Die sichersten Städte Deutschlands: Wie man die Rankings interpretiert und welche Städte am häufigsten ganz oben stehen
Rankings der „sichersten Städte Deutschlands“ sind als erster Anhaltspunkt für einen Umzug nützlich, dürfen jedoch nicht als Garantie für die persönliche Sicherheit verstanden werden. In der Regel stützen sich solche Listen auf polizeiliche Statistiken zu registrierten Straftaten pro 100.000 Einwohner. Diese zeigen zwar die Kriminalitätsbelastung im offiziell erfassten Bereich, spiegeln jedoch nicht alle nicht gemeldeten Fälle, die Unterschiede zwischen den Stadtteilen und das subjektive Sicherheitsempfinden wider.
Warum die alte Rangliste aus dem Jahr 2021 aktualisiert werden muss
Die ursprüngliche Liste bezeichnete München, Bielefeld, Augsburg, Nürnberg und Mainz als sicher. Ein solches Format ist schnell veraltet: Die Statistiken ändern sich jedes Jahr, die Vergleichsmethoden unterscheiden sich, und eine Stadt kann im Ranking „über 100.000 Einwohner“ anders abschneiden als im Ranking „über 200.000 Einwohner“.
Für die praktische Auswahl einer Stadt sollte man nicht nur auf die Platzierung in der Liste achten, sondern auf drei Dinge:
- die Häufigkeit der registrierten Straftaten pro 100.000 Einwohner;
- die Entwicklung über mehrere Jahre hinweg und nicht nur über ein Jahr;
- Wohnviertel, Verkehrsmittel, Wohnraum, Schulen, Arbeit und der persönliche Weg im Alltag.
Städte, die oft als sicher bezeichnet werden
Im Folgenden finden Sie keine allgemeingültige, endgültige Rangliste, sondern Anhaltspunkte zu Städten, die regelmäßig in Diskussionen über Sicherheit und Lebensqualität in Deutschland auftauchen.
München
München wird oft als eine der sichersten Großstädte Deutschlands unter den Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern bezeichnet. Für einen Umzug ist das ein großer Pluspunkt: Die Stadt bietet viele Arbeitsplätze, Universitäten, internationale Unternehmen und ein gutes Verkehrsnetz.
Der größte Nachteil Münchens sind die Lebenshaltungskosten. Die Sicherheit des Stadtteils und die Lebensqualität müssen hier zusammen mit der Miete, der Entfernung zum Arbeitsplatz und der Verfügbarkeit von Wohnraum bewertet werden.
Augsburg
Augsburg erscheint oft als guter Kompromiss für diejenigen, die in Bayern leben möchten, aber nicht bereit sind, die Münchner Preise zu zahlen. Die Stadt ist recht groß, verfügt über ein universitäres Umfeld, Industrie, eine historische Innenstadt und eine schnelle Anbindung an München.

Für Familien und Neuankömmlinge in Deutschland ist Augsburg insofern interessant, als es die Infrastruktur einer Großstadt mit einem ruhigeren Lebensrhythmus verbindet.
Nürnberg
Nürnberg ist die zweitgrößte Stadt Bayerns und das Zentrum Frankens. In Sicherheitsrankings kann sich seine Position von Jahr zu Jahr ändern, daher sollte man die Stadt nicht anhand eines einzigen Eintrags in der Liste beurteilen, sondern anhand konkreter Stadtteile und der Daten der örtlichen Polizei.

Die Stadt eignet sich für diejenigen, denen der Arbeitsmarkt, die Verkehrsanbindung, das kulturelle Leben und im Vergleich zu München erschwinglichere Mieten wichtig sind.
Bielefeld
Bielefeld liegt in Nordrhein-Westfalen und wird oft als ruhige mittelgroße Universitäts- und Industriestadt wahrgenommen. Die Stadt kann für diejenigen attraktiv sein, die keine touristische, sondern eine praktische Stadt zum Studieren, Arbeiten und für das Familienleben suchen.

Bei der Wahl eines Stadtteils lohnt es sich, aktuelle Berichte der Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen und städtische Statistiken zu beachten, da der stadtweite Durchschnittswert keine Unterschiede zwischen den einzelnen Stadtvierteln widerspiegelt.
Mainz
Mainz ist die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz, eine Universitäts- und Medienstadt am Rhein. Die Stadt ist kleiner als München und Nürnberg, verfügt jedoch über eine gute Anbindung an den Großraum Frankfurt am Main, was sie zu einem attraktiven Standort für Arbeit und Studium macht.

Um die Sicherheit in Mainz einzuschätzen, ist es wichtig, nicht nur die allgemeinen Statistiken zu berücksichtigen, sondern auch den Stadtteil, die Nähe zum Bahnhof, den Nachtverkehr und den persönlichen Tagesablauf.
Wie man die Sicherheit einer Stadt vor einem Umzug selbst überprüfen kann
- Rufen Sie die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik für das Bundesland oder die Stadt auf.
- Achten Sie auf die Kennzahl pro 100.000 Einwohner und nicht nur auf die absolute Zahl der Straftaten.
- Prüfen Sie die einzelnen Kategorien: Diebstähle, Gewaltverbrechen, Einbrüche, Straftaten in öffentlichen Räumen.
- Vergleichen Sie mehrere Jahre hintereinander: Ein einzelner Anstieg bedeutet nicht immer ein dauerhaftes Problem.
- Suchen Sie nach Daten auf Stadtteilsniveau, sofern diese veröffentlicht sind.
- Setzen Sie die Statistiken in den Alltag ein: der Heimweg am Abend, öffentliche Verkehrsmittel, Straßenbeleuchtung, Schulen und die Nachbarschaft.
Was man beachten sollte
- „Die sicherste Stadt“ bedeutet nicht, dass alle Stadtteile gleichermaßen sicher sind.
- Eine Kleinstadt ist nicht immer sicherer als eine Großstadt: Vieles hängt von der Struktur der Kriminalität und der Zahl der Zuzügler ab.
- Die Polizeistatistik gibt nur die registrierten Fälle wieder, nicht alle tatsächlich geschehenen Vorfälle.
- Für Familien, Studierende und Expats muss die Sicherheit zusammen mit den Themen Wohnen, Schulen, Gesundheitsversorgung, Arbeit und Verkehr bewertet werden.
FAQ
Kann man das Ranking von 2021 für einen Umzug im Jahr 2026 heranziehen?
Als historischer Anhaltspunkt – ja, als aktuelle Entscheidungsgrundlage – nein. Für die Wahl einer Stadt sollte man sich besser aktuelle Polizeiberichte und Daten aus mehreren Jahren ansehen.
Welcher Indikator ist am wichtigsten?
Für den Vergleich von Städten ist die Kriminalitätsrate pro 100.000 Einwohner in der Regel aussagekräftiger, da die absoluten Zahlen in Großstädten fast immer höher sind.
Warum wird München oft als sicher bezeichnet, obwohl es eine Großstadt ist?
In Rankings großer Städte weist München im Verhältnis zur Stadtgröße oft eine geringe Kriminalitätsbelastung auf. Doch die hohen Wohnkosten und die Unterschiede zwischen den Stadtteilen bleiben wichtige Faktoren bei der Entscheidung für einen Umzug.
Sollte man eine Stadt nur nach dem Sicherheitsaspekt auswählen?
Nein. Sicherheit ist wichtig, aber die Entscheidung für einen Umzug sollte besser unter Berücksichtigung von Arbeit, Budget, Schulen, Gesundheitsversorgung, Verkehrsanbindung und sprachlichem Umfeld getroffen werden.