Der Advent in Deutschland: Traditionen, Kalender, Adventskranz und Weihnachtsmärkte
Der Advent oder die Adventszeit ist die Vorweihnachtszeit in Deutschland: vier Wochen des Wartens auf Weihnachten, geschmückte Straßen, Weihnachtsmärkte, Adventskränze, Adventskalender und selbstgebackenes Gebäck. Im Jahr 2026 fällt der erste Adventssonntag auf den 29. November, und die Adventszeit endet am Heiligabend, dem 24. Dezember.
Für Gläubige ist der Advent mit der Vorfreude auf das Christfest verbunden. Für viele Familien in Deutschland ist es zudem eine gemütliche Zeit der Vorbereitung: Geschenke aussuchen, Plätzchen backen, auf den Weihnachtsmarkt gehen, eine Kerze am Adventskranz anzünden und das nächste Türchen des Adventskalenders öffnen.
Was bedeutet der Advent?
Das Wort Advent leitet sich vom lateinischen adventus ab – „Ankunft“ oder „Kommen“. In der christlichen Tradition geht es um das Warten auf die Geburt Jesu Christi und die Vorbereitung auf Weihnachten.
Im Mittelalter wurde der Advent strenger genommen als heute: Es war eine Zeit des Fastens, der Besinnung und der religiösen Vorbereitung. In manchen Regionen konnte diese Zeit fünf oder sechs Wochen dauern. Später etablierte sich die heute übliche vierwöchige Adventszeit: Die vier Sonntage vor Weihnachten wurden zum wichtigsten kalendarischen Orientierungspunkt.
Heute ist die religiöse Bedeutung zwar erhalten geblieben, doch im deutschen Alltag ist der Advent längst auch zu einer kulturellen Tradition geworden. In den Häusern erscheinen Kränze, an den Fenstern leuchten Kerzenreihen, Kinder erhalten Adventskalender mit Überraschungen, und in den Städten werden Weihnachtsmärkte eröffnet.
Wann beginnt der Advent?
Der erste Adventssonntag fällt immer auf den vierten Sonntag vor Weihnachten. Daher ändert sich das Datum jedes Jahr: Es kann Ende November oder in den ersten Dezembertagen sein.
Im Jahr 2026 beginnt der Advent am Sonntag, dem 29. November. Danach wird an jedem Sonntag bis Weihnachten eine weitere Kerze am Adventskranz angezündet, und am 24. Dezember wird in Deutschland Heiligabend gefeiert. Genau dann werden in vielen Familien die Geschenke ausgepackt und es beginnt Weihnachten .
Adventskalender: Kalender zur Vorfreude auf Weihnachten
Der Adventskalender ist eines der bekanntesten Symbole des Advents in Deutschland. Der klassische Kalender umfasst 24 Tage: vom 1. bis zum 24. Dezember. Hinter jedem Türchen verbirgt sich eine kleine Überraschung: Schokolade, ein Spielzeug, Tee, Kosmetik, eine Notiz, ein kleines Geschenk oder eine Aufgabe für den Tag.
Der Adventskalender – hinter jedem Türchen verbirgt sich ein Schokoladenbonbon.
Ursprünglich war der Adventskalender eine Tradition für Kinder, doch mittlerweile werden Kalender auch Erwachsenen geschenkt. In den Geschäften gibt es Schokoladen-, Tee-, Kosmetik-, Buch- und sogar thematische Kalender für Hobbys. Viele Familien basteln ihre Kalender selbst: Sie hängen nummerierte Umschläge, Säckchen oder Schachteln auf und legen kleine Geschenke hinein.
Man sollte den Kalender nicht mit dem Beginn des Advents verwechseln. Auch wenn der erste Adventssonntag auf einen Tag im November fällt, werden die meisten Adventskalender erst ab dem 1. Dezember geöffnet.
Adventskranz: ein Kranz mit vier Kerzen
Adventskranz – ein Weihnachtskranz aus Tannenzweigen mit vier Kerzen. An jedem Adventssonntag wird eine neue Kerze angezündet: am ersten Sonntag eine, am zweiten zwei, am dritten drei, am vierten vier.
Die Geschichte des heutigen Adventskranzes wird oft mit dem protestantischen Theologen Johann Hinrich Wichern in Verbindung gebracht. Im Jahr 1839 verwendete er einen großen hölzernen Kerzenständer mit Kerzen, damit die Kinder die Tage bis Weihnachten zählen konnten. Später vereinfachte sich die Idee zu einem Kranz mit vier Kerzen – entsprechend der Anzahl der Adventssonntage.

Ein typischer Adventskranz in Deutschland besteht aus vier roten Kerzen auf Tannenzweigen.
Den Adventskranz kann man fertig kaufen oder zu Hause selbst basteln: Tannenzweige, Kerzen, Tannenzapfen, Bänder, Christbaumschmuck, Trockenfrüchte und Zimt vermitteln die Atmosphäre der Jahreszeit besonders gut. In Familien mit Kindern werden die Kerzen in der Regel nur unter Aufsicht von Erwachsenen angezündet.
Wie werden Häuser und Städte geschmückt?
Während der Adventszeit verändert sich Deutschland merklich. Auf den Straßen erscheinen Lichterketten, die Schaufenster werden festlich geschmückt, die Plätze werden mit Weihnachtsbäumen verziert, und in den Fenstern der Häuser sieht man oft leuchtende Bögen – Schwibbögen. Diese Tradition wird besonders mit dem Erzgebirge in Verbindung gebracht, doch heute sind die Kerzenbögen im ganzen Land zu finden.

