5 Höhlen in Deutschland für einen Wochenendausflug: Routen, Saisonzeiten und praktische Tipps

5 Höhlen in Deutschland für einen Wochenendausflug: Routen, Saisonzeiten und praktische Tipps

Die Höhlen in Deutschland eignen sich für einen Kurztrip, wenn man die üblichen Schlösser, Museen und Stadtrundgänge gegen etwas Ungewöhnlicheres eintauschen möchte. Im Land gibt es gut ausgestattete Routen mit Beleuchtung, Führungen, Museen, Cafés und Familienprogrammen: von den bunten Grotten in Thüringen bis zur Eishöhle in den Berchtesgadener Alpen.

Die wichtigste Regel vor der Reise ist einfach: Fahrplan, Eintrittskarten, Saisonzeiten und Buchungsbedingungen sollten auf der offiziellen Website der jeweiligen Höhle überprüft werden. Die Besuchsbedingungen ändern sich, und einige Routen sind nur in Begleitung eines Führers zugänglich oder saisonabhängig.

Kurz zusammengefasst: Welche Höhle soll man wählen?

Höhle Wo befindet sie sich Was macht sie interessant Für wen ist sie besonders geeignet
Saalfelder Feengrotten Saalfeld, Thüringen Bunte Mineralgrotten, Grottoneum, Feenweltchen für Familien, Einsteiger und Erstbesucher
Baumannshöhle Rübeland, Harz älteste Touristenhöhle Deutschlands, Goethesaal für Geschichtsinteressierte und Harz-Reisende
Schellenberger Eishöhle Berchtesgader Alpen, Bayern Eishallen auf einer Höhe von ca. 1570 m für erfahrene Reisende und Bergfreunde
Atta-Höhle Attendorn, Nordrhein-Westfalen große Tropfsteinhöhle, konstante Temperatur von ca. 9 °C für Familien, Paare, eine Reise durch das Sauerland
Dechenhöhle Iserlohn-Letmathe, Nordrhein-Westfalen Höhle in der Nähe des Bahnhofs Letmathe-Dechenhöhle und des Museums für Reisende ohne Auto

Saalfelder Feengrotten: bunte Grotten in Thüringen

Wo: Saalfeld, Thüringen
Offizielle Website: feengrotten.de

Die Saalfelder Feengrotten werden oft für den ersten Ausflug in eine deutsche Höhle gewählt: Der Rundgang ist gut organisiert, in der Nähe gibt es Aktivitäten für die ganze Familie, und der Ort selbst wirkt selbst für diejenigen ungewöhnlich, die bereits klassische Tropfsteinhöhlen gesehen haben. Die Grotten befinden sich in einem ehemaligen Aluminiumschieferbergwerk, und ihr Hauptunterscheidungsmerkmal sind die leuchtenden Mineralfarben der Wände und Tropfsteine.

Die Farben entstehen durch Mineralien, die das Wasser durch das Gestein mit sich führt: Eisen, Kupfer, Mangan und andere Verbindungen sorgen für gelbe, orangefarbene, grünliche und blaue Farbtöne. Der bekannteste Saal wird gemeinhin als „Märchendom“ bezeichnet.

Das Angebot beschränkt sich nicht nur auf die Führung selbst. An der Höhle befinden sich das „Grottoneum“, in dem die Geologie und Geschichte des Bergwerks erklärt werden, sowie das „Feenweltchen“ – ein märchenhafter Bereich für Kinder. Es gibt auch den „Naturheilstollen“, doch alle Gesundheitsprogramme sollten besser separat betrachtet und anhand des offiziellen Zeitplans überprüft werden.

Praktische Hinweise: Im Jahr 2026 werden auf der offiziellen Website die saisonalen Öffnungszeiten und die Uhrzeit der letzten Führung veröffentlicht; diese variieren je nach Monat. Vor der Reise lohnt es sich, den Fahrplan zu überprüfen, insbesondere im Winter, während der Schulferien und an Feiertagen.

Was man in der Umgebung noch unternehmen kann: die Altstadt von Saalfeld, den Thüringer Wald, Schlösser und Kleinstädte in Thüringen.

Baumannshöhle: ein Klassiker des Harzes und der unterirdische Goethesaal

Wo: Rübeland, Harz
Offizielle Website: harzer-hoehlen.de

Die Baumannshöhle in Rübeland gilt als eine der ältesten touristischen Höhlen Deutschlands. Ihre Geschichte ist verbunden mit den frühen Exkursionen im Harz, den Funden von Höhlenbärenknochen und dem Interesse von Wissenschaftlern und Reisenden an der unterirdischen Welt.

