährlichen Gütern
Specific Flüge, die nicht unter die Kategorie „Open“ fallen Eine Risikobewertung ist erforderlich, in der Regel auch eine Genehmigung oder die Durchführung nach einem genehmigten Drehplan
Certified Hochrisikoeinsätze Für private Eigentümer so gut wie nicht vorkommend: Passagiere, besonders gefährliche Fracht und andere komplexe Szenarien

Für den normalen Besitzer ist die Kategorie „Open“ am wichtigsten. Innerhalb dieser Kategorie gibt es die Unterkategorien A1, A2 und A3.

A1

Die Kategorie „A1“ ist für die leichtesten und risikoärmsten Flüge vorgesehen. In dieser Kategorie dürfen C0- und C1-Drohnen sowie einige ältere Modelle bis 250 g ohne C-Kennzeichnung fliegen. Das Fliegen über Menschenansammlungen ist nicht gestattet. Bei C1-Drohnen darf nicht absichtlich über unbeteiligte Personen geflogen werden; sollte dies versehentlich geschehen, muss der Flug über diese Personen auf ein Minimum beschränkt werden.

A2

A2 gehört zur Drohnenklasse C2. Das Fliegen über unbeteiligten Personen ist nicht erlaubt. Der übliche horizontale Abstand zu ihnen beträgt 30 m, bei aktivierter „Low-Speed“-Funktion kann er sich auf 5 m verringern. Für A2 ist ein separates EU-Fernpiloten-Zeugnis A2 erforderlich, nicht nur das Basis-Zeugnis A1/A3.

A3

A3 – Modus „weit entfernt von Menschen“. Dieser wird für C3, C4 und viele ältere Drohnen ohne C-Kennzeichnung mit einem Gewicht von mehr als 250 g verwendet. Als Richtlinie gilt, nicht über unbeteiligte Personen zu fliegen und sich von Wohn-, Gewerbe-, Industrie- und Erholungsgebieten fernzuhalten.

Registrierung des Betreibers und e-ID

Nicht das Fluggerät selbst, sondern der UAS-Betreiber wird registriert. Wenn Sie in Deutschland wohnen, erfolgt die Registrierung in der Regel über das Luftfahrt-Bundesamt (LBA). Nach der Registrierung erhält der Betreiber eine e-ID und bringt diese an seinen Drohnen an.

Die Registrierung ist insbesondere in zwei typischen Fällen wichtig:

  • Die Drohne hat ein Gewicht von 250 g oder mehr; – Die Drohne wiegt weniger als 250 g, ist jedoch mit einer Kamera, einem Mikrofon oder einem anderen Sensor zur Erfassung personenbezogener Daten ausgestattet und gilt gemäß den EU-Vorschriften nicht als Spielzeug.

Ein Betreiber darf nur in einem einzigen EASA-Staat registriert sein. Zertifikate und Registrierungsnummern werden im europäischen System anerkannt, doch lokale Flugzonen und nationale Beschränkungen werden im Flugland dennoch separat geprüft.

Das Mindestalter für einen Fernpiloten in der Kategorie „Open“ beträgt in der Regel 16 Jahre. Für Spielzeugdrohnen und bestimmte selbstgebaute Modelle bis zu 250 g sind Ausnahmen möglich, und jüngere Piloten dürfen unter direkter Aufsicht eines Erwachsenen fliegen, der selbst die Anforderungen für einen solchen Flug erfüllt.

Braucht man einen „Drohnen-Führerschein“?

Für leichte C0-Drohnen bis 250 g ist oft kein separates Zertifikat erforderlich, aber die Herstelleranleitung und die Grundregeln müssen dennoch bekannt sein. Für die meisten Drohnen ab 250 g ist der EU-Kompetenznachweis A1/A3 erforderlich.

Das Schema sieht wie folgt aus:

  • C0 und selbstgebaute Modelle bis 250 g – in der Regel ohne Pflichtprüfung, sofern keine strengeren Bedingungen für ein bestimmtes Szenario vorliegen;
  • C1 und viele Modelle ab 250 g – Online-Schulung und EU-Kompetenznachweis A1/A3;
  • C2 in A2 – A1/A3 plus praktische Selbstvorbereitung und EU-Fernpiloten-Zeugnis A2;
  • C3, C4 und viele ältere Modelle, die schwerer als 250 g sind – in der Regel A3 und A1/A3.

Wenn Sie für einen Kunden filmen und vollständig in die Kategorie „Open“ fallen, ist eine gesonderte Genehmigung allein aufgrund des kommerziellen Charakters der Aufnahmen in der Regel nicht erforderlich. Wenn das Szenario nicht in die Kategorie „Open“ passt, geht es nicht mehr um den „kommerziellen Charakter“, sondern um eine Genehmigung für die Kategorie „Specific“.

