Wie man sich nach dem Umzug in Deutschland einlebt: erste Schritte, Sprache und Integration
Ein Umzug nach Deutschland ist selten schon am Tag der Wohnungsübergabe abgeschlossen. Die ersten Monate vergehen mit dem Erlernen der Sprache, dem Erledigen von Formalitäten, dem Kennenlernen der Lebensgewohnheiten, der Suche nach einem neuen Freundeskreis und dem Verständnis dafür, wie Arbeit, Studium und Alltag hier funktionieren. Schneller anpassen können sich nicht diejenigen, die versuchen, sofort „einer von ihnen“ zu werden, sondern diejenigen, die sich ein klares System aus kleinen Schritten aufbauen.
Womit man in den ersten Wochen beginnen sollte
Am Anfang ist es wichtig, sich nicht zu verzetteln. Erstellen Sie eine kurze Liste mit Aufgaben, die sich tatsächlich auf Ihre Lebensqualität auswirken:
- sich am Wohnort anmelden, falls dies noch nicht geschehen ist;
- sich um die Krankenversicherung, ein Bankkonto und die Telekommunikation kümmern;
- Wähle eine realistische Methode zum Deutschlernen;
- die nächstgelegenen Beratungsstellen für Migranten finden;
- mit der Zusammenstellung der Unterlagen für Arbeit, Studium oder die weitere Beantragung des Aufenthaltsstatus beginnen;
- Nehmen Sie Erholung und gewohnte Aktivitäten in Ihren Zeitplan auf, nicht nur bürokratische Aufgaben.
Ein solcher Ansatz verringert den Stress: Man merkt, dass man bereits einen Teil des neuen Lebens im Griff hat, auch wenn vieles noch ungewohnt ist.
Die deutsche Sprache: das wichtigste Instrument zur Eingewöhnung
In Deutschland trifft man tatsächlich Menschen, die Englisch sprechen, insbesondere in Großstädten, an Universitäten und in internationalen Unternehmen. Für ein langfristiges Leben in Deutschland bleibt die deutsche Sprache jedoch eine Schlüsselkompetenz: Man braucht sie bei Schreiben von Behörden, beim Arzt, bei der Wohnungssuche, in der Schule, bei der Arbeit und in alltäglichen Situationen.
Man kann mit drei parallelen Schritten beginnen:
- Wähle einen Kurs oder einen Dozenten aus, um den Überblick nicht zu verlieren.
- Üben Sie jeden Tag kurze Alltagssätze: einen Termin vereinbaren, nach dem Weg fragen, auf einen Brief antworten.
- Wenden Sie die Sprache sofort außerhalb des Lehrbuchs an: im Geschäft, mit Nachbarn, bei Treffen von Interessengruppen.
Wenn Sie gerade dabei sind, einen Lernplan zu erstellen, ist es hilfreich, zusätzlich den Beitrag „“ unter dem Titel „Wie man Deutsch lernt“ anzusehen.
Integrationskurse und Beratung
Der Integrationskurs (Integrationskurs) umfasst in der Regel Deutschunterricht und einen Orientierungsblock zu Leben, Recht, Geschichte und Gesellschaft in Deutschland. Die Teilnahmebedingungen hängen vom Aufenthaltsstatus, der Staatsangehörigkeit, der sozialen Situation und der Entscheidung der zuständigen Behörden ab. Je nach Fall kann die Überweisung oder Zulassung über die Ausländerbehörde, das Jobcenter, das BAMF oder einen eigenen Antrag erfolgen.
Es ist besser, die Teilnahmeberechtigung für einen Kurs nicht anhand von Erzählungen zu überprüfen, sondern über offizielle Quellen und durch Beratung vor Ort. Auf der Website des BAMF gibt es einen Bereich zu „Teilnahme und Kosten“, Antragsformulare und eine Suche nach den nächstgelegenen Integrationsangeboten über BAMF-NAvI.
Neben den Kursen helfen Neulingen oft:
- Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte, MBE);
- Jugendmigrationsdienste (Jugendmigrationsdienste, JMD);
- städtische Beratungsstellen;
- Internationale Büros der Universitäten;
- Gewerkschaften, wenn es um arbeitsbezogene Fragen geht.
Kommunikation: Wie man nicht in der Isolation stecken bleibt
Die Eingewöhnung verläuft schneller, wenn regelmäßige Kontakte entstehen. Das muss nicht unbedingt eine große Freundesgruppe sein. In der Praxis helfen wiederkehrende Anknüpfungspunkte: Kollegen, Kommilitonen, ein Sportverein, ein Sprachtandem, ein Freiwilligenprojekt, ein Buchclub oder eine Elterngemeinschaft.
Wenn es Ihnen schwerfällt, Kontakte zu knüpfen, wählen Sie Formate mit einer klaren Rolle. In einem Sprachkurs lernen Sie beispielsweise, in einer Sportgruppe trainieren Sie, in einem Freiwilligenprojekt helfen Sie mit. So kommt das Gespräch ganz natürlich in Gang, ohne den Druck, „dringend Freunde finden“ zu müssen.
