TestAS für die Zulassung in Deutschland: Wer braucht die Prüfung und wie ist sie aufgebaut?

TestAS für die Zulassung in Deutschland: Wer braucht die Prüfung und wie ist sie aufgebaut?

TestAS für die Zulassung in Deutschland: Wer braucht die Prüfung und wie ist sie aufgebaut?

Der TestAS (Test für Ausländische Studierende) ist eine standardisierte Prüfung für ausländische Studienbewerber, die ein Studium in Deutschland anstreben. Er zeigt die allgemeine und fachspezifische Studierfähigkeit an und kann die Chancen auf einen Studienplatz erhöhen, wenn eine bestimmte Hochschule das Ergebnis bei ihrer Auswahl berücksichtigt.

Besonders häufig wird der TestAS bei stark umkämpften Studiengängen, darunter auch Medizin, erwähnt. Es gibt jedoch keine allgemeingültige Regel: An einer Hochschule kann das Ergebnis ein Pluspunkt sein, an einer anderen eine zwingende Voraussetzung und an einer dritten überhaupt keine Rolle spielen. Daher sollten vor der Anmeldung die Anforderungen des jeweiligen Studiengangs und der jeweiligen Fakultät geprüft werden.

Wozu dient der TestAS?

Deutsche Hochschulen nutzen den TestAS als zusätzliches Instrument zur Bewertung ausländischer Zeugnisse. Schulzeugnisse und Abschlüsse aus verschiedenen Ländern lassen sich nur schwer direkt miteinander vergleichen, daher hilft der Test der Hochschule dabei, einzuschätzen, inwieweit ein Bewerber für akademische Anforderungen bereit ist.

Ein gutes Ergebnis kann:

  • die Bewerbung im Auswahlverfahren zu stärken;
  • ein obligatorischer Bestandteil der Bewerbung für bestimmte Studiengänge sein;
  • der Hochschule dabei zu helfen, ausländische Noten mit dem zu erwartenden Studienaufwand abzugleichen;
  • in Vorbereitungs-, Stipendien- oder speziellen Zulassungsprogrammen verwendet werden.

Für das Medizinstudium ist dies aufgrund des starken Wettbewerbs von Bedeutung. Der TestAS ersetzt jedoch weder den Notendurchschnitt noch das Sprachzertifikat, die Hochschulzugangsberechtigung oder andere Unterlagen. Er funktioniert nur nach den Vorgaben der jeweiligen Hochschule.

Formate des TestAS

Der TestAS gibt es in zwei Formaten:

Format Ablauf Wissenswertes
Digitaler TestAS Am Computer in einem lizenzierten Testzentrum Es handelt sich um eine Präsenzprüfung, nicht um einen Online-Test zu Hause
Papierbasierter TestAS In Papierform im Testzentrum Prüft dieselben Fähigkeiten, aber die Struktur der Aufgaben unterscheidet sich

Auf der offiziellen Website von TestAS wird darauf hingewiesen, dass die digitalen und papierbasierten Formate denselben Anforderungsstandard abdecken. Die Wahl des Formats hängt in der Regel von den verfügbaren Terminen, dem Land, dem Testzentrum und den Anforderungen der Hochschule ab.

Aus welchen Teilen besteht die Prüfung?

Beide Formate bestehen aus einem allgemeinen und einem fachspezifischen Teil.

Der allgemeine Teil prüft grundlegende kognitive Fähigkeiten: logisches Denken, den Umgang mit Zahlen, analytische Zusammenhänge und die Fähigkeit, neue Strukturen schnell zu erfassen. In digitaler Form wird er als „Kernmodul“ bezeichnet, in Papierform als „Kerntest“.

Der fachspezifische Teil bezieht sich auf den Studiengang. Er sollte nicht nach dem Prinzip „was einfacher ist“, sondern entsprechend den Anforderungen des zukünftigen Studiengangs gewählt werden.

Module des digitalen TestAS

Im digital TestAS stehen sechs Fachmodule zur Verfügung:

  • Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften;
  • Lebenswissenschaften;
  • Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften;
  • Ingenieurwissenschaften;
  • Wirtschaftswissenschaften;
  • Medizin.

Für das Medizinstudium wählt man das Modul „Medizin“, sofern die Hochschule genau dieses verlangt oder empfiehlt. In der Beschreibung des Moduls finden sich Themen aus den Bereichen Anatomie, Physiologie, Biologie, Biochemie, Psychologie, Soziologie und Physik, doch die Prüfung setzt keine Vorkenntnisse aller medizinischen Fachbegriffe voraus, wie sie ein Medizinstudent haben muss.

