Sprachvorbereitungskurse an deutschen Hochschulen: So meldest du dich an und worauf du achten solltest

Sprachvorbereitungskurse an deutschen Hochschulen: So meldest du dich an und worauf du achten solltest

Sprachvorbereitungskurse an deutschen Hochschulen helfen ausländischen Studienbewerbern dabei, ihre Deutschkenntnisse auf das für die Zulassung erforderliche Niveau zu bringen: meist B2 oder C1, je nach Studiengang manchmal auch höher. Es handelt sich hierbei nicht um eine gewöhnliche Abendschule, sondern um eine intensive Vorbereitung auf das Studium in Deutschland: Der Unterricht findet mehrmals pro Woche statt, erfordert regelmäßige Teilnahme und endet in der Regel mit einer Sprachprüfung.

Für wen sind solche Kurse geeignet?

Sprachkurse an einer Hochschule oder Universität sind eine Überlegung wert, wenn Sie sich bereits für einen Studiengang in Deutschland entschieden haben, aber das erforderliche Deutschniveau noch nicht nachweisen können. Sie sind besonders nützlich für diejenigen, die einen deutschsprachigen Studiengang belegen und sich parallel dazu an das akademische Umfeld gewöhnen möchten: an den Stundenplan, die Anforderungen, den Schriftverkehr mit der Hochschule und das Prüfungsformat.

Es ist wichtig, im Voraus zwischen zwei Szenarien zu unterscheiden:

  • Der Kurs dient als Vorbereitung auf die Immatrikulation an einer Hochschule;
  • Der Kurs wird separat gewählt, ohne Bezug zum zukünftigen Studiengang.

Davon können die Antragstellung, die erforderlichen Unterlagen und die Art des Visums abhängen. Für Bewerber aus Nicht-EU-Ländern empfiehlt es sich, die Visabestimmungen über das deutsche Konsulat, die Ausländerbehörde und offizielle Portale zu überprüfen und sich nicht auf die Beschreibung einer bestimmten Schule zu verlassen.

Wie ist der Unterricht in der Regel aufgebaut?

Das Format hängt von der Hochschule ab, meist handelt es sich jedoch um intensiven Deutschunterricht in der Gruppe. In den Kursbeschreibungen finden sich häufig Bezeichnungen wie „Deutschkurs“, „Deutsch-Vorbereitungskurs“, „studienvorbereitender Sprachkurs“ oder „Vorbereitung auf DSH/TestDaF“.

In der Regel umfasst der Kurs:

  • Unterricht in Grammatik, Schreiben, Lesen, Hörverständnis und mündlichem Ausdruck;
  • Vorbereitung auf die DSH, den TestDaF, telc C1 Hochschule oder eine andere anerkannte Prüfung;
  • regelmäßige Zwischentests;
  • Anforderungen an die Anwesenheit;
  • Eine begrenzte Anzahl von Versuchen, in die nächste Stufe aufzusteigen oder die Abschlussprüfung zu bestehen.

Man sollte sich nicht an allgemeine Regeln wie „80 % Anwesenheitsquote“ oder „maximal vier Semester“ orientieren: Solche Bedingungen legt die jeweilige Hochschule oder das Sprachzentrum fest. Vor der Bewerbung sollte man die Kursseite aufrufen und die Prüfungsordnung, die Gebührenordnung oder die FAQ für ausländische Studienbewerber lesen.

Welches Deutschniveau wird benötigt?

Für den Kursbeginn kann die Hochschule ein bestimmtes Vorwissen verlangen, zum Beispiel B1 oder B2. Für die Zulassung zu einem deutschsprachigen Studiengang ist oft ein nachgewiesener B2/C1-Niveau nach CEFR/GER erforderlich, wobei das genaue Niveau von der Hochschule, dem Studienfach und der Prüfung abhängt.

Was Sie vor der Bewerbung prüfen sollten:

  • welches Zertifikat die Hochschule akzeptiert: DSH, TestDaF, telc C1 Hochschule, Goethe-Zertifikat oder ein anderes;
  • Ob bereits bei der Kursanmeldung ein Zertifikat erforderlich ist;
  • Kann man nach dem Kurs die Prüfung an derselben Hochschule ablegen?
  • ob der gewählte Studiengang das Ergebnis genau dieser Prüfung anerkennt; – gibt es gesonderte Anforderungen für medizinische, pädagogische, juristische oder künstlerische Studiengänge?

Wie viel kosten Vorbereitungskurse?