Arbeit und Lebenslauf
Wenn Sie nach dem Umzug arbeiten möchten, sollten Sie die Vorbereitung Ihrer Unterlagen nicht aufschieben. In Deutschland wird der Lebenslauf oft als Lebenslauf bezeichnet. Er sollte sorgfältig verfasst, logisch aufgebaut und auf die jeweilige Stellenausschreibung zugeschnitten sein. Der Arbeitgeber achtet in der Regel nicht nur auf die Berufserfahrung, sondern auch auf die Verständlichkeit des beruflichen Werdegangs, Sprachkenntnisse, die Arbeitserlaubnis und die Übereinstimmung mit den Anforderungen der Stelle.
Was man im Voraus vorbereiten sollte:
- Lebenslauf in deutscher oder englischer Sprache, je nach Fachgebiet;
- ein kurzes Anschreiben, falls erforderlich;
- Übersetzungen oder Beglaubigungen von Abschlüssen, wenn es sich um einen reglementierten Beruf handelt;
- Empfehlungen, Zeugnisse und das Portfolio;
- Erläuterung des Aufenthaltsstatus und der Arbeitserlaubnis, falls dies für den Arbeitgeber von Bedeutung ist.
Schicken Sie nicht denselben Lebenslauf auf alle Stellenanzeigen. Es ist besser, eine Basisversion zu haben und das Profil, die Fähigkeiten und die ersten Zeilen schnell an die jeweilige Stelle anzupassen.
Auch der Alltag ist wichtig
Ein neues Land strapaziert einen nicht nur mit Formalitäten, sondern auch mit Kleinigkeiten: Mülltrennung, Fahrpläne, Mietvorschriften, Post, Ruhezeiten am Sonntag, Arzttermine. Versuchen Sie nicht, alles auf einmal zu lernen. Führen Sie eine separate Liste mit alltäglichen Fragen und gehen Sie diese nacheinander durch.
Ein guter Anhaltspunkt: Jede Woche ein neues Thema abschließen. Zum Beispiel diese Woche das Nahverkehrsticket verstehen, nächste Woche das System der Arztterminvereinbarung, danach die Regeln zur Zahlung der Rundfunk- und Fernsehgebühren oder die Besonderheiten eines Mietvertrags.
Wie man sich psychisch stärken kann
Ein Kulturschock kann sich nicht nur in Traurigkeit äußern. Manchmal ist es Gereiztheit, Müdigkeit, der Drang, alles mit dem früheren Heimatland zu vergleichen, oder das Gefühl, dass einfache Dinge plötzlich zu kompliziert geworden sind. Das ist ein ganz normaler Teil des Umzugs.
Grundlegende Ausgeglichenheit hilft dabei:
- auf ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und Bewegung achten;
- die gewohnten Aktivitäten im Zeitplan beibehalten;
- Vergleiche deinen ersten Monat nicht mit dem fünften Jahr eines anderen;
- um Hilfe bitten, bevor ein Problem kritisch wird;
- kleine Erfolge feiern: der erste Anruf auf Deutsch, der erste Brief, die erste eigenständige Terminvereinbarung.
Häufige Fehler von Neulingen
- Deutsch komplett auf die lange Bank schieben, weil „Englisch bei der Arbeit ausreicht“.
- Inoffiziellen Ratschlägen zu Behörden zu glauben, ohne diese auf der Website der Stadt, beim BAMF oder bei der Ausländerbehörde zu überprüfen.
- Sich auf eine Stelle bewerben, ohne den Lebenslauf an den deutschen Arbeitsmarkt anzupassen.
- Sich in den ersten Monaten zurückzuziehen und nur online zu kommunizieren.
- Von sich selbst sofortiges Wohlbefinden in einem Land zu erwarten, in dem Sprache, Regeln und soziale Konventionen noch unbekannt sind.
Ein kurzer Plan zur Eingewöhnung
- Erledigen Sie die notwendigen administrativen Schritte.
- Beginnen Sie regelmäßig mit dem Deutschlernen.
- Prüfen Sie, ob Sie Anspruch auf einen Integrationskurs oder eine Beratung haben.
- Bauen Sie regelmäßige soziale Kontakte auf.
- Bereiten Sie Ihren Lebenslauf und die Unterlagen für die Arbeit oder das Studium vor.
- Machen Sie sich nach und nach mit den alltäglichen Regeln Ihrer Stadt vertraut.
- Nehmen Sie sich Zeit für Erholung und Regeneration.
Die Eingewöhnung in Deutschland ist kein Wettrennen. Je klarer Ihr System aus kleinen Schritten ist, desto schneller hört das neue Land auf, eine Ansammlung unverständlicher Regeln zu sein, und wird zu einer vertrauten Alltagsumgebung.