Ausbildung in Deutschland: So funktioniert das duale Ausbildungssystem, die Zulassung und das Visum im Jahr 2026

Ausbildung in Deutschland: So funktioniert das duale Ausbildungssystem, die Zulassung und das Visum im Jahr 2026

Die Ausbildung ist eine deutsche Berufsausbildung, die zu einem bestimmten Beruf führt und oft die Arbeit in einem Unternehmen mit dem Unterricht an der Berufsschule verbindet. Für Ausländer kann dies ein realistischer Weg für den Umzug sein, aber es ist kein einfacher Weg zum Visum: Man muss einen Ausbildungsplatz finden, sprachliche und finanzielle Voraussetzungen erfüllen, Unterlagen vorbereiten und das Visumverfahren durchlaufen.

Was ist eine Ausbildung?

In Deutschland werden viele Berufe über eine Berufsausbildung und nicht über ein Hochschulstudium erlernt. Im dualen System arbeiten Auszubildende in einem Unternehmen, sammeln praktische Erfahrungen und besuchen parallel dazu die Berufsschule. Der Arbeitgeber schließt einen Ausbildungsvertrag ab, und das Programm führt zu einer anerkannten Qualifikation.

Die duale Ausbildung dauert in der Regel zwischen 2 und 3,5 Jahren. Die genaue Dauer hängt vom Beruf, vom Bundesland, von der schulischen Vorbildung des Bewerbers und von den Bestimmungen des Ausbildungsprogramms ab. Manchmal kann die Ausbildungszeit verkürzt werden, dies geschieht jedoch nicht automatisch, sondern hängt von den Bedingungen des Berufs und des Arbeitgebers ab.

Es gibt auch schulische Ausbildungsprogramme, bei denen der Schwerpunkt auf der Berufsfachschule liegt. Bei solchen Programmen wird unter Umständen kein Gehalt gezahlt; daher ist es wichtig, vor der Bewerbung zwischen betrieblicher und schulischer Ausbildung zu unterscheiden.

Wie unterscheidet sich die Ausbildung von der Universität?

Eine Ausbildung eignet sich für diejenigen, die durch praktische Erfahrung schneller in einen Beruf einsteigen möchten. Ein Hochschulstudium ist in der Regel theoretisch fundierter und führt zu einem akademischen Abschluss, während eine Ausbildung auf einen bestimmten Beruf und die Arbeitsabläufe ausgerichtet ist.

Kriterium Ausbildung Universität
Format Arbeit bei einem Arbeitgeber und Besuch der Berufsschule Studium an einer Hochschule
Ziel Berufliche Qualifikation Akademischer Abschluss
Dauer In der Regel 2–3,5 Jahre Hängt vom Studiengang ab
Einkommen während des Studiums Im dualen Modell gibt es oft eine Vergütung In der Regel kein Gehalt von der Hochschule
Auswahl Der Arbeitgeber wählt den Bewerber aus Die Hochschule prüft die Zulassungsvoraussetzungen

Für viele Ausländer besteht die größte Herausforderung bei der Ausbildung nicht in der Idee der Ausbildung selbst, sondern in der Suche nach einem Unternehmen, das bereit ist, einen Bewerber aufzunehmen, sowie in der Erfüllung der sprachlichen und visumrechtlichen Anforderungen.

Vergütung während der Ausbildung

In der dualen Ausbildung wird in der Regel eine Ausbildungsvergütung gezahlt. Dabei handelt es sich nicht um ein Stipendium im universitären Sinne, sondern um eine Vergütung gemäß dem Ausbildungsvertrag. Die Höhe hängt vom Beruf, der Branche, der Region, dem Ausbildungsjahr und den Tarifverträgen ab.

Für Ausbildungsgänge, die im Jahr 2026 beginnen, beträgt die gesetzlich festgelegte Mindestausbildungsvergütung im ersten Ausbildungsjahr 724 Euro pro Monat. In vielen Berufen liegt die Vergütung höher, aber sich an einem pauschalen Wert von etwa 900 Euro zu orientieren, ist riskant: In manchen Bereichen kann der Betrag niedriger sein, in anderen deutlich höher. Wichtig ist auch zu beachten, dass es sich in der Regel um einen Bruttobetrag handelt, von dem Sozialabgaben abgezogen werden.

Wenn das vertraglich vereinbarte Einkommen für das Visum und den Lebensunterhalt nicht ausreicht, kann verlangt werden, die Differenz durch andere Mittel nachzuweisen, beispielsweise durch ein Sperrkonto oder eine Verpflichtungserklärung.

Wer kann sich bewerben?