Der Hauptsaal der Höhle ist der Goethesaal. Der Name geht auf Johann Wolfgang von Goethe zurück, der die Höhle während seiner Reisen durch den Harz besuchte. Der Raum wird nicht nur für gewöhnliche Führungen genutzt: Hier finden Theateraufführungen und Konzerte statt, daher ist es ratsam, vor der Reise nicht nur den Tourplan, sondern auch das Veranstaltungsprogramm zu überprüfen.

Die Baumannshöhle lässt sich gut mit der benachbarten Hermannshöhle kombinieren. Wenn Sie einen Tagesausflug ins Rübeland planen, informieren Sie sich über Kombitickets und die Öffnungszeiten beider Höhlen.

Praktische Hinweise: Die Route umfasst Treppen und Abschnitte mit Höhenunterschieden, daher ist festes Schuhwerk unerlässlich. Die Dauer und Häufigkeit der Führungen sollten Sie vor der Reise am besten auf der Website der Harzer Höhlen überprüfen.

Was man in der Nähe unternehmen kann: Der Brocken, die Harzer Schmalspurbahnen, Wernigerode, Quedlinburg und andere Städte im Harz.

Schellenberger Eishöhle: eine Eishöhle in den Alpen

Wo: Berchtesgadener Alpen, Bayern
Offizielle Website: eishoehle.net

Die Schellenberger Eishöhle ist kein Ziel für einen spontanen Spaziergang, sondern für eine vollwertige Bergtour. Die Höhle liegt auf einer Höhe von etwa 1.570 Metern und gilt als die einzige ausgestattete Eishöhle Deutschlands, die für Besucher zugänglich ist. Im Inneren kann man Eissäle, gefrorene Eiströfe und saisonal wechselnde Eisformen bewundern.

Die Anfahrt zum Eingang ist in der Regel schwieriger als bei den meisten anderen Höhlen aus dieser Auswahl. Der klassische Weg führt zu Fuß über einen Bergpfad, eine Alternative bietet die Untersbergbahn mit einem Fußmarsch über ein Hochplateau. Beide Varianten erfordern eine realistische Einschätzung des Wetters, der körperlichen Verfassung, des Schuhwerks und der Zeit für den Rückweg.

In den offiziellen Informationen der Höhle wird ein Rundgang über Holzstege und Treppen mit einer Dauer von etwa 45 Minuten angegeben. Die Temperatur im Inneren liegt bei etwa null Grad, daher ist auch an heißen Tagen warme Kleidung erforderlich.

Praktische Hinweise: Planen Sie die Schellenberger Eishöhle nicht als „Zwischenstopp auf dem Weg“ ein. Informieren Sie sich über die Öffnungszeiten, die Uhrzeit der letzten Führung, das Wetter in den Bergen und den Zustand des Weges. Für Kinder und Personen ohne Bergerfahrung ist dieser Ausflug nur bei sorgfältiger Planung geeignet.

Was man in der Nähe unternehmen kann: Berchtesgaden, Königssee, Untersberg, Salzbergwerke und Wanderwege im Nationalpark Berchtesgaden.

Atta-Höhle: Tropfsteinhöhle in Attendorn

Wo: Attendorn, Nordrhein-Westfalen
Offizielle Website: atta-hoehle.de

Die Atta-Höhle wird oft als eine der bekanntesten und meistbesuchten Höhlen Deutschlands bezeichnet. Sie wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts bei Arbeiten in einem Steinbruch entdeckt und anschließend zu einem ausgestatteten Touristenparcours umgestaltet.

Die Höhle beeindruckt durch klassische Tropfsteinformen: Stalaktiten, Stalagmiten, Säulen und Säle mit dichten Tropfsteinen. In den offiziellen Informationen heißt es, dass die Führung etwa 40 Minuten dauert und die Temperatur in der Höhle das ganze Jahr über bei etwa 9 °C liegt.

Eine Besonderheit der Atta-Höhle ist der Atta-Käse, der unter konstanten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen reift. Das ist zwar nicht der Hauptgrund für einen Besuch, aber ein schönes Souvenir, wenn Sie regionale Produkte mögen.

Praktische Hinweise: Die Route gilt als für eine normale Ausflugsreise geeignet, doch in Höhlen herrscht stets hohe Luftfeuchtigkeit, es gibt Stufen und die Luft ist kühl. Tickets, Fahrpläne und mögliche Einschränkungen sollten am besten auf der offiziellen Website überprüft werden.

Was man in der Nähe unternehmen kann: Biggesee, das Zentrum von Attendorn, die Routen im Sauerland und die Schlösser der Region.

Dechenhöhle: Höhle am Bahnhof

Wo: Iserlohn-Letmate, Nordrhein-Westfalen
Offizielle Website: dechenhoehle.de

Die Dechenhöhle ist besonders praktisch für alle, die ohne Auto durch Deutschland reisen: Der Bahnhof Letmathe-Dechenhöhle liegt direkt neben dem Eingang. Dies ist einer der seltenen Fälle, in denen sich ein Höhlenbesuch gut in eine Tagesroute mit öffentlichen Verkehrsmitteln einbauen lässt.

