Ein Auto in Deutschland mieten: Was Sie vor Buchung und Fahrt prüfen sollten

Ein Auto in Deutschland mieten: Was Sie vor Buchung und Fahrt prüfen sollten

Ein Auto in Deutschland zu mieten, ist praktisch für Fahrten zwischen kleinen Städten, Routen durch Bayern, den Schwarzwald, an die Küste oder Geschäftsreisen außerhalb großer Verkehrsknotenpunkte. Die größten Risiken für Neulinge sind nicht der Preis in der Suchmaschine, sondern die Kaution auf der Kreditkarte, Versicherungsbedingungen, Kilometerbegrenzungen, Parkregeln und Umweltzonen.

Wann sich ein Mietwagen wirklich lohnt

Ein Auto ist in Deutschland nicht immer schneller als der Zug. In Berlin, München, Hamburg, Frankfurt und Köln ist das Parken teuer und begrenzt, während öffentliche Verkehrsmittel oft praktischer sind. Ein Auto lohnt sich meist, wenn Sie mehrere kleine Städte, ländliche Regionen, Schlösser, Seen oder Bergstrecken besuchen oder mit Gepäck und Kindern reisen.

Vergleichen Sie vor der Buchung nicht nur den Tagespreis, sondern die Gesamtkosten: Versicherung, Kaution, Kraftstoff, Parken, mögliche Gebühr für einen zweiten Fahrer, Kindersitz, Winterausstattung, Grenzübertritte und Rückgabe in einer anderen Stadt.

Dokumente und Alter des Fahrers

Für die Anmietung benötigen Sie in der Regel:

  • einen Führerschein der passenden Klasse;
  • einen Reisepass oder Personalausweis;
  • eine Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers für die Kaution;
  • den Buchungsgutschein, wenn das Auto über einen Vermittler gebucht wurde.

Wenn Sie sich vorübergehend in Deutschland aufhalten, weist das Bundesministerium für Verkehr darauf hin, dass Sie mit einem gültigen nationalen Führerschein oder einem International Driving Permit die Fahrzeugklassen fahren dürfen, die im Dokument eingetragen sind. Die Einschränkungen Ihres Führerscheins gelten auch in Deutschland weiter.

Wurde der Führerschein außerhalb der EU/des EWR ausgestellt, kann eine Übersetzung erforderlich sein, wenn das Dokument nicht auf Deutsch ist und nicht dem Format des Wiener Übereinkommens über den Straßenverkehr entspricht. Für Personen mit gewöhnlichem Wohnsitz in Deutschland gelten bei Führerscheinen außerhalb der EU/des EWR besondere Regeln: Nach Begründung des gewöhnlichen Wohnsitzes werden sie in der Regel nur sechs Monate anerkannt; anschließend ist ein deutscher Führerschein erforderlich. Prüfen Sie in Zweifelsfällen die Regeln bei der Fahrerlaubnisbehörde an Ihrem Wohnort.

Autovermietungen können eigene Anforderungen an Mindestalter, Fahrerfahrung und Zuschläge für junge Fahrer haben. Diese Bedingungen hängen von Fahrzeugklasse und Tarif ab; lesen Sie sie daher vor der Zahlung.

Kaution und Kreditkarte

Eines der häufigsten Probleme bei der Fahrzeugübernahme ist die Kaution. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Kaution für die Dauer der Miete auf der Kreditkarte blockiert wird und je nach Vermieter von einigen Hundert bis zu mehreren Tausend Euro betragen kann. Die Karte für die Kaution muss auf den Hauptfahrer ausgestellt sein und über ein ausreichendes Limit verfügen.

Prüfen Sie vorab:

  • ob der Vermieter genau Ihre Karte akzeptiert und nicht nur eine klassische Kreditkarte;
  • ob der Name auf Karte, Buchung und Führerschein übereinstimmt;
  • ob Ihr Limit nach der Blockierung der Kaution noch für die übrigen Reisekosten reicht;
  • ob am Schalter eine PIN-Autorisierung der Karte erforderlich ist;
  • wann die Kaution nach der Rückgabe wieder freigegeben wird.