Für die duale Ausbildung in Deutschland gibt es rechtlich nicht immer ein einheitliches schulisches Mindestniveau: Die Anforderungen werden oft vom Arbeitgeber festgelegt. In der Praxis achten die Unternehmen auf das Schulzeugnis, die Noten, die Sprachkenntnisse, die Motivation, die Erfahrung, das Alter, die Visumsituation und die Bereitschaft für den jeweiligen Beruf.

Ein ausländischer Bewerber muss in der Regel im Voraus Folgendes prüfen:

  • ob seine Schulbildung für den gewählten Beruf geeignet ist;
  • Sind Deutschkenntnisse auf dem Niveau A2, B1 oder höher erforderlich?;
  • Ist eine Anerkennung der Bildungsnachweise erforderlich?
  • Reicht das vertraglich vereinbarte Einkommen für den Lebensunterhalt und das Visum aus?
  • Gibt es gesundheitliche, altersbezogene oder berufliche Einschränkungen?
  • Beginnt das Programm zu einem bestimmten Datum und wann endet die Anmeldefrist?

Für viele Berufe ist die deutsche Sprache von entscheidender Bedeutung, da die Ausbildung, die Unterlagen, die Arbeitssicherheit, die Kommunikation mit Kunden und die Prüfungen auf Deutsch stattfinden.

So suchst du einen Ausbildungsplatz

Die Suche beginnt nicht mit dem Visum, sondern mit dem Beruf und dem Arbeitgeber. In der Regel sieht der Ablauf wie folgt aus:

  1. Wähle 2–3 realistische Berufe aus und bewirb dich nicht wahllos auf alles.
  2. Informieren Sie sich über die Berufsbeschreibung, die Ausbildungsdauer und die typischen Anforderungen über BERUFENET oder die Websites der IHK/HWK.
  3. Erstellen Sie einen Lebenslauf, ein Anschreiben und Kopien Ihrer Bildungsnachweise.
  4. Die Unterlagen übersetzen und gegebenenfalls beglaubigen lassen.
  5. Sich auf Ausbildungsstellen über die Websites von Unternehmen, Ausbildungsportale, die Bundesagentur für Arbeit und regionale Plattformen bewerben.
  6. An Vorstellungsgesprächen, Tests oder Probearbeiten teilnehmen, sofern dies vom Arbeitgeber vorgesehen ist.
  7. Nach Erhalt des Angebots den Ausbildungsvertrag unterzeichnen und die Unterlagen für das Visumverfahren vorbereiten.

Es empfiehlt sich, die Unterlagen frühzeitig einzureichen: Viele Unternehmen stellen Auszubildende bereits mehrere Monate vor Beginn der Ausbildung ein, und beliebte Ausbildungsberufe sind schnell vergeben. Die Fristen hängen jedoch vom Beruf und der Region ab und sollten daher für die jeweiligen Stellenangebote überprüft werden.

Welche Unterlagen werden in der Regel benötigt?

Der Umfang der erforderlichen Unterlagen hängt vom Arbeitgeber, vom Konsulat und vom Beruf ab, grundsätzlich sind jedoch folgende Unterlagen vorzubereiten:

  • Lebenslauf im deutschen Format;
  • Anschreiben, das auf den jeweiligen Beruf und das jeweilige Unternehmen zugeschnitten ist;
  • Schulzeugnis, Abschlüsse und Anlagen;
  • Übersetzungen der Unterlagen ins Deutsche, falls erforderlich;
  • Sprachzertifikat oder einen anderen Nachweis über die Deutschkenntnisse;
  • Empfehlungen, Bescheinigungen über Praktika oder Berufserfahrung, sofern vorhanden;
  • ein unterzeichneter Ausbildungsvertrag nach Zustimmung des Arbeitgebers;
  • Nachweis über Finanzierung, Versicherung und Unterkunft für das Visum, falls zutreffend.

In der deutschen Praxis wird für die Bewerbung häufig der Begriff „Bewerbungsunterlagen“ verwendet: Dabei handelt es sich nicht um eine Kurzform, sondern um die Gesamtheit der Unterlagen eines Bewerbers. Der Umfang dieser Unterlagen kann von Unternehmen zu Unternehmen variieren.

Visum für die Ausbildung

Staatsangehörige aus Nicht-EU-Ländern benötigen in der Regel ein nationales Visum für eine berufliche Ausbildung. Für das Visum sind ein Vertrag mit dem Arbeitgeber, ein Nachweis über Deutschkenntnisse, die Finanzierung, eine Versicherung sowie die Erfüllung der Anforderungen gemäß § 16a AufenthG wichtig. In einigen Fällen ist eine Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erforderlich; dies ist in der Regel ein interner Schritt des Verfahrens.