Module des papierbasierten TestAS

In der Papierversion unterscheidet sich die Auswahl der Module. In der Regel stehen folgende zur Verfügung:

  • Geistes-, Kultur- und Gesellschaftswissenschaften;
  • Ingenieurwissenschaften;
  • Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften;
  • Wirtschaftswissenschaften.

Wenn Sie einen Studiengang anstreben, für den das Modul „Medizin“ oder „Lebenswissenschaften“ erforderlich ist, prüfen Sie bitte, ob das papierbasierte Format den Anforderungen der jeweiligen Hochschule entspricht. Manchmal ist das richtige Format wichtiger als ein günstiger Termin.

Prüfungssprache

Der TestAS kann auf Deutsch oder Englisch abgelegt werden. Auf der offiziellen Website wird darauf hingewiesen, dass manche Hochschulen eine bestimmte Sprache für die Prüfung vorschreiben können. Daher sollte die Sprache nicht nur anhand des TestAS, sondern auch auf der Seite des gewählten Studiengangs überprüft werden.

Wählen Sie die Sprache, in der Sie die Aufgaben schneller lesen und weniger Zeit mit der Formulierung verlieren. Wenn der Studiengang auf Deutsch stattfindet, bedeutet das nicht immer, dass der TestAS unbedingt auf Deutsch abgelegt werden muss, aber die Hochschule kann eigene Regeln festlegen.

Anmeldung und Fristen

Die Anmeldung erfolgt über die offizielle Website testas.de. Dort werden auch die Termine, die Testzentren, die Regeln für einzelne Länder und Vorbereitungsmaterialien veröffentlicht.

Bevor Sie ein Datum auswählen, prüfen Sie bitte zwei Termine:

  1. Wann muss das Testergebnis des TestAS bei der Hochschule vorliegen?
  2. Wann veröffentlicht TestAS das Ergebnis nach der Prüfung?

Offizielle Unterlagen geben einen Richtwert an: Das Ergebnis des paper-based TestAS liegt in der Regel nach etwa 4 Wochen vor, das des digital TestAS nach etwa 3 Wochen. Daher ist es ratsam, die Prüfung mit einem gewissen Zeitpuffer vor Ablauf der Bewerbungsfrist zu planen.

Wie Sie herausfinden, ob Sie den TestAS benötigen

Befolgen Sie diese kurze Anleitung:

  1. Rufen Sie die Seite des Studiengangs auf der Website der Universität auf.
  2. Suchen Sie nach den Rubriken „Zulassung“, „Bewerbung“, „Auswahlverfahren“ oder „internationale Bewerber“.
  3. Prüfen Sie, ob der TestAS als „Pflicht“, „Bonus“ oder „Empfehlung“ gilt oder gar nicht erwähnt wird.
  4. Klären Sie das gewünschte Format, das Fachmodul und die Sprache ab.
  5. Vergleichen Sie den Prüfungstermin mit der Bewerbungsfrist und dem Datum der Ergebnisbekanntgabe.
  6. Wenn Sie sich über uni-assist oder ein anderes System bewerben, prüfen Sie, wo und wie das Zertifikat hochgeladen wird.

Häufige Fehler

  • Sich für den TestAS anzumelden, ohne zuvor zu prüfen, ob die gewählte Hochschule das Ergebnis berücksichtigt.
  • Wählen Sie ein Modul aufgrund von Gerüchten und nicht aufgrund der Anforderungen des Studiengangs aus.
  • Die Prüfung zu spät abzulegen und das Ergebnis nicht rechtzeitig vor Ablauf der Bewerbungsfrist zu erhalten.
  • Zu glauben, dass der TestAS allein ein schwaches Sprachzertifikat oder ein unzureichendes Schulzeugnis ausgleichen kann.
  • Sich ausschließlich an den Regeln für das Medizinstudium zu orientieren, obwohl die Auswahlkriterien für andere Studiengänge möglicherweise anders sind.

Fazit

Der TestAS kann ein starkes Element der Bewerbung an einer deutschen Hochschule sein, sein Wert hängt jedoch von den Anforderungen des jeweiligen Studiengangs ab. Für Medizin und andere Studiengänge mit hohem Wettbewerbsdruck wird die Prüfung oft als Möglichkeit angesehen, die Bewerbung zu stärken; sie ersetzt jedoch nicht die allgemeine Studienzulassung und die Sprachnachweise. Die sicherste Strategie ist es, zunächst die Anforderungen der Hochschule zu prüfen und dann auf der offiziellen TestAS-Website das Format, das Modul, die Sprache und den Termin auszuwählen.