Haftpflichtversicherung

In Deutschland muss vor dem Flug ein Haftpflichtversicherungsschutz für Schäden durch Drohnen bestehen. Eine gewöhnliche private Haftpflichtversicherung deckt Drohnen nicht immer automatisch ab, daher ist es wichtig, die Versicherungsbedingungen zu prüfen: Drohnentyp, Gewicht, private oder gewerbliche Nutzung, Flüge im Ausland und Ausschlüsse.

Wird die Drohne für Arbeitszwecke, Inspektionen, Aufnahmen für Kunden eingesetzt oder bringt sie regelmäßig Einnahmen, lohnt es sich, die gewerbliche Deckung gesondert zu klären. Wie die deutsche Haftung für zufällige Schäden im Allgemeinen geregelt ist, erfahren Sie in den Artikeln „“ und „Privat-Haftpflicht-Versicherung“ unter .

Wo darf man fliegen und wo nicht?

Die Grundregeln für „Open“ sind einfach: Die Drohne muss in Sichtweite gehalten werden, darf nicht höher als 120 m über dem nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche fliegen und nicht über Menschenansammlungen. Man muss bemannten Flugzeugen stets Vorfahrt gewähren.

In Deutschland reicht das jedoch nicht aus. Vor jedem Flug werden die geografischen Zonen und örtlichen Einschränkungen überprüft. Diese können Folgendes betreffen:

  • Flughäfen, Flugplätze und kontrollierter Luftraum;
  • Wohngebiete und Gebiete mit erhöhtem Schutz der Privatsphäre;
  • Krankenhäuser, Gefängnisse, Militär- und Regierungseinrichtungen;
  • Eisenbahnstrecken, Bundesstraßen und Wasserstraßen;
  • Naturschutzgebiete, Nationalparks und Vogelschutzgebiete;
  • Unfallorte, Brandstellen sowie Einsatzorte von Polizei und Rettungsdiensten;
  • Großveranstaltungen und vorübergehende Einschränkungen.

Die offizielle Anlaufstelle für Deutschland ist Map Tool платформы dipul. Apps wie Droniq Maps sind praktisch für eine schnelle Orientierung, doch die Verantwortung für die Einhaltung der Vorschriften liegt weiterhin beim Betreiber und beim Piloten.

FPV- und Nachtflüge

FPV-Flüge sind möglich, sofern die Sichtbarkeitsvorschriften eingehalten werden. In der Praxis muss sich neben dem Piloten ein Beobachter befinden, der die Drohne ohne technische Hilfsmittel ständig im Blick hat und vor Risiken warnen kann.

Nachtflüge in der Kategorie „Open“ sind nur möglich, wenn die Anforderungen an die Sichtverhältnisse und die Ausrüstung erfüllt sind. Für Flüge bei Dunkelheit ist in der Regel ein grünes Blinklicht erforderlich, damit die Drohne in der Luft gut sichtbar ist.

Privatsphäre und Aufnahmen

Eine Kamera an einer Drohne berechtigt nicht dazu, Menschen, Fenster, Privatgrundstücke und geschlossene Räume ohne rechtfertigenden Grund aufzunehmen. Für die Veröffentlichung der Aufnahmen müssen das Recht am eigenen Bild, der Datenschutz und das Urheberrecht gesondert berücksichtigt werden. Die Aufnahme eines Objekts aus der Vogelperspektive fällt nicht immer automatisch unter die Panoramafreiheit, insbesondere wenn es sich um eine kommerzielle Nutzung handelt.

Die Übersicht zeigt die wichtigsten Einschränkungen und Zonen, die vor dem Start einer Drohne in Deutschland zu prüfen sind.

Ältere Drohnen ohne C-Kennzeichnung

Drohnen ohne C-Klasse sind nicht automatisch verboten, aber ihre rechtlichen Rahmenbedingungen sind in der Regel weniger komfortabel. Wenn ein älteres Modell ohne C-Kennzeichnung weniger als 250 g wiegt, fällt es oft eher unter die Kategorie A1. Bei einem Gewicht von mehr als 250 g und bis zu 25 kg muss man sich für die Kategorie „Open“ in der Regel an A3 orientieren, d. h. fern von Menschen und bebauten Gebieten fliegen.

Beim Kauf einer neuen Drohne in Deutschland ist es ratsam, auf die offizielle C-Kennzeichnung am Gehäuse und in den Unterlagen zu achten. Sie hilft dabei, im Voraus zu erkennen, wo geflogen werden darf, welche Zulassung erforderlich ist und inwieweit das Modell für Ihre Anwendungsfälle geeignet ist.

Wie wählt man eine Drohne für Deutschland aus?

Bei der Auswahl sollte man nicht von der maximalen Auflösung der Kamera ausgehen, sondern von der Antwort auf die Frage: Wo werden Sie fliegen und welche Einschränkungen sind Sie bereit einzuhalten?