Debitkarten, Prepaid-Karten und virtuelle Karten werden nicht immer akzeptiert. Steht in den Bedingungen „credit card“, sollten Sie nicht davon ausgehen, dass jede Bankkarte genügt.

Versicherung und Selbstbeteiligung

In Deutschland ist die Haftpflichtversicherung gegenüber Dritten normalerweise im Tarif enthalten; Schäden am gemieteten Auto selbst hängen jedoch von den Bedingungen der Kaskoversicherung und der Selbstbeteiligung ab. Eine Selbstbeteiligung von null oder eine reduzierte Selbstbeteiligung kostet meist mehr, senkt aber das Risiko einer hohen Belastung bei Schäden.

Der ADAC weist auf einen wichtigen Unterschied hin: Manchmal verkauft ein Vermittler einen Tarif mit Rückerstattung der Selbstbeteiligung. Bei einem Schaden kann der Vermieter die Selbstbeteiligung dann zunächst vor Ort einziehen, und Sie fordern die Erstattung anschließend separat beim Vermittler oder Versicherer an. Das ist nicht dasselbe wie eine fehlende Selbstbeteiligung direkt beim Vermieter.

Prüfen Sie vor der Tarifbestätigung:

  • die Höhe der Selbstbeteiligung für Karosserie, Scheiben, Räder, Unterboden und Dach;
  • den Versicherungsschutz bei Diebstahl;
  • Ausschlüsse: grobe Fahrlässigkeit, Alkohol, Vertragsverletzung, Fahrten auf unbefestigten Straßen;
  • ob bei jedem Schaden die Polizei gerufen werden muss;
  • wer genau der Versicherer ist und an wen Sie sich bei einem Anspruch wenden.

Kraftstoff, Kilometer und Zusatzgebühren

Die klarste Regelung lautet: vollgetankt übernehmen und vollgetankt zurückgeben. Geben Sie das Auto nicht vollgetankt zurück, kann der Vermieter den Kraftstoff zu einem höheren Preis und zusätzlich eine Servicegebühr berechnen. Bewahren Sie den Beleg der letzten Tankfüllung bis zum Ende der Anmietung auf.

Prüfen Sie außerdem:

  • ob es eine Kilometerbegrenzung gibt;
  • was jeder zusätzliche Kilometer kostet;
  • ob Fahrten ins Ausland erlaubt sind;
  • ob Fähren und Bergstraßen erlaubt sind;
  • was ein zweiter Fahrer kostet;
  • ob das Auto in einer anderen Stadt oder außerhalb der Öffnungszeiten zurückgegeben werden kann;
  • was bei verspäteter Fahrzeugabholung passiert.

Wenn Sie das Auto direkt nach der Landung buchen, planen Sie Zeitreserven ein. Manche Vermittler und Vermieter wenden No-Show-Regeln an, wenn der Kunde nicht rechtzeitig am Schalter erscheint.

Fahrzeugkontrolle bei der Übernahme

Übernehmen Sie das Auto nicht ohne Kontrolle. Auch wenn der Mitarbeiter drängt, gehen Sie einmal um das Fahrzeug und prüfen Sie Karosserie, Felgen, Scheiben, Scheinwerfer, Spiegel, Innenraum, Kofferraum und Tankfüllstand.

Mini-Checkliste:

  • alle Kratzer und Dellen sind im Übergabeprotokoll vermerkt;
  • Fotos und Videos wurden vor der Abfahrt von der Station aufgenommen;
  • Kilometerstand und Tankfüllstand stimmen mit dem Vertrag überein;
  • im Auto befinden sich Zulassungsdokumente, Verbandkasten, Warndreieck und Warnweste;
  • Navigation, Kindersitz oder Winterausstattung entsprechen der Buchung;
  • Sie kennen die Kraftstoffart und die Rückgaberegeln.

Der ADAC empfiehlt, den Zustand des Autos auch bei der Rückgabe festzuhalten, möglichst in Anwesenheit eines Mitarbeiters, und ein Rückgabeprotokoll zu erhalten.