Es gibt keinen einheitlichen Preis für ganz Deutschland. Die Kosten hängen vom Bundesland, der Hochschule, dem Status des Kurses, der Dauer des Semesters und davon ab, ob der Teilnehmer als immatrikulierter Studierender gilt. An manchen Orten handelt es sich um eine moderate Semestergebühr, an anderen um eine separate Gebühr für den Kurs und die Prüfung.

Prüfen Sie vor der Bezahlung nicht nur den Kurspreis, sondern auch die zusätzlichen Kosten:

  • Semesterbeitrag oder Verwaltungsgebühr;
  • Anmeldegebühr;
  • die Kosten für die DSH-/TestDaF-/telc-Prüfung;
  • Lehrmaterialien;
  • Krankenversicherung;
  • Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel für ein Visum oder eine Aufenthaltsgenehmigung;
  • Unterkunft und Transport.

Falls auf der Website ein veralteter Betrag oder ein PDF aus dem vergangenen Semester angegeben ist, sollte man sich am besten an das International Office wenden und die aktuelle Gebührenordnung anfordern.

Studentenstatus und Visum

An einigen Hochschulen erhält ein Teilnehmer eines sprachlichen Vorbereitungskurses einen eingeschränkten Studentenstatus, an anderen gilt er als Teilnehmer eines Vorbereitungsprogramms ohne den vollen Status eines regulären Studenten. Dies wirkt sich auf den Zugang zum Studentenausweis, zur Semesterkarte, zur Versicherung, zum Studentenwohnheim und zu den internen Dienstleistungen der Hochschule aus.

Bei Visumsfragen ist es wichtig, nicht auf umgangssprachliche Bezeichnungen wie „Sprachvisum“ zu achten, sondern auf den Aufenthaltszweck. Das offizielle Portal „Make it in Germany“ weist darauf hin, dass sich die Aufenthaltserlaubnis zum Studium gemäß § 16b AufenthG auch auf vorbereitende Maßnahmen vor der Immatrikulation erstrecken kann, einschließlich Sprachkurse und Studienkolleg. Wenn noch kein Studienplatz vorliegt, gilt ein gesondertes Szenario – das Visum oder die Aufenthaltserlaubnis zur Studienplatzsuche; hierfür gelten eigene Bedingungen und Einschränkungen.

Übertragen Sie die Beispiele anderer nicht automatisch auf Ihre eigene Situation. Das Konsulat und die Ausländerbehörde prüfen die Staatsangehörigkeit, die Bildungsnachweise, die Zulassung zum Studiengang, die finanzielle Absicherung und den Aufenthaltszweck.

Darf man während der Kurse arbeiten?

Das Recht auf Arbeit hängt von Ihrem konkreten Aufenthaltsgrund ab. Für eine Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken gelten bestimmte Regeln, für die Suche nach einem Studienplatz andere, und für einen separaten Sprachkurs können die Bedingungen wiederum abweichen. Daher sollte man den Satz „Nach der Prüfung kann man einfach arbeiten gehen“ mit Vorsicht betrachten: Für den Übergang in eine Beschäftigung sind in der Regel ein geeigneter Arbeitsvertrag, ein entsprechender Aufenthaltsgrund sowie die Prüfung der Anforderungen an eine qualifizierte Beschäftigung erforderlich.

Wenn Sie nach dem Kurs nicht studieren, sondern arbeiten möchten, klären Sie den weiteren Weg im Voraus bei der Ausländerbehörde oder bei einem qualifizierten Berater ab. Ändern Sie Ihren Visastatus nicht aufgrund von Ratschlägen aus Foren: Ein Fehler kann die Rechtmäßigkeit Ihres Aufenthalts beeinträchtigen.

Wie findet man einen Kurs an einer Hochschule?

Es gibt keine einheitliche, vollständige Übersicht über alle Sprachkurse an Hochschulen. Am sichersten ist es, sich am zukünftigen Studiengang zu orientieren.

Vorgehensweise:

  1. Wählen Sie einen Studiengang und eine Hochschule aus.
  2. Öffnen Sie die Rubriken „International“, „International Office“, „Deutschkurse“, „Studienvorbereitung“ oder „Sprachzentrum“.
  3. Prüfen Sie, ob es einen Sprachvorbereitungskurs speziell für ausländische Studienbewerber gibt.
  4. Informieren Sie sich über die Anforderungen an das Deutschniveau und die anerkannten Zertifikate.
  5. Informieren Sie sich über die Anmeldefrist, die Kosten, das Anmeldeverfahren und die erforderlichen Unterlagen.
  6. Sollten die Informationen unvollständig sein, wenden Sie sich bitte an das International Office.