Drehbuch Was zu beachten ist Worauf zu achten ist
Erste Drohne zum Lernen Bis zu 250 g, am besten C0 Einfache Steuerung, Propellerschutz, verständliche Anleitung, erschwingliche Akkus
Reisen und Familienaufnahmen Leichter, zusammenklappbarer C0 oder C1 Kamera, Stabilisierung, Kompaktheit, Windbeständigkeit, Flugzeit
Blog oder kleine kommerzielle Aufnahmen C1 oder C2 Zertifikate A1/A3 oder A2, Signalqualität, Nachtbeleuchtung, Einschränkungen hinsichtlich Personen
FPV Separates FPV-Modell oder Selbstbau Beobachter, Platz gemäß A3, Wartungsfreundlichkeit, Sicherheit der Umgebung
Objektbegehung C1/C2 oder ein für den jeweiligen Einsatzzweck geeignetes professionelles Modell Genehmigungen, Versicherung, Zustimmung des Objekteigentümers, Kameraqualität, Windstabilität

Kriterien, die Sie vor dem Kauf prüfen sollten:

  • Klasse C und tatsächliches Startgewicht;
  • Vorhandensein einer Kamera und von Sensoren;
  • Flugdauer und Preis für zusätzliche Akkus;
  • Windstabilität;
  • „Home Return“-Funktion und Verhalten bei niedrigem Akkustand;
  • Verfügbarkeit von Ersatzteilen und Kundendienst in Deutschland;
  • Kompatibilität des Drehplans mit den Kategorien „Open“, „A1/A2/A3“ und den Geozonen.

Wenn Sie eine Drohne „ausprobieren“ möchten, ist ein leichtes Modell bis 250 g in der Regel einfacher und kostengünstiger im Betrieb. Wenn das Ziel stabile Aufnahmen, Aufträge für Kunden oder Inspektionen sind, sollten Sie von vornherein nicht nur den Kaufpreis, sondern auch Versicherung, Zertifikate, Ersatzakkus, Genehmigungen und örtliche Einschränkungen einkalkulieren.

Häufige Fehler

  • Ein schweres, älteres Modell ohne C-Kennzeichnung zu kaufen und dann festzustellen, dass man fast ausschließlich in der Kategorie „A3“ fliegen darf.
  • Überprüfen Sie Flugverbote ausschließlich in der App des Herstellers und öffnen Sie nicht die offizielle Karte von dipul.
  • Die Annahme, dass eine kleine Drohne mit Kamera keine Beachtung hinsichtlich Registrierung und Datenschutz erfordert.
  • Sich auf eine gewöhnliche Haftpflichtversicherung verlassen, ohne die Bedingungen in Bezug auf Drohnen zu prüfen.
  • Über Menschen, Wohngebiete oder Naturschutzgebieten zu fliegen, „nur für ein paar Minuten, um eine Aufnahme zu machen“.
  • Kommerzielle Flüge nicht mit der Risikokategorie verwechseln: Manchmal bleibt eine kostenpflichtige Aufnahme in der Kategorie „Open“, während ein privater Flug unter Umständen die Kategorie „Specific“ erfordert.

FAQ

Darf man in der Stadt mit einer Drohne fliegen?

Manchmal ja, aber die städtische Umgebung ist fast immer komplexer: Menschen, Wohngebiete, Straßen, Privatsphäre, Geozonen und mögliche Einschränkungen. Vor dem Flug müssen die Dipul-Vorschriften, die Drohnenkategorie und die Abstände zu Personen überprüft werden.

Darf man das Haus eines anderen von oben filmen?

Ohne Genehmigung ist dies riskant. Eine Drohne mit Kamera greift in die Privatsphäre ein, und die Veröffentlichung der Aufnahmen kann die Rechte von Personen und Eigentümern des Objekts verletzen. Für die Inspektion eines Gebäudes ist es ratsam, die Zustimmung des Eigentümers einzuholen und eine klare Aufgabenstellung zu haben.

Ist eine Registrierung für den DJI Mini oder eine andere Drohne bis 250 g erforderlich?

Wenn das Modell weniger als 250 g wiegt, aber über eine Kamera verfügt und kein Spielzeug ist, ist in der Regel eine Registrierung des Betreibers erforderlich. Informieren Sie sich für das jeweilige Modell in der Bedienungsanleitung, der C-Klasse und den Anforderungen der LBA.

Darf man höher als 120 m fliegen?

In der Kategorie „Open“ beträgt die übliche Höhe 120 m über dem nächstgelegenen Punkt der Erdoberfläche. Für bestimmte Einsatzszenarien in der Nähe von Hindernissen können Sonderbedingungen gelten, dies ist jedoch keine pauschale Erlaubnis, „für eine bessere Aufnahme höher zu fliegen“.

Wo kann man aktuelle Flugverbote überprüfen?

Für Deutschland nutzen Sie bitte die offizielle Website dipul Map Tool. Prüfen Sie vor einem komplexen Flug zusätzlich die Vorgaben des LBA, die örtlichen Anforderungen sowie die Bedingungen des Grundstückseigentümers.