Laut den offiziellen Erläuterungen von „Make it in Germany“ für das Jahr 2026 muss man für ein Visum zur beruflichen Ausbildung über mindestens 959 Euro netto pro Monat verfügen. Handelt es sich um eine duale Ausbildung, wird das vertraglich vereinbarte Gehalt berücksichtigt. Bei einer Ausbildungsvergütung von mindestens 1.048 Euro brutto oder 822 Euro netto im Monat gilt die finanzielle Absicherung als nachgewiesen; liegt der Betrag darunter, kann die Differenz durch zusätzliche Nachweise über finanzielle Mittel ausgeglichen werden.

Mit einer Aufenthaltserlaubnis zur beruflichen Ausbildung ist eine Nebenbeschäftigung von bis zu 20 Stunden pro Woche möglich, sofern diese nicht Teil des Ausbildungsprogramms selbst ist. Vor Aufnahme einer Nebenbeschäftigung ist es jedoch wichtig, die Visabedingungen, den Ausbildungsvertrag und die Anforderungen des Arbeitgebers zu prüfen.

Für wen ist eine Ausbildung geeignet?

Dieser Weg kann eine gute Option sein, wenn Sie:

  • Sie möchten in Deutschland einen handwerklichen Beruf erlernen;
  • bereit sind, auf Deutsch zu lernen und zu arbeiten;
  • Sie sind sich bewusst, dass das Einkommen während der Ausbildungszeit begrenzt ist;
  • bereit sind, sich im Wettbewerb mit Bewerbern zu behaupten, die eine deutsche Schullaufbahn vorweisen können;
  • Wählt einen Beruf bewusst aus und nicht nur als Mittel zum Erhalt eines Visums;
  • bereit sind, die Unterlagen im Voraus zusammenzustellen und das Auswahlverfahren des Arbeitgebers zu durchlaufen.

Eine Ausbildung sollte nicht als universeller Ersatz für ein Studium oder als schneller Weg zur Einwanderung ohne Anforderungen betrachtet werden. Es handelt sich um eine vollwertige berufliche Ausbildung mit Prüfungen, Arbeitsbelastung und Verantwortung gegenüber dem Arbeitgeber.

Häufige Fehler

  • Einen Beruf nur aufgrund der Höhe des Gehalts während der Ausbildung auswählen.
  • Unterschätze die deutsche Sprache nicht, insbesondere in medizinischen, sozialen und kundenorientierten Berufen.
  • Ein einziges Anschreiben für alle Unternehmen verfassen.
  • Zu glauben, dass jeder Vertrag automatisch ein Visum garantiert.
  • Nicht prüfen, ob die Ausbildungsvergütung für den Nachweis der finanziellen Mittel ausreicht.
  • Die duale Ausbildung mit der schulischen Ausbildung verwechseln.
  • Mit der Vorbereitung der Unterlagen erst nach Erhalt der Zusage zu beginnen, wenn die Fristen bereits knapp sind.

FAQ

Kann sich ein Ausländer für eine Ausbildung bewerben?

Ja, Ausländer können in Deutschland eine Ausbildung absolvieren, wenn sie einen Ausbildungsplatz finden und die Anforderungen des Arbeitgebers sowie die Visabedingungen erfüllen. Für Staatsangehörige aus Nicht-EU-Ländern ist in der Regel ein nationales Visum oder eine entsprechende Aufenthaltserlaubnis erforderlich.

Sind Deutschkenntnisse erforderlich?

In den meisten Fällen ja. Das konkrete Niveau hängt vom Beruf und vom Programm ab. Für eine qualifizierte Berufsausbildung wird oft das Niveau B1 zugrunde gelegt, aber einzelne Programme oder Konsulate können andere Anforderungen stellen.

Reicht das Ausbildungsgehalt zum Leben aus?

Nicht immer. Die Vergütung während der Ausbildung hängt vom Beruf ab und kann unter dem Betrag liegen, der für den Nachweis der finanziellen Mittel im Visumantrag erforderlich ist. Daher muss das Budget im Voraus kalkuliert werden: Unterkunft, Versicherung, Fahrtkosten, Verpflegung, Beiträge und eine mögliche Differenz für das Sperrkonto.

Wann sollte man mit der Antragstellung beginnen?

Am besten beginnt man einige Monate vor Programmstart damit, bei beliebten Berufen sogar noch früher. Jedes Unternehmen hat seine eigenen Fristen, daher sollte man sich an den konkreten Stellenangeboten orientieren.