Eine beliebte Dekoration für die Fensterbänke im Advent in Deutschland sind Kerzenbögen.
Den Weihnachtsbaum kaufen viele erst kurz vor Weihnachten, damit er nicht vorzeitig seine Nadeln verliert. Kunstbäume werden oft schon in den ersten Adventswochen geschmückt. Die Geschenke können schon vorher unter dem Baum liegen, aber in deutschen Familien werden sie normalerweise am Abend des 24. Dezembers ausgepackt.
Weihnachtsmärkte während des Advents
Der Advent ist die Hauptsaison der deutschen Weihnachtsmärkte, der Weihnachtsmärkte. In Städten und kleineren Ortschaften werden Stände mit heißen Getränken, Süßigkeiten, Weihnachtsschmuck, Kerzen, Spielzeug und handgefertigten Geschenken eröffnet.
Auf den Weihnachtsmärkten werden üblicherweise verkauft:
- Glühwein – heißer, gewürzter Wein;
- Kinderpunsch – alkoholfreier heißer Punsch;
- Lebkuchen – Gewürzgebäck;
- Stollen – ein Weihnachtskuchen mit Trockenobst;
- geröstete Nüsse und Mandeln;
- Waffeln, Pfannkuchen, Kekse und andere Süßigkeiten; – Würstchen, Kartoffelgerichte und warme Snacks.
Die Öffnungszeiten der Weihnachtsmärkte variieren je nach Stadt, daher empfiehlt es sich, vor der Reise die Website der jeweiligen Stadt oder des Veranstalters zu überprüfen. In Großstädten sind die Weihnachtsmärkte oft von Ende November bis Weihnachten geöffnet, aber einzelne Standorte können bereits früher schließen oder auch nach dem 24. Dezember noch geöffnet sein.
Was man in Deutschland im Advent isst und trinkt
Die Küche der Adventszeit steht ganz im Zeichen von Gewürzen, Gebäck und heißen Getränken. Zu den bekanntesten Aromen der Saison gehören Zimt, Nelken, Vanille, Mandeln, Orangenschale, Marzipan und Honig.

Gebackener Karpfen ist in den Tagen vor Weihnachten ein häufiges Gericht auf deutschen Tischen.
Zu den traditionellen Leckereien gehören:
- Plätzchen – kleine Weihnachtskekse in verschiedenen Formen;
- Lebkuchen – Plätzchen, oft mit Nüssen, Zuckerguss oder Schokolade;
- Stollen – ein kompakter Weihnachtskuchen mit Trockenfrüchten und Puderzucker;
- Bratäpfel mit Nüssen und Gewürzen;
- Fischgerichte, darunter Weihnachtskarpfen, in Familien, in denen alte Fastentraditionen gepflegt werden.
Glühwein bleibt das Hauptgetränk auf den Weihnachtsmärkten, aber daneben gibt es fast immer heiße Schokolade, Tee, Kakao und alkoholfreien Kinderpunsch.
Plätzchen: einfache Weihnachtsplätzchen
In Kindergärten, Schulen und Familien werden während des Advents oft Plätzchen gebacken. Dabei handelt es sich nicht um ein bestimmtes Rezept, sondern um eine ganze Kategorie kleiner Weihnachtsplätzchen. Die Formen können beliebig sein: Sterne, Herzchen, Tannenbäumchen, Glöckchen, Männchen.
Zutaten
- 100 g Zucker
- 200 g Butter
- 300 g Mehl
- 1 Ei
Zur Dekoration:
- Puderzucker oder Zucker
- Zitronensaft
- Streusel, Nussstreusel, Mohn, Schokoladenstreusel oder andere Streusel
Zubereitung
- Butter und Ei kalt stellen.
- Vermischen Sie Zucker, Butter, Mehl und Ei und kneten Sie einen glatten Teig.
- Wickeln Sie den Teig in Frischhaltefolie ein und legen Sie ihn für etwa 30 Minuten in den Kühlschrank.
- Rollen Sie den Teig etwa 5 mm dick aus.
- Schneiden Sie die Figuren mit Ausstechformen oder einem Glas aus.
- Legen Sie die Plätzchen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und lassen Sie dabei etwas Abstand zwischen den Figuren.
- Backen Sie die Plätzchen etwa 10 Minuten lang bei 170 Grad, wobei Sie sich nach Ihrem Backofen richten sollten.
Glasur und Dekoration
Vermischen Sie Zitronensaft mit Puderzucker oder Zucker zu einer dickflüssigen Glasur. Bestreichen Sie damit die abgekühlten Plätzchen und bestreuen Sie sie mit Streuseln, Nüssen, Mohn oder Schokoladenraspeln.

Die Formen, Füllungen und Größen der Plätzchen sind sehr unterschiedlich.
Advent für die Familie: Was man zu Hause unternehmen kann
Wer die deutsche Adventszeit ohne großen Aufwand erleben möchte, kann sich einfach ein paar einfache Traditionen aussuchen:
- den Adventskranz aufstellen und sonntags die Kerzen anzünden;
- einen Adventskalender für die Kinder oder den Partner basteln;
- am Wochenende Plätzchen backen;
- auf den Weihnachtsmarkt gehen;
- das Fenster mit einer Girlande, einem Kerzenbogen oder Papiersternen schmücken;
- die Geschenke im Voraus vorzubereiten, das Auspacken aber auf Heiligabend zu verschieben.
Der Advent wird in Deutschland gerade wegen dieser Vorfreude geschätzt: nicht nur ein einziger Feiertag, sondern mehrere Wochen voller kleiner Rituale, des Dufts von Gebäck, Lichtern und der Vorbereitungen auf Weihnachten.