Für die Suche können Sie Suchbegriffe verwenden, die den Namen der Hochschule sowie die Begriffe „Deutsch-Vorbereitungskurs“, „studienvorbereitender Deutschkurs“, „DSH-Kurs“ oder „Sprachkurs für internationale Studienbewerber“ enthalten.

So stellen Sie einen Antrag

Die Anmeldung hängt oft mit dem zukünftigen Studiengang zusammen: Sie wählen den Studiengang aus, geben an, dass Sie eine Sprachvorbereitung benötigen, und fügen Ihre Bildungs- und Sprachzeugnisse bei. An anderen Hochschulen erfolgt die Anmeldung für den Kurs separat über das Sprachzentrum, das International Office oder das Portal uni-assist.

In der Regel werden folgende Unterlagen benötigt:

  • Reisepass;
  • Schulabschlusszeugnis oder Diplom mit Anhang;
  • Übersetzung und Beglaubigung von Dokumenten, falls erforderlich;
  • Nachweis des aktuellen Deutschniveaus;
  • ein Motivationsschreiben oder eine kurze Erläuterung des Studienplans, falls die Hochschule dies verlangt;
  • Nachweis über die Bezahlung oder die Zahlungsbereitschaft für den Kurs;
  • Unterlagen für das Visum, wenn Sie sich aus dem Ausland bewerben.

Was tun nach dem Kurs?

Nach bestandener Prüfung können Sie sich für den gewählten Studiengang oder für einen anderen Studiengang bewerben, sofern dieser Ihr Zertifikat und Ihre Bildungsnachweise anerkennt. Die Teilnahme an einem Kurs an einer Hochschule garantiert nicht immer die Zulassung an derselben Hochschule: Die Entscheidung über die Zulassung trifft die Zulassungskommission des jeweiligen Studiengangs.

Überprüfen Sie vor der endgültigen Bewerbung Folgendes:

  • ob der Studiengang Ihr Sprachzertifikat anerkennt;
  • ob eine zusätzliche Fachprüfung oder ein Studienkolleg erforderlich ist;
  • Stimmen die Fristen für den Kurs, die Prüfung und die Immatrikulation überein?
  • Kann die Aufenthaltserlaubnis für die Zeit bis zum Vorliegen des Ergebnisses verlängert werden?
  • Welche Bedingungen gelten für die Arbeit, wenn Sie den Aufenthaltszweck ändern?

Kurze Checkliste vor der Kursauswahl

  • Der Kurs ist tatsächlich auf die Hochschulzulassung ausgerichtet und nicht nur auf das Erlernen der Sprache.
  • Die aktuellen Termine, Preise und Prüfungsanforderungen sind angegeben.
  • Es ist klar, welchen Status die Teilnehmer erhalten.
  • Die Hochschule gibt an, welches Zertifikat für die Zulassung erforderlich ist.
  • Es gibt Informationen für ausländische Studienbewerber sowie die Kontaktdaten des International Office.
  • Das Visumszenario entspricht Ihrer Situation.
  • Sie wissen, was nach dem Kurs folgt: Studienzulassung, Wiederholungsprüfung, Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis oder ein anderer Weg.

FAQ

Gewähren solche Kurse automatisch einen Studienplatz an einer Universität?

In der Regel nicht. Die Kurse helfen zwar dabei, die sprachlichen Anforderungen zu erfüllen, doch die Zulassung hängt von den Bildungsnachweisen, den Auswahlkriterien und den Bestimmungen des jeweiligen Studiengangs ab.

Kann man sich nach dem Sprachkurs für eine andere Hochschule entscheiden?

Oft ist dies möglich, wenn eine andere Hochschule Ihr Sprachzertifikat anerkennt und Sie die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen. Die Fristen und die Anerkennung der Prüfung sollten Sie jedoch im Voraus prüfen.

Sind private Sprachschulen schlechter als Kurse an Hochschulen?

Nicht unbedingt. Eine Privatschule kann hinsichtlich des Stundenplans oder des Niveaus praktischer sein. Wenn das Ziel jedoch ein Studium an einer Hochschule ist, ist es wichtig zu prüfen, ob die zukünftige Universität das Zertifikat dieser Schule anerkennt und ob der Kurs für Ihre Visumsituation geeignet ist.

Muss man bereits B2 haben?

Nicht immer. Einige Kurse nehmen Teilnehmer mit B1 oder einem anderen Niveau auf, das hängt jedoch vom jeweiligen Studiengang ab. Je niedriger das Ausgangsniveau ist, desto mehr Zeit und Geld kann bis zur Zulassungsprüfung erforderlich sein.