Die Höhle wurde im 19. Jahrhundert bei Eisenbahnbauarbeiten entdeckt und nach dem Geologen Heinrich von Dechen benannt. Heute kann sie nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Nach offiziellen Angaben dauert eine normale Führung etwa 40 Minuten, die Temperatur im Inneren liegt bei etwa 10 °C, und die Eintrittskarte für die Höhle beinhaltet den Besuch des Deutschen Höhlenmuseums Iserlohn.

Im Inneren fallen Tropfsteinformationen wie die Orgelgrotte, unterirdische Gewässer und museale Fundstücke ins Auge. Für Familien ist dies ein praktisches Angebot: Die Führung selbst ist nicht allzu lang, und das Museum bietet eine gute Möglichkeit, die Zeit vor oder nach der Führung zu überbrücken.

Praktische Hinweise: Online-Tickets für normale Einzelbesucher sind möglicherweise nicht verfügbar; die offizielle Website empfiehlt, rechtzeitig zum Beginn der Führungen da zu sein, und die Reservierungsmöglichkeiten beziehen sich in erster Linie auf Gruppen. Überprüfen Sie vor der Reise die aktuellen Öffnungszeiten, insbesondere im Winter und im Dezember.

Was man in der Nähe unternehmen kann: Iserlohn, die Naturpfade des Sauerlands, die Felsen „Pater und Nonne“ sowie die Industriemuseen im Ruhrgebiet.

Was Sie mitbringen müssen

  • Eine warme Jacke oder einen Fleecepullover: Selbst im Sommer ist es in Höhlen meist kühl, und in der Eishöhle liegt die Temperatur nahe dem Gefrierpunkt.
  • Schuhe mit rutschfester Sohle: Die Wege können feucht und die Treppen schmal sein.
  • Bar oder Karte: Die Zahlungsmöglichkeiten variieren je nach Standort.
  • Wasser und Verpflegung für Bergtouren, insbesondere für die Schellenberger Eishöhle.
  • Überprüfte Fahrpläne: Die Uhrzeit der letzten Führung ist wichtiger, als es scheint, da viele Höhlen nicht auf eigene Faust besichtigt werden können.

Für wen solche Ausflüge geeignet sind

Die Höhlen in Deutschland eignen sich gut für Familien mit Kindern, Paare, Gäste aus dem Ausland und alle, die einen kurzen Ausflug für das Wochenende suchen. Für kleine Kinder, ältere Menschen und Reisende mit eingeschränkter Mobilität ist es wichtig, sich vorab über die Bestimmungen der jeweiligen Höhle zu informieren: Aufzüge gibt es in der Regel keine, Stufen und feuchte Abschnitte kommen häufig vor.

Wenn Sie eine ruhige und unkomplizierte Variante suchen, beginnen Sie mit den Saalfelder Feengrotten, der Atta-Höhle oder der Dechenhöhle. Wenn Sie den Höhlenbesuch mit einem mehrtägigen Aufenthalt in der Region verbinden möchten, entscheiden Sie sich für den Harz und die Baumannshöhle. Wenn Sie ein Erlebnis in den Bergen suchen, planen Sie die Schellenberger Eishöhle ein, jedoch nur unter Berücksichtigung der Wetterbedingungen und Ihrer körperlichen Fitness.

Häufige Fragen

Kann man Höhlen im Winter besuchen?

Viele Höhlen sind auch in der kalten Jahreszeit geöffnet, allerdings ist der Zeitplan oft eingeschränkt. Im Winter ist es besonders wichtig, die offizielle Website zu überprüfen: Manche Führungen finden nur an Wochenenden, an Feiertagen oder während der Schulferien statt.

Muss man die Eintrittskarten im Voraus kaufen?

Das hängt von der jeweiligen Höhle ab. An manchen Orten können Einzelbesucher ohne Voranmeldung kommen, an anderen ist es bequemer oder sogar erforderlich, Tickets online zu kaufen. Für Gruppen ist es fast immer besser, die Buchung im Voraus zu vereinbaren.

Darf man im Inneren fotografieren?

Die Regeln variieren. In manchen Höhlen ist das Fotografieren ohne Blitz erlaubt, in anderen eingeschränkt oder verboten. Informieren Sie sich vor der Führung über die Regeln und befolgen Sie die Anweisungen des Führers.

Welche Höhle ist ohne Auto am besten zu erreichen?

Die Dechenhöhle ist eine der bequemsten Optionen, da die Haltestelle Letmathe-Dechenhöhle direkt neben dem Eingang liegt. Für die übrigen Standorte empfiehlt es sich, die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Voraus zu planen.