Lehramt in Deutschland: 5 Hochschulen für angehende Lehrkräfte
Um in Deutschland Lehrer an einer Schule zu werden, muss man in der Regel nicht einfach „Pädagogik“ wählen, sondern einen Lehramtsstudiengang für eine bestimmte Schulart und ein bestimmtes Bundesland. Es handelt sich um einen geregelten Berufsweg: Studium, Schulpraktika, Prüfungen, das Referendariat und die anschließende Zulassung zum Schuldienst hängen vom Bundesland, den Fächern und der Schulart ab.
Im Folgenden finden Sie fünf Hochschulen, die für die Lehrerausbildung in Frage kommen. Dies ist weder ein allgemeingültiges Ranking noch eine Zulassungsgarantie: Aktuelle Fachkombinationen, Termine, sprachliche Anforderungen, Zulassungszahlen (NC) und Regeln zur Anerkennung von Zeugnissen müssen auf den Websites der Hochschulen und der Bildungsministerien des jeweiligen Bundeslandes überprüft werden.
Pädagogik und Lehramt: Was ist der Unterschied?
Im deutschen System ist es wichtig, zwischen zwei Ausbildungswegen zu unterscheiden.
Pädagogik / Erziehungswissenschaft – das sind die Bildungswissenschaften. Solche Studiengänge eignen sich für Tätigkeiten im Bildungswesen, in der Sozialarbeit, in der Erwachsenenbildung, in der Forschung, im Management von Bildungsprojekten oder in verwandten Bereichen. Die Pädagogik an sich verleiht jedoch in der Regel kein automatisches Recht, an einer staatlichen Schule zu unterrichten.
Das Lehramt ist die Ausbildung zum Schullehrer. Es umfasst eine Ausrichtung auf eine bestimmte Schulart, zwei oder mehrere Fächer, Didaktik, Praktika und Prüfungen. Je nach Bundesland kann der Ausbildungsweg unterschiedlich bezeichnet werden: Bachelor/Master of Education, Erstes Staatsexamen, Erste Staatsprüfung oder ein ähnliches Modell.
Für Studienbewerber lautet die wichtigste Frage: In welchem Bundesland, an welcher Schulart und welche Fächer möchten Sie unterrichten? Ein Fehler in dieser Phase kann dazu führen, dass der Abschluss zusätzlich anerkannt werden muss oder fehlende Ausbildungselemente nachgeholt werden müssen.
Wie sieht der Weg zum Lehrerberuf aus?
Der typische Weg sieht wie folgt aus:
- Wahl des Bundeslandes, der Schulart und der Fächerkombination.
- Zulassung zum Lehramtsstudium oder zu einem entsprechenden Bachelor-/Master-Studiengang im Bereich Pädagogik.
- Das Hochschulstudium mit Fachmodulen, Didaktik und Schulpraktika.
- Die erste staatliche Prüfung oder der Abschluss als Master of Education, je nach Landesmodell.
- Referendariat – Vorbereitungsdienst an einer Schule.
- Zweite staatliche Prüfung und anschließende Berufseingliederung.
Der Status als Beamter ist nicht für jeden möglich und hängt vom Bundesland, der Staatsangehörigkeit, dem Alter, dem Gesundheitszustand, dem Personalbedarf und weiteren Bedingungen ab. Daher darf er nicht als automatisches Ergebnis des Studiums angesehen werden.
1. Humboldt-Universität zu Berlin
Humboldt-Universitaet zu Berlin Geeignet für diejenigen, die in einem großen Ballungsraum studieren möchten und nach Prüfung der Anerkennung eine Tätigkeit in Berlin oder einem anderen Bundesland in Betracht ziehen. In Berlin ist das Lehramtsmodell mit dem Bachelor und Master of Education, dem Schulpraktikum und dem anschließenden Referendariat verbunden.
Eine Stärke der HU Berlin ist der breite universitäre Kontext, das städtische Bildungsumfeld sowie der Zugang zu Schulen, Forschungsprojekten und interuniversitären Möglichkeiten. Vor der Bewerbung sollten Sie prüfen, welche Lehramt-Fächerkombinationen im jeweiligen Jahr angeboten werden und welche Anforderungen für Ihre Bewerberkategorie gelten.
2. Ludwig-Maximilians-Universität München
LMU Muenchen - Eine der führenden Hochschulen in Bayern, an der die Lehrerausbildung an das bayerische Schulsystem und die staatlichen Prüfungen ausgerichtet ist. Für Studienbewerber bedeutet dies, dass sie sich im Voraus darüber im Klaren sein müssen, ob sie sich auf die Grundschule, die Mittelschule, die Realschule, das Gymnasium, berufliche Schulen oder die Sonderpädagogik orientieren möchten.
Die LMU besticht durch ein starkes akademisches Umfeld, eine große Fächerauswahl und die Anbindung an die Bildungsinfrastruktur Münchens. Da Bayern jedoch eigene Ausbildungs- und Prüfungsvorschriften hat, sollten die Bedingungen für das Lehramt auf den offiziellen Seiten der LMU und bei den bayerischen Bildungsbehörden überprüft werden.
3. Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Universitaet Heidelberg kann eine gute Option für diejenigen sein, die ein Lehramt in Baden-Württemberg anstreben, insbesondere für den gymnasialen Zweig und akademisch anspruchsvolle Fächerkombinationen. Wichtig in der Region ist auch die Verbindung der Universität zur Heidelberg School of Education sowie die praktische Ausbildung.
Bevor Sie sich für Heidelberg entscheiden, prüfen Sie, welche Fächer konkret als Lehramt angeboten werden, wie der Master of Education aufgebaut ist, welche Praxisphasen obligatorisch sind und welche Regeln für den Übergang zum Vorbereitungsdienst in Baden-Württemberg gelten.
4. Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Eberhard Karls Universitaet Tuebingen - Eine weitere renommierte Universität in Baden-Württemberg mit einer bedeutenden Tradition in der Lehrerausbildung. Tübingen eignet sich für diejenigen, die in einer klassischen Universitätsstadt studieren und zwischen geisteswissenschaftlichen, sprachlichen, naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Fächern wählen möchten.
Achten Sie beim Vergleich der Universität Tübingen mit anderen Hochschulen nicht auf das allgemeine Ansehen, sondern auf die konkrete Lehramt-Kombination: Nicht alle Fächer und Schularten werden an jeder Universität angeboten. Ebenso wichtig ist es, sich im Voraus über die praktischen Module, die sprachlichen Anforderungen und die Zulassungsbedingungen für ausländische Zeugnisse zu informieren.
5. Universität Mannheim
Universitaet Mannheim Es lohnt sich, diese gezielt in Betracht zu ziehen, vor allem wenn Sie sich für Fachkombinationen und Bildungswege interessieren, die speziell in Mannheim und Baden-Württemberg angeboten werden. Die Universität ist bekannt für ihr starkes sozioökonomisches und methodisches Umfeld, doch für das Lehramt ist es wichtig, nicht den Ruf der Universität, sondern den konkreten Studiengang zu prüfen.
Informieren Sie sich vor der Bewerbung über das offizielle Studienangebot, klären Sie die Schulart, die Fächer, den Übergang zum Master of Education und die Anforderungen für den Vorbereitungsdienst. Sollte die gewünschte Fächerkombination nicht vorhanden sein, ist es besser, direkt andere Hochschulen des Bundeslandes zu vergleichen, anstatt zu versuchen, das Karriereziel an einen ungeeigneten Studiengang anzupassen.
Wie wählt man ein Bundesland und eine Hochschule aus?
| Frage | Warum ist das wichtig? |
|---|---|
| In welchem Bundesland möchten Sie arbeiten? | Ausbildung, Referendariat und Anerkennung der Qualifikation werden von den Bundesländern geregelt |
| Welche Schulart möchten Sie unterrichten? | Grundschule, Gymnasium, berufsbildende Schulen und andere Schularten haben unterschiedliche Anforderungen |
| Welche Fächer werden Sie kombinieren? | Nicht jede Fächerkombination ist an jeder Hochschule verfügbar |
| Wie gut sind Ihre Deutschkenntnisse? | Für das Lehramt sind in der Regel sehr gute Deutschkenntnisse erforderlich, wobei die genaue Anforderung von der jeweiligen Hochschule festgelegt wird |
| Gibt es eine Zulassungsbeschränkung (NC) oder eine Eignungsprüfung? | Zulassungsbeschränkungen und zusätzliche Prüfungen hängen vom Fach und von der Hochschule ab |
| Wie wird ein ausländisches Abitur anerkannt? | Möglicherweise sind uni-assist, ein Studienkolleg oder ein anderes Verfahren erforderlich |
Häufige Fehler angehender Lehrer
- Wählen Sie „Pädagogik“, wenn Sie eine Tätigkeit als Schullehrer anstreben;
- sich in einem Bundesland bewerben, in dem später kein Referendariat oder keine Tätigkeit geplant ist;
- Überprüfen Sie die Fächerkombinationen nicht vor der Bewerbung;
- sich an Gehaltsversprechen statt an offiziellen Besoldungstabellen und Tarifverträgen zu orientieren;
- den Beamtenstatus nach dem Abschluss als garantiert anzusehen;
- Unterschätzen Sie nicht die Anforderungen an die Deutschkenntnisse, insbesondere für geisteswissenschaftliche Fächer und das Schulpraktikum.
Was Sie vor der Bewerbung prüfen sollten
- Die offizielle Lehramt-Seite der ausgewählten Universität.
- Vorschriften des Bildungsministeriums des jeweiligen Bundeslandes.
- Verfügbare Schulformen und Fächerkombinationen.
- Sprachliche Anforderungen und Form der Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse.
- Bewerbungsfristen für den Bachelor, den Master of Education oder das Staatsexamen.
- Bedingungen für den Übergang ins Referendariat und die Anerkennung des Abschlusses in einem anderen Bundesland.
Wenn es Ihr Ziel ist, an einer deutschen Schule zu unterrichten, sollten Sie nicht mit einem allgemeinen Hochschulranking beginnen, sondern mit dem beruflichen Werdegang: Bundesland, Schulart, Fächer, Sprache, Unterlagen und Zulassungsbedingungen für das Referendariat. Erst danach ist es sinnvoll, Städte, den Ruf der Hochschulen und die Karrieremöglichkeiten zu vergleichen.