Parken und Verkehrsschilder

Das Parken in Deutschland wird häufig nicht durch ein einzelnes Schild, sondern durch die Kombination aus Schild und Zusatzzeichen geregelt. Darauf können Wochentage, Uhrzeiten, Ausnahmen für Anwohner, die Pflicht zur Parkscheibe, die Zonennummer, eine Erlaubnis nur für Elektrofahrzeuge oder eine Höchstparkdauer stehen.

Worauf Sie zuerst achten sollten:

  • ob das Schild am aktuellen Wochentag und zur aktuellen Uhrzeit gilt;
  • ob Sie eine Parkscheibe brauchen und wie lange das Auto stehen darf;
  • ob ein Parkschein oder eine Bezahl-App erforderlich ist;
  • ob es sich um Bewohnerparken handelt;
  • ob das Auto in einer Ladezone, an einer Ausfahrt, auf einem Radweg oder zu nah an einer Kreuzung steht;
  • ob es vorübergehende Schilder wegen Bauarbeiten, eines Marktes oder eines Umzugs gibt.

Ist ein Schild unklar, wählen Sie besser ein kostenpflichtiges Parkhaus oder einen anderen Platz. Ein Parkfehler kann nicht nur ein Bußgeld, sondern auch ein Abschleppen nach sich ziehen; der Vermieter berechnet für die Bearbeitung eines Bußgeldes meist zusätzlich eine Verwaltungsgebühr.

Umweltzonen

In vielen deutschen Städten gibt es Umweltzonen. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass seit 2012 in bestehenden Umweltzonen in Deutschland nur Fahrzeuge mit grüner Umweltplakette zugelassen sind und die Plakette in allen Umweltzonen des Landes gilt. Die Einfahrt ohne gültige Plakette oder Ausnahmegenehmigung gilt als Ordnungswidrigkeit.

Bei in Deutschland gemieteten Fahrzeugen ist die Plakette häufig bereits vorhanden; prüfen sollten Sie dies dennoch vor der Fahrt in die Innenstadt. Wenn Sie ein Auto außerhalb Deutschlands mieten und in eine deutsche Stadt fahren, ist die Umweltplakette besonders wichtig.

Fahrzeugrückgabe

Geben Sie das Auto möglichst während der Öffnungszeiten der Station zurück. So erhalten Sie leichter eine schriftliche Bestätigung über Zustand und Tankfüllstand. Bei einer Rückgabe außerhalb der Öffnungszeiten fotografieren Sie Karosserie, Innenraum, Kilometerstand, Tankfüllstand, Parkplatz und Zeitpunkt der Schlüsselabgabe.

Bewahren Sie nach der Rückgabe auf:

  • den Mietvertrag;
  • das Übernahme- und Rückgabeprotokoll;
  • Fotos und Videos;
  • Belege für Kraftstoff und Parken;
  • den Schriftverkehr mit dem Vermieter;
  • den Kartenauszug mit der Freigabe der Kaution.

Stellt der Vermieter später eine Rechnung für einen Schaden aus, verlangen Sie Unterlagen: Protokoll, Fotos, Reparaturkalkulation und eine Erklärung, warum der Schaden gerade Ihrer Anmietung zugeordnet wird.

Kurze Checkliste vor der Zahlung

  • Der Führerschein ist in Deutschland gültig und passt zur Fahrzeugklasse.
  • Der Hauptfahrer hat eine geeignete Kreditkarte mit ausreichendem Limit.
  • Die Höhe von Kaution und Selbstbeteiligung ist klar.
  • Die Versicherungsbedingungen wurden gelesen, einschließlich für Scheiben, Räder und Unterboden.
  • Kilometer, Kraftstoff, zweiter Fahrer und Grenzübertritt sind im Tarif festgehalten.
  • Sie kennen die Parkregeln und prüfen Zusatzzeichen.
  • Für die Städte auf der Route ist die Frage der Umweltzone und der grünen Plakette geklärt.
  • Übernahme und Rückgabe des Autos werden mit Fotos und Protokoll dokumentiert.